14.Aug.-2026/P-headli.-cont.-red./500[163(38-22)]/CLA-336/25-2026

Die alte Silhouette – Ein Versprechen aus Jahrhunderten!
Seit Jahrhunderten trägt Crivitz seine Geschichte wie ein stilles Versprechen. Die Stadt, deren erste urkundliche Erwähnung etwa auf den 24. März 1251 zurückgeht, wuchs nicht durch Lärm oder Hast, sondern durch Zeit, durch Menschen, durch Landschaft. Ihr ältestes Bauwerk, die Crivitzer Stadtkirche, deren Grundbau aus dem 13. Jahrhundert stammt und deren heutiger Backsteinbau im 14. Jahrhundert vollendet wurde, prägt seit über 650 Jahren die Silhouette der Stadt. Der dreigeschossige Turm, dessen Spitze mit Knopf, Kreuz und Hahn bekrönt ist, erhebt sich auf rund 42,4 Metern über dem Meeresspiegel – ein Maß, das über Jahrhunderte als höchster Punkt der Stadt galt und das Gesicht von Crivitz definierte.

chon die Chronisten des 19. Jahrhunderts beschrieben Crivitz als eine Stadt, die malerisch in einer wald- und seenreichen Landschaft eingebettet war. Und wer die alten Ansichten von 1910 betrachtet, erkennt sofort, was damit gemeint war: der Kirchturm, der sich über die Dächer erhebt, das stille Wasser des Crivitzer Sees und die sanften Hügel, die den Ort wie ein natürlicher Rahmen umgeben. Diese Linie – der Turm, das Wasser, die Weiden – war über Jahrhunderte das Gesicht der Stadt. Sie war mehr als Architektur: Sie war Erinnerung, Identität, Heimat.
Die Silhouette von Crivitz war ein stilles Abbild der Zeit: unverändert, verlässlich, getragen vom ältesten Bauwerk der Stadt, der Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert, deren Turm seit über 650 Jahren die Landschaft markiert. Wer damals auf die Stadt blickte, sah Geschichte – und wer heute auf die alten Fotografien blickt, sieht dieselbe Geschichte noch einmal. Diese Beständigkeit war das Fundament der Crivitzer Seele – eine Silhouette, die sich kaum veränderte, selbst als Kriege kamen, als Brände wüteten, als die Welt sich wandelte. Die Kirche blieb. Der Turm blieb. Die Ansicht von 2022 zeigt denselben vertrauten Horizont wie die Ansicht von 1912: dieselbe Ruhe, dieselbe Geschichte, dieselbe Heimat.
Der Bruch im Jubiläumsjahr – Wenn die Zukunft den Horizont verändert!
Doch diese vertraute Silhouette, die über Jahrhunderte unverändert blieb, beginnt sich nun im 775. Jahr zu verschieben. Was einst ein ruhiger Horizont war, getragen vom Kirchturm und dem Spiegel des Crivitzer Sees, wird heute von neuen Formen durchbrochen – Formen, die nicht aus Geschichte, sondern aus Stahl bestehen.

Acht Windräder, jedes ein 300-Meter-Riese, wachsen über die Dächer der Stadt, sichtbar von Wessin bis Krudopp, und legen sich wie eine zweite, fremde Krone über die alte Stadtsilhouette. Sie stehen auf einer Höhe von etwa 60 Metern über Normalnull und erreichen mit ihren ca. 240 Metern Bauhöhe eine Gesamthöhe, die den Kirchturm – einst der höchste Punkt der Stadt – nun wie ein Relikt vergangener Zeiten erscheinen lässt.

Es ist ein Bruch, der nicht aus dem Rhythmus der Jahrhunderte kommt, sondern aus den Entscheidungen der letzten Jahre – Entscheidungen, die hinter Türen getroffen wurden, die für die Bürger verschlossen blieben. Während die alte Silhouette ein Abbild der Zeit war, ist die neue Silhouette ein Abbild der Verwaltung: geplant, baurechtlich als „privilegiert“ eingestuft, politisch zum „überragenden öffentlichen Interesse“ erklärt, durch den sogenannten Windkraft-Turbo beschleunigt, als Freifahrtschein für Genehmigungen genutzt und zugleich als Einschränkung der Bürgerbeteiligung und des Naturschutzes verkündet – genehmigt und vertraglich gebunden, lange bevor die Menschen erfuhren, was über ihren Köpfen entstehen sollte.


Und so beginnt das Jahr 2026 nicht mit einem Festakt zum Jubiläum, sondern mit einem Riss durch die Geschichte der Stadt. Ein Riss zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Kirchturm und Windrad, zwischen Idylle und Industrie. Ein Riss, der die Bürger nicht nur überrascht, sondern erschüttert – denn er verändert nicht irgendeinen Blick, sondern den Blick auf ihre Heimat. Crivitz wächst mit dem Wind, sagt man heute, und vielleicht stimmt das sogar. Doch wer genau hinsieht, erkennt schnell, dass dieser Wind nicht nur Energie bringt, sondern auch etwas mitnimmt: die vertraute Ansicht einer Stadt, die über Jahrhunderte von ihrem Kirchturm, ihren Seen, ihren sanften Hügeln und ihrer stillen Idylle lebte.
Wie die neue Silhouette wirklich entsteht!
Die Veränderung der Crivitzer Silhouette beginnt nicht in Crivitz West, sondern in Crivitz Ost – in Wessin. Dort, wo die Felder weit sind, die Kraniche seit Jahrhunderten rasten und die Großvögel ihre Nahrungshabitate haben, entstehen seit 2020 Pläne, deren tatsächliches Ausmaß kaum jemand einschätzen konnte und die noch weniger jemand wirklich verstand. Private Investoren, die am Umspannwerk Wessin eine ideale Anschlussstelle witterten, verfolgen dort ein Ziel, das nicht Heimat heißt, nicht Landschaft, nicht Natur – sondern Gewinnmaximierung.

Großflächige Naturschutz‑Ausgleichsmaßnahmen finden vor Ort nicht statt. Der Investor leistet lediglich Zahlungen in einen speziellen Naturschutzfonds des Landes, wodurch er sich faktisch schadlos hält.


Die Eingriffe bleiben vor Ort bestehen – die Kompensation erfolgt ausschließlich finanziell und nicht in Form echter ökologischer Wiederherstellung im betroffenen Gebiet.

Bis zu zwanzig Windräder sollen dort entstehen – acht davon stehen bereits, sichtbar, überragend, unausweichlich. Die Bürger erleben diesen Wandel nicht rückblickend, sondern jetzt, in Echtzeit.

Sie sehen die Türme wachsen, sie sehen die Rotoren, sie sehen die zerstörte Naturlandschaft und den Ausschluss ihrer eigenen Bürgerbeteiligung, sie sehen die Silhouette brechen – nicht als Erinnerung, sondern als unmittelbare Gegenwart. Erst jetzt, da die neuen Türme sichtbar sind, begreifen die Menschen, was dieser Eingriff wirklich bedeutet. Erst jetzt erkennen sie, dass die Ansicht ihrer Heimat einen Riss bekommen hat, der nicht mehr rückgängig zu machen ist – nicht für Jahre, sondern für ein Vierteljahrhundert, bis zum 800. Jubiläum der Stadtgründung von Crivitz.

Erst jetzt wird ihnen bewusst, dass die Betonfundamente, die diese Türme tragen, für Jahrzehnte im Boden bleiben werden – und welchen Schaden sie in der Natur anrichten: in den Brutgebieten, in den Nahrungshabitaten, in den Zugrouten der Kraniche und Großvögel, die dieses Gebiet seit Jahrhunderten prägen. Erst jetzt verstehen sie, dass die Belastungen nicht nur die Wessiner treffen, sondern auch die Crivitzer selbst – sei es durch steigende Strompreise, durch Eingriffe in die Landschaft oder durch die dauerhafte Veränderung ihrer Silhouette.

Und genau hier liegt der eigentliche Bruch: Die Bürger begreifen nicht, was war – sie begreifen, was gerade geschieht. Sie sehen, dass die Silhouette ihrer Stadt sich verändert, während sie zusehen müssen. Sie erkennen, dass Natur, Landschaft und Fauna in Crivitz Ost bereits verloren gehen, während die letzten zwölf Anlagen noch gebaut werden sollen. Sie verstehen, dass dieser Wandel nicht abstrakt ist, sondern konkret, sichtbar, spürbar – und dass er ihre Heimat betrifft.Doch während Crivitz Ost bereits im Umbruch steht, beginnt sich im Westen – in Krudopp – ein zweites Kapitel zu formen.

Diesmal nicht durch private Investoren, sondern durch die Stadt selbst. Durch Gespräche mit der WEMAG AG, durch Überlegungen, städtischen Boden für einen eigenen Windpark zu nutzen, durch Absprachen, die seit 2024 laufen – wieder hinter Türen, die für die Bürger verschlossen blieben. Und genau deshalb sagen die Menschen jetzt: genug. Nicht noch einmal. Nicht Crivitz West. Nicht Krudopp. Nicht wieder Entscheidungen hinter Türen. Denn die Bürger wissen nun, was es bedeutet, wenn man nicht gefragt wird. Sie wissen, wie es aussieht, wenn Verträge wichtiger sind als Landschaft.So steht Crivitz im Jahr 2026 vor zwei Silhouetten: einer veränderten im Osten – und einer drohenden im Westen. Und genau hier beginnt die Geschichte der Bürgerinitiative [AfC] „Aktiv für Crivitz“.
Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ – Die späte Stimme der Heimat!
Und genau an diesem Punkt, dort wo Idylle und Industrie aufeinanderprallen, erhebt sich eine neue Stimme – die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“. Genau jetzt, in diesem Moment, in dem die neuen Türme in Crivitz Ost sichtbar werden und die restlichen Anlagen bis Ende 2026 folgen sollen, erhebt sich diese neue Stimme. Sie entsteht nicht aus Rückblick, sondern aus Gegenwart.

Sie entsteht, weil die Menschen sehen, was geschieht – und weil sie verhindern wollen, dass es sich wiederholt. Denn manchmal braucht es erst den Bruch, damit Menschen erkennen, dass ihre Heimat nicht selbstverständlich ist. Die Initiative entstand nicht aus Protestlust, sondern aus Heimatliebe. Aus dem Gefühl, dass die Stadt sich verändert, ohne dass die Menschen gefragt wurden. Aus dem Wissen, dass Entscheidungen getroffen wurden, die nicht nur die Landschaft, sondern die Seele der Stadt berühren. Aus der Erkenntnis, dass die neue Silhouette nicht aus Bürgerwillen gewachsen ist, sondern aus Verwaltungslogik.

Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ mischt sich ein, weil sie verstanden hat, dass Schweigen keine Option mehr ist.
–>Sie mischt sich ein, weil sie erfahren hat, dass die Stadt Crivitz auf eigenem städtischem Boden in Crivitz West gemeinsam mit der WEMAG AG einen eigenen Windpark errichten will – ein Projekt, das die finanziellen Probleme der Zukunft lösen soll, aber die Identität der Stadt gefährdet.

—>Sie mischt sich ein, weil sie sich fragt, warum die Bürger nicht vorher miteinbezogen wurden, warum seit 2024 bereits Anträge gestellt und Absprachen getroffen wurden, ohne dass die Menschen, die hier leben, überhaupt wussten, was auf sie zukommt.
—>Die Initiative will nicht verhindern – sie will beteiligt werden. Sie will nicht blockieren – sie will gefragt werden. Sie will nicht streiten – sie will mitgestalten. Sie will nicht spalten – sie will einen Weg finden, der die Stadt zusammenhält.

Denn die Bürgerinitiative weiß: Heimat entsteht nicht durch Beschlüsse, sondern durch Menschen. Durch Gespräche, durch Beteiligung, durch gemeinsame Entscheidungen. Und genau deshalb ist ihr Ziel klar: Sie will einen Bürgerentscheid erwirken, damit die Menschen selbst darüber entscheiden können, wie ihre Stadt aussehen soll, wie ihr Horizont sich verändert und ob die Silhouette von Crivitz wirklich verkauft werden darf, nur weil die Kasse leer ist. Die Initiative ist die späte Stimme der Heimat – aber sie ist eine Stimme, die gehört werden will. Eine Stimme, die sagt: Nicht ohne uns. Nicht ohne unsere Meinung. Nicht ohne unsere Geschichte. Nicht ohne unsere Heimat. Sie ist der Moment, in dem Crivitz beginnt, sich selbst zu verteidigen.
Was bleibt – Ein Fazit zwischen Erinnerung und Zukunft!
Vielleicht wird man später sagen, dass der Wind damals nicht nur Energie brachte, sondern auch die Erinnerung verwehte. Vielleicht wird man sich daran erinnern, dass es nicht die Entscheidungsträger waren, sondern die Menschen, die versucht haben, das Gesicht ihrer Stadt zu bewahren. Vielleicht wird man eines Tages verstehen, dass eine Silhouette nicht nur aus Stahl besteht, sondern aus Geschichten, aus Blicken, aus Heimat. Denn Heimat ist kein Ort, den man einfach neu zeichnet. Heimat ist ein Gefühl, das wächst, weil es bleiben darf. Ein Gefühl, das sich über Jahrhunderte in den Linien des Kirchturms spiegelte, im Wasser des Crivitzer Sees ruhte, in den Hügeln rund um Wessin und Krudopp verankert war.
Ein Gefühl, das nun herausgefordert wird – von acht neuen Silhouetten aus Stahl, die höher sind als alles, was Crivitz je kannte. Der Wind hat Crivitz verändert – nicht, weil er es sollte, sondern weil man es zugelassen hat. Nicht, weil es die beste Lösung war, sondern weil es die einfachste war. Doch nun stehen Bürger auf, die sagen: Nicht ohne uns. Nicht ohne unsere Stimme. Nicht ohne unsere Heimat. Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ ist mehr als ein Zusammenschluss – sie ist ein Wendepunkt. Sie ist der Moment, in dem die Stadt beginnt, sich selbst zu schützen.Denn Heimat ist nicht das, was man verliert. Heimat ist das, was man verteidigt.

























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































