⭐Offener Brief an Frau Christine Klingohr, SPD‑Landtagskandidatin im Wahlkreis Crivitz und Vorsitzende des Haushalts‑, Finanz‑ und Beteiligungsausschusses im Landkreis Ludwigslust‑Parchim

15.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./484[163(38-22)]/CLA-320/09-2026

Dieses Schild spricht für sich. Es steht für das, was viele Bürger längst spüren: Pflegeplätze sind wichtig – aber sie ersetzen keine Notaufnahme.Der folgende offene Brief richtet sich an Frau Christine Klingohr, SPD‑Landtagskandidatin im Wahlkreis Crivitz und Vorsitzende des Haushalts‑, Finanz‑ und Beteiligungsausschusses im Landkreis Ludwigslust‑Parchim.
Er greift ein Thema auf, zu dem uns zahlreiche Zuschriften und Rückmeldungen aus der Bürgerschaft erreicht haben – ein Thema, das viele Menschen bewegt und das wir deshalb öffentlich aufgreifen. Dieser Brief beschreibt, warum die aktuelle Entwicklung mehr Fragen als Antworten hinterlässt – und warum es jetzt um Verantwortung, Ehrlichkeit und die Menschen geht, die hier in Crivitz und Umgebung leben und arbeiten.
👉 Lesen Sie den vollständigen offenen Brief unten.


⭐ Der offene Brief

Sehr geehrte Frau Klingohr,


Sie haben sich in Ihrer Funktion als SPD‑Landtagskandidatin im Wahlkreis Crivitz zu den aktuellen Entwicklungen am LUP‑Klinikum geäußert. Ihre Stellungnahme hat viele Menschen erreicht – und ebenso viele Fragen offengelassen. Gerade deshalb ist es wichtig, einige Punkte klar anzusprechen und die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger deutlich zu machen.

Viele Zuschriften, Gespräche und Rückmeldungen von Bürgern zeigen: Die Menschen in Crivitz sind verunsichert. Sie fragen sich, was aus ihrer medizinischen Versorgung wird – und warum zentrale Strukturen verschwinden, ohne dass nachvollziehbare Antworten gegeben werden.

Die geplante Kurzzeitpflege ist zweifellos ein wichtiges Angebot für Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt und für pflegende Angehörige. Niemand stellt den Wert dieses Projekts infrage.
Doch ebenso klar ist:
Diese Investition beantwortet nicht die Fragen, die die Menschen in Crivitz seit Monaten bewegen – und sie löst kein einziges der strukturellen Probleme, die zur aktuellen Situation geführt haben.

Denn so bedeutsam Kurzzeitpflegeplätze auch sind: Sie ersetzen keine Notaufnahme, keine Diagnostik und keine Endoskopie.
Und sie ersetzen nicht die Notfall‑ und Grundversorgung, die Crivitz als Grundzentrum für über 5.000 Einwohner und wöchentlich mehr als 6.500 Einpendler dringend benötigt. Die Realität ist, dass die Erstversorgung im Notfall nicht mehr in Crivitz stattfindet, sondern in Parchim, Schwerin, Ludwigslust oder Hagenow – eine Tatsache, die die Menschen täglich spüren. Im Sinne der Glaubwürdigkeit wäre es hilfreich, zunächst die ganz praktischen Fragen zu klären – etwa die ausstehenden Schichtzuschläge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vergangenen Wochen. Eine funktionierende Versorgung beginnt nicht mit großen Worten, sondern damit, dass diejenigen, die sie tragen, korrekt und pünktlich bezahlt werden.

Ihre Formulierung, Veränderungen lösten „nicht nur Hoffnung, sondern auch Sorgen“ aus, klingt freundlich – aber sie bleibt abstrakt. Für viele Bürger wirkt sie wie ein Satz aus einem psychologischen Ratgeber, nicht wie eine Antwort auf die Frage, wie eine Region im Ernstfall medizinisch abgesichert sein soll.(Randbemerkung: Vielleicht stammt dieser Satz aus demselben Coaching‑Repertoire, mit dem die Belegschaft monatelang „gestärkt“ werden sollte – ein Programm, dessen Stil Sie vermutlich besser kennen als jeder andere.)
Doch die Sorgen der Menschen sind nicht emotionaler Natur, sondern strukturell: Sie fragen nicht nach Hoffnung, sondern nach Versorgung. Und diese Versorgung ist in zentralen Bereichen schlicht nicht mehr vorhanden.

In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf „neue Wege“ erklärungsbedürftig. Neue Wege sind sinnvoll – aber nur, wenn sie Versorgung verbessern, nicht abbauen. Eine Notaufnahme zu schließen und später Kurzzeitpflege zu eröffnen, ist kein „neuer Weg“, sondern eine Verschiebung von Verantwortung. Versorgung wird nicht gesichert, indem man zentrale Strukturen entfernt, sondern indem man sie erhält, stärkt und transparent weiterentwickelt.

Auch die Situation der Beschäftigten lässt sich nicht mit allgemeinen Hinweisen auf „Veränderungen“ erklären. Über Jahre hinweg wurde von schwieriger Arbeitsatmosphäre, mangelnder Kommunikation, Druck und hoher Fluktuation berichtet. Für die Qualität der Arbeitsatmosphäre und die Stabilität der Personalbindung trägt nicht das Personal Verantwortung, sondern das Management. Nach arbeitsrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ist sie verpflichtet, durch klare Führungsstrukturen, transparente Kommunikation und eine funktionierende Personalentwicklung ein Umfeld zu schaffen, das Motivation, Gesundheit und Verbleib der Beschäftigten fördert. Werden diese Grundlagen vernachlässigt, entstehen Belastung, Unsicherheit und hohe Fluktuation – nicht durch individuelles Fehlverhalten, sondern durch strukturelle Führungsdefizite. Diese Ursachenforschung wurde nie transparent betrieben, nie politisch eingefordert und nie öffentlich beantwortet.

Dass viele Ärztinnen und Ärzte das Haus verlassen haben, ist kein Zufall – und auch kein Thema, das man im Wahlkampf gern anspricht. Aber es bleibt ein wesentlicher Teil der Wahrheit.

Ebenso ungeklärt ist die Frage, was aus den Investitionsmitteln geworden ist, die beim Übergang zur Rekommunalisierung angekündigt wurden. Insbesondere die für den Ausbau der Notaufnahme vorgesehenen und beantragten Mittel werfen bis heute erhebliche Fragen auf. Die Menschen in Crivitz möchten nachvollziehen können, warum eine Notaufnahme geschlossen wurde, obwohl zweckgebundene Gelder für ihre Modernisierung und Erweiterung zugesagt waren – und weshalb bis heute nicht transparent dargelegt wurde, wie diese Mittel verwendet oder umgewidmet wurden. Diese Fragen stehen seit Jahren im Raum, sie betreffen öffentliche Gelder und damit öffentliche Verantwortung – und dennoch wurden sie bis heute nicht beantwortet.

Es ist gut, dass der Standort des Krankenhauses in Crivitz als Arbeitgeber erhalten bleibt.
Aber ebenso wichtig ist die Ehrlichkeit gegenüber den Menschen:
Eine Notaufnahme lässt sich nicht durch positive Worte zurückholen. Eine Diagnostik entsteht nicht durch Wahlkampfenergie. Eine Endoskopie kehrt nicht durch politische Hoffnung zurück. Pflegeplätze sind wichtig – aber sie ersetzen keine medizinischen Strukturen, die für die Sicherheit einer ganzen Region unverzichtbar sind.

Crivitz braucht Perspektiven – und vor allem Gewissheit. Gewissheit, dass Kinder, ältere Menschen und Familien hier wieder eine verlässliche medizinische Erstversorgung finden können. Eine Notaufnahme ist kein Luxus, sondern ein Grundpfeiler der Versorgung des ländlichen Raums in Mecklenburg‑Vorpommern. Allein die Tatsache, dass man sie von heute auf morgen verlegt und damit für Crivitz begräbt, ist keine Lösung – sondern ein Rückschritt.
Wie bei der Rekommunalisierung muss auch jetzt der Weg geschaffen werden, die Möglichkeit zur Wiedereröffnung der Notaufnahme zu prüfen und politisch zu ermöglichen. Die Menschen brauchen keine Beruhigungssätze, sondern konkrete Schritte für die Zukunft.

Nur wer die Realität anerkennt, kann Lösungen entwickeln.
Und die Realität ist: Die Region hat nicht zu viel Sorge, sondern zu wenig gesicherte Notfall‑ und Grundversorgung.

Mit freundlichen Grüßen
Das Redaktionsteam

⭐Crivitz verliert seine Medizin – Stück für Stück, Entscheidung für Entscheidung!

13.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./483[163(38-22)]/CLA-319/08-2026

In Crivitz ist in den vergangenen Monaten etwas geschehen, das weit über eine gewöhnliche Umstrukturierung hinausgeht. Was offiziell als „Anpassung an die Krankenhausreform“ bezeichnet wurde, hat sich Schritt für Schritt zu einem tiefgreifenden Einschnitt in die medizinische Versorgung einer ganzen Region entwickelt. Die Schließung der Notaufnahme, der Chirurgie und der Orthopädie zum 1. April 2026 war dabei nur der sichtbarste Teil eines Prozesses, der im Hintergrund schon lange vorbereitet wurde – und dessen Folgen die Menschen in Crivitz und Umgebung nun täglich spüren.Die Demonstration am 26. April, zu der die Bürgerinitiative „Rettet unser Crivitzer Krankenhaus“ aufgerufen hatte, war Ausdruck dieser wachsenden Verunsicherung. Rund 80 Bürger und Beschäftigte standen an diesem Nachmittag vor dem Krankenhaus und stellten Fragen, die seit Monaten unbeantwortet geblieben waren: Was wurde aus den zugesagten Investitionsgeldern? Warum wurden Abteilungen geschlossen, die noch vor wenigen Jahren als modernisierungswürdig galten? Warum wurden Mitarbeiter versetzt, ohne dass es einen klaren Zukunftsplan gab? Ein Sozialplan für die Mitarbeiter existiert – aber er wurde erst hastig im Nachhinein nachgereicht! Und warum wurde die Bevölkerung erst informiert, als die Entscheidungen längst gefallen waren?

Der NDR berichtete ausführlich über die Demonstration – und zeichnete ein Bild, das weit über die offiziellen Stellungnahmen hinausging. Beschäftigte sprachen von Überrumpelung, mangelnder Kommunikation und einer Stimmung, die sie „so noch nie erlebt“ hätten. Eine Mitarbeiterin berichtete von Angst vor Kündigungen, von Einschüchterung und von einer Atmosphäre, in der Widerspruch unerwünscht sei. Zudem wurde über politische Einflussnahme im Vorfeld der Demonstration berichtet – über Versuche, die Kundgebung abzuschwächen, zu kontrollieren oder zu beeinflussen. Doch all das fand auf der Demonstration selbst kaum Raum. Obwohl die Bürgerinitiative ausdrücklich darum gebeten hatte, die Veranstaltung parteifrei zu halten, erschienen Vertreter aus Landtag und Kreistag – SPD, LINKE, Grüne. Es gab viele Worte, viele Bekenntnisse, viele vertraute Formulierungen: Man müsse, man solle, man wolle. Doch konkrete Antworten blieben aus. Die zentrale Frage – warum Crivitz keine Notaufnahme mehr hat – wurde nicht beantwortet. Die Sorgen der Beschäftigten wurden wenig aufgegriffen. Die Hintergründe, die der NDR offenlegte, blieben unerwähnt. Die Bürgerinitiative und die Mitarbeiter, die diese Demonstration getragen hatten, rückten in den Hintergrund, während politische Akteure sich massiv in den Vordergrund stellten.

Besonders deutlich wird diese Diskrepanz in der öffentlichen Haltung einzelner politischer Vertreter. So schrieb vor der Demo die Fraktionsvorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – FREIE WÄHLER im Kreistag Ludwigslust‑Parchim, Frau Seemann‑Kaatz, in den sozialen Medien, die Umstrukturierung des Crivitzer Hauses sei „alternativlos“ und das Krankenhaus müsse die Veränderungen annehmen, damit es nicht geschlossen werde. Sie verband dies mit der Hoffnung, die Menschen in Crivitz würden den geplanten Weg mitgehen und dem wunderschön gelegenen, familiären Krankenhaus“ trotz der Änderungen eine Chance geben.

Für viele Bürger vor Ort wirkt eine solche Darstellung jedoch wie aus einer anderen Welt. Während sie den Verlust der Notaufnahme, die Schließung ganzer Abteilungen, Versetzungen von Beschäftigten und nun auch die Abwanderung der Endoskopie erleben, erscheint die Rede von einer alternativlosen, quasi schicksalhaften Umstrukturierung als fern ihrer Lebenswirklichkeit. Wo politisch von Chancen gesprochen wird, sehen die Menschen vor Ort vor allem eines: weniger Versorgung, längere Wege und eine wachsende Unsicherheit.

Noch schwerer wiegt diese Entwicklung, wenn man die besondere Rolle Crivitz’ in der Region betrachtet. Als Grundzentrum trägt die Stadt seit Jahrzehnten Verantwortung für eine Fläche, die weit über die eigenen Einwohner hinausreicht. Mit über 5.000 Einwohnern, wöchentlich rund 6.500 Einpendlern und einer stetig alternden Bevölkerung ist Crivitz auf eine stabile, wohnortnahe medizinische Versorgung angewiesen. Gerade ältere Menschen, Familien und Pendler sind auf kurze Wege, schnelle Erreichbarkeit und verlässliche Strukturen angewiesen. Jede Verlagerung, jede Schließung, jede Einschränkung trifft sie doppelt – weil Mobilität abnimmt, Wege länger werden und die Belastungen im Alltag steigen. Hinzu kommt die Bedeutung Crivitz’ als Tourismusort. Eine Region, die Gäste anzieht, braucht Sicherheit und medizinische Erreichbarkeit. Wenn aber zentrale Leistungen verschwinden, verliert nicht nur die Bevölkerung an Versorgung – auch der Tourismus verliert an Attraktivität und Vertrauen. Damit wird deutlich: Die aktuelle Entwicklung betrifft nicht nur ein Krankenhaus, sondern die Zukunftsfähigkeit eines gesamten Raumes. Was hier zurückgebaut wird, sind nicht einzelne Angebote, sondern die Grundlagen eines funktionierenden Grundzentrums der Entwicklung.

Und nun, nur wenige Wochen später, gibt es neue Entwicklungen, die das Bild weiter verschärfen. In der öffentlichen Sitzung des Haushalts‑, Finanz‑ und Beteiligungsausschusses des Kreistages LUP am 11. Mai 2026 wurde bekannt, dass das Darm‑Diagnosegerät, das derzeit noch in Crivitz steht, keine Kassenzulassung hat und in eine andere LUP‑Klinik nach Ludwigslust verlegt werden soll. Damit verliert Crivitz eine weitere diagnostische Kernleistung – ein weiterer Baustein der Grundversorgung, der still und leise verschwindet. Noch gravierender ist die zweite Information: Für das Krankenhaus Crivitz sind 1,6 Millionen Euro für Umbau und Renovierung eingeplant. Was zunächst positiv klingt, bedeutet in der Realität eine sechs‑ bis achtmonatige Teilschließung noch in diesem Jahr. In einer Phase, in der die Versorgung ohnehin geschwächt ist, in der Abteilungen geschlossen wurden, Mitarbeiter versetzt wurden und die Bevölkerung verunsichert ist, wird Crivitz erneut über Monate hinweg eingeschränkt sein. All diese Entwicklungen ergeben ein Gesamtbild, das man nüchtern betrachten muss: Crivitz verliert Schritt für Schritt seine Rolle als Grundzentrum der medizinischen Versorgung. Leistungen werden verlagert. Diagnostik verschwindet. Abteilungen schließen. Mitarbeiter gehen. Die Wege werden länger. Die Unsicherheit wächst. Und die Kommunikation bleibt hinter dem zurück, was die Menschen vor Ort erwarten dürfen.

Es geht hier nicht um Parteipolitik. Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es geht um die Frage, wie eine Region mit über 5.000 Einwohnern und wöchentlich 6.500 Einpendlern künftig medizinisch versorgt werden soll. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass in Crivitz durchaus gesprochen wurde – auf der Demonstration, in politischen Stellungnahmen und in Ausschusssitzungen. Doch so viele Worte gefallen sind, so wenig haben sie den Kern der Entwicklung berührt. Die Schließung der Notaufnahme, die Verlagerung ganzer Abteilungen, die Abwanderung der Endoskopie und nun eine monatelange Teilschließung wegen Umbau – all das bleibt der zentrale Punkt, zu dem es bis heute keine Antworten gibt, die den Menschen vor Ort Sicherheit vermitteln.

Die Notaufnahme war über Jahrzehnte das Herzstück der medizinischen Erreichbarkeit in Crivitz. Ihr Wegfall hat nicht nur eine Tür geschlossen, sondern ein Gefühl von Schutz und Nähe verloren gehen lassen. Wenn nun weitere Leistungen abwandern und das Haus über Monate hinweg nur eingeschränkt arbeiten kann, entsteht für viele Bürger der Eindruck, dass hier nicht modernisiert, sondern schrittweise zurückgebaut wird – und dass die Region in eine medizinische Unsicherheit hineingleitet, die niemand offen anspricht.

Die Demonstration hat gezeigt, wie groß die Sorge ist. Doch sie hat auch gezeigt, wie weit die Wahrnehmung der Menschen von den politischen Erklärungen entfernt liegt. Während Beschäftigte von Überrumpelung, Belastung und Unsicherheit berichten, wird öffentlich von „Reformschritten“ gesprochen. Während Bürger um die Zukunft ihres Krankenhauses ringen, wird über Strukturprozesse diskutiert. Und während die Region versucht, die Folgen der geschlossenen Notaufnahme zu verstehen, werden im Hintergrund weitere Entscheidungen getroffen, die die Versorgung weiter ausdünnen.

Crivitz steht damit nicht nur vor organisatorischen Veränderungen, sondern vor einer grundlegenden Verschiebung seiner medizinischen Rolle. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob gesprochen wurde – gesprochen wurde viel. Die Frage lautet, ob die gegebenen Antworten den tatsächlichen Entwicklungen gerecht werden. Und ob die Menschen in Crivitz überhaupt noch erkennen können, wohin dieser Weg führt, wenn die sichtbarsten Zeichen – die Notaufnahme, die Diagnostik, die Abteilungen – bereits verschwunden sind oder bald verschwinden sollen.

Fazit:

Die Stadt Crivitz: Ein Grundzentrum, das man nicht grundversorgt!

08.April-2026 /P-headli.-cont.-red./480[163(38-22)]/CLA-316/05-2026

Seit dem 1. April 2026 steht Crivitz ohne Notaufnahme, Orthopädie und Unfallchirurgie da, und dieser Moment markiert weit mehr als eine strukturelle Veränderung im Klinikverbund; er markiert einen tiefen Einschnitt in das Sicherheitsgefühl einer ganzen Region. Noch gravierender wird dieser Einschnitt, wenn man berücksichtigt, dass der Krankenhausplan Mecklenburg‑Vorpommern (Stand Juni 2025) Crivitz bereits nicht mehr als vollwertigen Akutstandort führt, sondern als kleines Haus mit nur 80 Betten, davon 42 Innere Medizin, 22 Orthopädie/Unfallchirurgie, 10 Chirurgie und lediglich 7 ITS/IMC‑Betten. Eine eigenständige, dauerhaft gesicherte Notaufnahme ist im Plan nicht mehr vorgesehen.

Aktuelle Bekanntmachung am Eingang des Krankenhauses

Die Schließung trifft ein Grundzentrum der Entwicklung, einen Ort, der laut Landes- und Regionalplanung eine zentrale Versorgungsfunktion trägt, täglich von rund 6.000 Einpendlern aus dem Umland genutzt wird und in dem etwa 5.000 Menschen leben. Gerade deshalb stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass ein solcher Standort plötzlich ohne eine rund um die Uhr erreichbare Notfallversorgung bleibt. Und diese Frage wird umso drängender, weil Crivitz noch vor wenigen Jahren als zu sichernder, auszubauender und modernisierungswürdiger Standort beschrieben wurde – mit Millioneninvestitionen, mit Landesmitteln, mit konkreten Ausbauplänen für genau jene Notaufnahme, die nun geschlossen wurde.

Der Krankenhausplan selbst enthält zudem eine Formulierung, die heute wie eine Vorankündigung wirkt: „Die Umstrukturierung kleiner, für die stationäre Akutversorgung nicht mehr benötigter Krankenhausstandorte in ambulant ausgerichtete Gesundheitszentren kann unterstützt werden.“ Genau diese Entwicklung trifft nun Crivitz – und sie trifft es mitten ins Herz seiner regionalen Bedeutung.

Die Rekommunalisierung des Krankenhauses am Crivitzer See im Jahr 2021 war ein politisch bedeutsamer Schritt, getragen vom Landkreis Ludwigslust‑Parchim, der Verantwortung übernahm, Stabilität versprach und Modernisierung ankündigte. Im Wirtschaftsplan 2022 wurde das Krankenhaus als Haus der Grund- und Regelversorgung beschrieben, mit einer Notaufnahme, die nicht nur erhalten, sondern erweitert werden sollte. Für die bauliche Erweiterung der Notaufnahme waren bereits Planungsmittel eingestellt, die Maßnahme sollte vollständig aus Landesmitteln finanziert werden. Allein für die Digitalisierung der Notaufnahme wurden 250.000 Euro veranschlagt, darunter die telemedizinische Anbindung an den Rettungsdienst, die Integration digitaler Vorabinformationen in das Krankenhausinformationssystem und die Meldung verfügbarer Kapazitäten.

Für die digitale Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen waren weitere 450.000 Euro vorgesehen, einschließlich mobiler digitaler Visiten und sprachbasierter Dokumentation. Für die telemedizinische Vernetzung mit ambulanten Einrichtungen, die Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die teleradiologische Kooperation waren 150.000 Euro eingeplant. Für die Verbesserung der Informationssicherheit und Cybersicherheit waren 350.000 Euro vorgesehen. Für die Aufrüstung von Patientenzimmern im Falle epidemischer Lagen waren 200.000 Euro eingeplant.

Insgesamt ergab sich allein für die Digitalisierung ein Investitionsvolumen von 1,4 Millionen Euro, das ausdrücklich auch die Notaufnahme betraf.

Die ehemalige Notaufnahme

Zusätzlich waren 242.000 Euro für bauliche Instandhaltung, 199.000 Euro für die Wartung der Medizintechnik, 100.000 Euro für EDV‑Umstrukturierung, 150.000 Euro für Planungsleistungen nicht förderfähiger Bereiche und 3,225 Millionen Euro für Gesamtinvestitionen im Jahr 2022 vorgesehen. Nichts deutete darauf hin, dass dieser Bereich nur wenige Jahre später geschlossen werden würde.

Doch während diese Pläne noch auf dem Papier standen, veränderte sich im Hintergrund die strategische Ausrichtung. Mit der Gründung der LUP‑Kliniken gGmbH Ende 2022 und der Einbindung der Standorte Hagenow, Ludwigslust und Crivitz in einen gemeinsamen Verbund verschoben sich die Schwerpunkte. Hagenow wurde zum orthopädischen Zentrum, Ludwigslust zum chirurgischen Schwerpunkt – und Crivitz sollte sich auf Innere Medizin und Geriatrie konzentrieren. Die chirurgischen Strukturen, die für eine Notaufnahme unverzichtbar sind, wurden abgebaut. Und ohne Chirurgie keine Notaufnahme – ein Zusammenhang, der in der späteren Pressemitteilung nur am Rande erwähnt wird, aber entscheidend ist.

Der Krankenhausplan 2025 bestätigt diese Entwicklung zusätzlich:

Ludwigslust wird mit 325 Betten, eigener Pädiatrie, Geburtshilfe und 25 Intensivbetten als zentraler Schwerpunktstandort geführt.

Plau am See wird mit 204 Betten, starker Neurochirurgie, Neurologie und 42 Intensivbetten als überregionaler Versorger ausgewiesen.

Leezen wird als reines Frühreha‑ und Intensivzentrum mit 122 IMC/ITS‑Betten beschrieben.

Crivitz hingegen nimmt im Plan klar die Rolle eines kleineren Ergänzungsstandortes ein.

Am 10. März 2026 wurde schließlich öffentlich, was sich intern längst abgezeichnet hatte: Die Notaufnahm, Orthopädie und Unfallchirurgie in Crivitz wird zum 1. April 2026 geschlossen. Der Standort Crivitz soll künftig als spezialisiertes Zentrum für Innere Medizin und Geriatrie (Altersmedizin) ausgebaut werden, um auf den steigenden Bedarf in diesem Bereich zu reagieren. Die Begründungen lauteten: strategische Neuausrichtung, Personalmangel, Krankenhausreform, demografische Entwicklung. Doch diese Begründungen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten.

Wie kann es sein, dass ein Standort, für den allein im Jahr 2022 Investitionen von über 3,2 Millionen Euro vorgesehen waren, wenige Jahre später in seiner Akutversorgung beschnitten wird?

Warum wurden 1,4 Millionen Euro für Digitalisierung, darunter explizit für die Notaufnahme, eingeplant, wenn diese Notaufnahme später nicht mehr betrieben werden sollte?

Warum wurden bauliche Erweiterungen geplant, Landesmittel zugesagt und Planungsleistungen ausgeschrieben, wenn die Notaufnahme nur vier Jahre später geschlossen wird?

Warum wurde die Bevölkerung nicht frühzeitig informiert? Warum wurde Crivitz nicht als Level‑II‑Standort eingestuft, obwohl es als Grundzentrum eine zentrale Rolle spielt? Wie passt die Schließung der Notaufnahme, Orthopädie und Unfallchirurgie zur Landesraumplanung, die Crivitz ausdrücklich als Entwicklungszentrum definiert? Und wie soll die wohnortnahe Versorgung künftig aussehen, wenn die Wege im Notfall länger werden und Rettungsdienste weitere Strecken zurücklegen müssen?

Vor allem aber: Wie passt diese Schließung zu einem Krankenhausplan, der offiziell eine „flächendeckende Versorgung im ländlichen Raum“ verspricht, gleichzeitig aber strukturelle Konzentration und die Aufgabe kleiner Akutabteilungen ausdrücklich ermöglicht?

Genau an dieser Stelle beginnt die politische Dimension, die viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigt – nicht als Bewertung einzelner Personen, sondern als Frage nach Verantwortung. Denn Entscheidungen dieser Tragweite entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden begleitet, beraten, kontrolliert und politisch getragen. In den Aufsichtsgremien der Ludwigslust‑Parchimer Kliniken gGmbH sitzen Menschen, die Verantwortung tragen, die Entwicklungen kennen, die Informationen erhalten und die – gerade jetzt, wenige Monate vor der Landtagswahl im September 2026 – erklären müssen, wie es zu dieser Situation kommen konnte.

Bürgerinnen und Bürger dürfen fragen, welche Rolle die Aufsichtsräte gespielt haben, welche Informationen ihnen vorlagen, welche Entscheidungen sie mitgetragen haben und warum die Schließung der Notaufnahme nicht früher öffentlich diskutiert wurde.

Der Krankenhausplan 2025 und die Folgen: Wie Crivitz zum Ergänzungsstandort wurde!

Sie dürfen fragen, wie die Landtagskandidierenden aus der Region die Zukunft der medizinischen Versorgung in Crivitz einschätzen und welche Positionen sie vertreten.

Sie dürfen fragen, warum ein Grundzentrum ohne Notaufnahme, Orthopädie und Unfallchirurgie bleibt, obwohl die Krankenhausreform eigentlich vorsieht, zentrale Standorte zu stärken.

Sie dürfen fragen, warum die Auslastung der Notaufnahme über Jahre hinweg stabil war, aber dennoch keine Zukunft hatte.

Sie dürfen fragen, warum Millionen in Planungen flossen, die später nicht umgesetzt wurden. Und sie dürfen fragen, warum die Bevölkerung erst dann informiert wurde, als die Entscheidung bereits gefallen war.

Vor einer Landtagswahl sind das keine kleinen Fragen. Es geht nicht um Parteipolitik, sondern um konkrete Lebensrealität: Wie lange dauert es, bis der Rettungswagen kommt. Wie weit ist es bis zur nächsten Notaufnahme. Was passiert im Ernstfall. Wer trägt Verantwortung für die Entwicklung der letzten Jahre.

Wer hat welche Entscheidungen begleitet. Wer hat welche Informationen gehabt. Und wer ist bereit, diese Fragen offen zu beantworten. Die Schließung der Notaufnahme ist ein Fakt – aber die Verantwortung, die Fragen, die Konsequenzen und die Zukunft sind offen. Und genau deshalb ist es legitim, notwendig und demokratisch, diese Fragen vor der Wahl zu stellen.

Nicht als Angriff, sondern als Ausdruck eines berechtigten Bürgerinteresses. Nicht als Bewertung, sondern als Aufforderung zur Klarheit. Nicht als politische Botschaft, sondern als Forderung nach Verantwortung. Crivitz steht an einem Wendepunkt seiner Entwicklung – und die Menschen haben das Recht zu erfahren, wer diesen Weg wie und warum mitgestaltet hat.

Fazit:

Und genau deshalb bleiben die entscheidenden Fragen offen: Wie sicher ist die Versorgung jetzt? Wie lange dauern Wege im Ernstfall? Wohin fährt der Rettungsdienst? Crivitz braucht Antworten. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.

Verkehrskonzept als Daueraufführung: Viel Gerede, kein Plan!

05.Dez.2025 /P-headli.-cont.-red./471[163(38-22)]/CLA-307/46-2025

Bürgerbeteiligung statt Schubladenpläne: Zeit für Transparenz!

Die unendliche Geschichte des Verkehrskonzepts

Crivitz – eine Stadt und Grundzentrum der Entwicklung, die seit Jahren über ihr Verkehrskonzept spricht, ohne jemals eines zu besitzen. Was für andere Kommunen selbstverständlich ist – eine klare Planung für Mobilität, Parken, Sicherheit und Lebensqualität – bleibt hier ein Phantom. Statt eines durchdachten Konzeptes gibt es Ankündigungen, Umdeutungen, Versprechen und Streit. Die Bürger erleben eine Endlosschleife, in der Ideen auftauchen, verschwinden und wieder neu verpackt werden.

Was ist ein Verkehrskonzept – und warum braucht Crivitz endlich eins?

Ein Verkehrskonzept ist kein einzelnes Schild, keine spontane Tempo-30-Zone und auch keine Einbahnstraße, die plötzlich auftaucht. Es ist ein durchdachter Plan, mit dem eine Stadt wie Crivitz ihre Mobilität langfristig gestalten kann – für alle, die sich hier bewegen: Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, Menschen mit Rollatoren, Kinder auf dem Schulweg und Pendler im Bus.

Ein gutes Verkehrskonzept beginnt mit einer gründlichen Analyse: Wie viele Fahrzeuge sind unterwegs? Wo entstehen Staus? Wo fehlen sichere Übergänge? Wie laut ist es in den Wohngebieten? Wo gibt es zu wenig Parkplätze – und wo zu viele? Fachleute zählen, messen, beobachten und sprechen mit den Menschen vor Ort. Denn nur wer weiß, wie der Verkehr wirklich funktioniert, kann ihn sinnvoll verändern.

Dann geht es um die Planung: Wo sollen Autos fahren – und wo besser nicht? Welche Straßen brauchen Tempo 30, welche sichere Radwege? Wie können Fußgänger sicher über die Straße kommen, auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen? Wo fehlen Parkplätze für Anwohner, Kunden oder Pendler – und wie kann man sie schaffen, ohne andere zu verdrängen? Ein Verkehrskonzept denkt auch an die Zukunft: Wie entwickelt sich Crivitz in den nächsten Jahren? Wo entstehen neue Wohngebiete, wo neue Gewerbeflächen? Wie kann der öffentliche Nahverkehr besser angebunden werden? Wie lassen sich Lärm und Abgase reduzieren, damit die Stadt lebenswerter wird?

Und vor allem: Ein Verkehrskonzept entsteht nicht im stillen Kämmerlein. Es braucht die Menschen, die hier leben. Bürgerinnen und Bürger müssen gefragt, gehört und ernst genommen werden. In Workshops, Umfragen oder öffentlichen Versammlungen können sie sagen, was sie brauchen – und was nicht funktioniert. Denn wer täglich durch Crivitz läuft, fährt oder radelt, weiß oft besser, wo es hakt, als jeder Ausschuss. Vor allem aber: Es ist ein Werkzeug, das Bürgerbeteiligung und Fachwissen zusammenführt, um eine Stadt lebenswerter und sicherer zu machen.

Doch in Crivitz fehlt genau das. Stattdessen erleben die Bürger seit Jahren eine Abfolge von Versprechen und Vertagungen.

Chronologie der Versprechen und Vertagungen

  • 2018: Erste Beratungen über ein Parkplatzkonzept. Bürgerbefragungen zeigen den Wunsch nach längeren Parkzeiten. Beschluss: Zwei Stunden Parkzeit in der Großen Straße. Doch ein echtes Konzept entsteht nicht.
  • 2021: Die CDU-Fraktion fordert ein Parkraumkonzept. Karina Reinke bringt den Antrag ein. Doch Andrea Rüß von der CWG – Crivitz erklärt, es brauche mehr – ein Verkehrskonzept. Gemeinsam mit DIE LINKE wird der Antrag kurzerhand umgedeutet. Aus „Parkraumkonzept“ wird „Verkehrskonzept“. Beschluss: Ein Verkehrskonzept soll erstellt werden. Doch nichts geschieht.
  • 2022–2024: Schweigen. Keine Fortschritte, keine Bürgerbeteiligung, keine Fachplanung. Stattdessen einzelne Tempo-30-Zonen – im Vogelviertel, in der Lindenallee, in der Parchimer Straße. Maßnahmen ohne Gesamtrahmen.
  • 2025: Plötzlich tauchen neue Vorstellungen auf: Einbahnstraßenregelungen für Bergstraße, Seestraße, Fischerstraße, Gartenstraße. Ersatzparkplätze auf dem alten SPAR-Markt. Eine 30-km/h-Zone in der Weinbergstraße. Bürgerinitiative formiert sich, protestiert und sammelt Unterschriften.

Die Sitzung des Bauausschusses am im September 2025

An diesem Tag sollte endlich über das Verkehrskonzept beraten werden. Doch die Sitzung wurde zum Sinnbild der Misere. Herr Andreas Rüß ( CWG- Crivitz), der 2021 den entscheidenden Änderungsantrag stellte, war diesmal nicht Teil der Sitzung. Seine Rolle bleibt dennoch zentral: Er war es, der das Parkraumkonzept in ein Verkehrskonzept integrierte und verwandelte – ein Schritt, der großspurig wirkte, aber bis heute ohne Substanz blieb. Herr Alexander Gamm ( CWG – Crivitz), Bauausschußmitglied, Ehemann der Bürgermeisterin Frau Britta Brusch-Gamm (CWG – Crivitz) und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wärme und Energie, fiel weniger durch Fachbeiträge als durch verbale Ausfälle auf. Zeugenaussagen berichten von Beschimpfungen gegenüber Ausschussmitgliedern und Bürgern. Statt Sachlichkeit dominierten persönliche Angriffe.

Herr Michael Renker, Vorsitzender des Bauausschusses, war der einzige, der überhaupt konkrete Vorstellungen vortrug. Er sprach von Tempo-30-Zonen, von Einbahnstraßenregelungen, von Parktaschen in der Eichholzstraße. Er präsentierte eine Flurkarte – notdürftig, aber immerhin es ist ein Ansatz. Doch auch seine Vorschläge blieben Stückwerk: Ersatzparkplätze auf dem alten SPAR-Markt, sollten halb vermietet, halb zeitlich begrenzt werden, sollten die wegfallenden Stellplätze am Marktplatz kompensieren. Eine Rechnung, die nicht aufgeht.

Welche Vorstellungen existieren?

Die Bürger müssen wissen, was überhaupt diskutiert wird:

Da von Seiten des Bauausschusses der Stadt Crivitz keinerlei offizielles Material zu den in der Sitzung besprochenen Inhalten veröffentlicht wurde und selbst das Protokoll keine sachlichen Hinweise enthält, wurde eine anschauliche Skizze erstellt. Sie fasst die wesentlichen Punkte der Diskussion zusammen und macht die geplanten Maßnahmen sichtbar.
Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient allein dazu, die besprochenen Inhalte für die Bürger verständlich zu veranschaulichen.
  • Einbahnstraßen: Bergstraße, Seestraße, Fischerstraße, Gartenstraße, Mauerstraße, Grüne Straße sollen umgewandelt werden.
  • Tempo-30-Zonen: Weinbergstraße, Geschwister-Scholl-Platz, weitere Straßenzüge.
  • Marktplatz: Wegfall von 32 Stellplätzen, Ersatz durch 26 Plätze auf dem alten SPAR-Markt – davon 13 vermietet, 13 zeitlich begrenzt.
  • Parktaschen: Einrichtung in der Eichholzstraße, trotz anderwertige Vorstellungen der Anwohner.
  • Barrierefreiheit: Fehlende Querungsmöglichkeiten, unzureichende Gehwegbreiten, rutschige Beläge – bislang ohne Lösung.

Seit Jahren erleben die Bürger das Gleiche: Es gibt keine Unterlagen, keine Karten, keine Pläne. Alles bleibt hinter verschlossenen Türen – die Öffentlichkeit erfährt nur Bruchstücke. Auch diesmal veröffentlichte der Bauausschuss der Stadt Crivitz keinerlei Material zu den Planungen, weder Karten noch erläuternde Hinweise. Die Stadtspitze hüllt sich weiterhin in Schweigen und hält die Details im Verborgenen.Trotz dieser Informationslücke hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. Sie reagierte auf die mündlichen Darstellungen in der Sitzung und machte ihre Kritik öffentlich. Damit wurde deutlich: Auch ohne offizielle Informationen sind die Menschen aufmerksam und bereit, sich einzubringen. Die Initiative zeigt, dass Transparenz und Beteiligung eingefordert werden – selbst dann, wenn die Verwaltung keine Unterlagen bereitstellt.

Ein Konzept, das keines ist!

All diese Vorstellungen zeigen: Es gibt keine Gesamtschau, kein durchdachtes Konzept. Stattdessen Stückwerk, Umdeutungen, politische Manöver und Streit. Die Bürger erleben eine Endlosschleife, in der Ideen auftauchen und verschwinden, ohne jemals zu einem echten Plan zu werden. Ein Verkehrskonzept ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Es ist Zeit, dass Crivitz endlich den Schritt wagt: mit Fachplanern, mit Bürgerbeteiligung, mit Mut zur Veränderung. Die Bürger haben ein Recht darauf zu wissen, welche Vorstellungen existieren – und ein Recht darauf, dass diese Vorstellungen endlich in ein echtes Konzept münden.

Fazit:

🅿️ Crivitz und die Parkplatzfrage! Von der Vision zur Verwirrung – eine Chronik kommunaler Planung.

01.Dez.2025 /P-headli.-cont.-red./469[163(38-22)]/CLA-305/44-2025

Die Crivitzer Parkplatz-Geschichte – Von kleinen Zahlen zu großen Fragen!

Es begann unscheinbar, fast beiläufig: Im Jahr 2018 tauchte die Idee auf, auf dem Gelände des alten Sparmarktes einen Ausweichparkplatz zu schaffen. Die Kosten sollten überschaubar sein – gerade einmal 11.900 €. Ein Betrag, der in den Haushaltsplänen kaum auffiel, aber doch Hoffnung weckte: Endlich eine Lösung für die angespannte Parksituation in der Innenstadt, endlich eine Perspektive, den Marktplatz von Autos zu befreien und ihn wieder als Ort der Begegnung zu nutzen.

Doch wie so oft in der Kommunalpolitik wuchs das Projekt mit den Jahren – und mit ihm die Kosten. Aus dem vermeintlichen Schnäppchen wurde ein Prestigeprojekt: 26 Stellplätze für ca. 156.000 €, also stolze ca. 6.000 € pro Stück. Die Fläche wurde beräumt, ein Architekturbüro plante für weitere 25.000€, und schließlich entstand eine neue Parkplatzanlage, die nun als „Ausgleichsparkplätze“ firmiert. Auch die Grundstücksgeschichte selbst ist bemerkenswert: 2022 wurden Teilflächen des alten Sparmarktes verkauft – insgesamt rund 738 Quadratmeter für 40.700 Euro. Gleichzeitig genehmigte die Stadt eine Grundschuld über 1,8 Millionen Euro für den Erwerber. Der Rest der Fläche blieb in städtischer Hand und wurde für die neuen Parkplätze genutzt.

Doch die Logik dieser Ausgleichsflächen ist ebenso kompliziert wie die Geschichte selbst. Von den 26 Plätzen sollen 13 dauerhaft vermietet werden, die anderen 13 nur für maximal zwei Stunden frei nutzbar sein – im Jahr 2026. Damit sollen die 32 Stellplätze auf dem Marktplatz kompensiert werden, die künftig wegfallen sollen. Doch schon die einfache Rechnung zeigt: Ersatz, der zur Hälfte gleich wieder privatisiert wird, ist kein wirklicher Ersatz. Und außerdem fehlen immer noch sechs Stellplätze. Aus dem „Ausgleich“ wurde ein handfestes Ungleichgewicht.

Die Diskussion darüber wurde im September 2025 erneut entfacht. Ein Antrag zur Widernutzung des Marktplatzes brachte das Thema zurück auf die Tagesordnung. Die CWG-Fraktion, die den Platz als Ruhezone und Ort der Begegnung versprochen hatte, musste erklären, warum die Ersatzfläche nicht ausreicht. Der Bauausschuss tagte auch unter Losung zu diesem Thema „10 Jahre Parkplatz auf dem Marktplatz“ – und stellte fest, dass die Dauervermietung zwar Einnahmen bringt, aber die öffentliche Nutzbarkeit einschränkt.

Ein Verkehrs- und Parkraumkonzept? Fehlanzeige. Seit über einem Jahrzehnt wurde keines erarbeitet. Stattdessen wurden punktuelle Maßnahmen in den vergangenen Jahren wie verlängerte Parkzeiten in einzelnen Straßen umgesetzt – ohne strategischen Zusammenhang.

Die Bürgermeisterin Frau Britta Brusch – Gamm ( CWG – Crivitz)   bestätigte im Juni 2025 die Freigabe der neuen Parkplatzanlage – vorerst kostenlos. Doch die Möglichkeit von Gebühren oder Zeitbegrenzungen bleibt offen. Parallel dazu kündigte sie Gespräche mit dem Ordnungsamt über Tempo-30-Zonen an – ein weiteres Thema, das bislang ohne klare Linie behandelt wurde.

Und so steht Crivitz heute vor einem Dilemma: Der Wunsch nach einem autofreien Marktplatz kollidiert mit der Realität einer Innenstadt, die auf Parkplätze angewiesen ist. Die Ersatzfläche ist da – aber nur zur Hälfte nutzbar. Die Bürger fragen sich: War das wirklich die Lösung? Oder nur ein teures Symbol?

Fazit mit Kopfschütteln: Ausgleich, der keiner ist!

Manchmal erzählt eine Zahl mehr als tausend Worte. 26 neue Parkplätze für ca. 156.000€ – das klingt nach einer Lösung für die Innenstadt. Doch wenn davon 13 gleich wieder dauerhaft vermietet werden, bleibt die Hälfte der Stellflächen für die Öffentlichkeit übrig. Und damit fehlen immer noch sechs, um die 32 Plätze des Marktplatzes zu ersetzen.

Die Crivitzer Parkplatzgeschichte ist damit mehr als eine Debatte über Stellplätze. Sie ist ein Symbol für kommunale Entscheidungsprozesse, die sich im Kreis drehen. Und sie zeigt, wie schnell aus einem Versprechen ein Kopfschütteln wird.

Nach etwa 70 Monaten beschließt der Bauausschuss in einer weiteren Probieraktion eine neue Parkdauer für einzelne Straßen?

24.Jan.-2024/P-headli.-cont.-red./333[163(38-22)]/CLA-170/08-2024

Die Fraktionen, der CWG-Crivitz und die LINKE/Heine haben nach 70 Monaten eine neue Dauer für das Parken in einzelnen Straßen beschlossen. Die Mehrheitsfraktionen der CWG und die Linke/Heine im Bauausschuss haben dabei eine 180 Grad Drehung seit März 2018 beim Thema Parkzeiten im Januar 2024 vorgenommen.

Es war eine schnelle und sehr selbstbezogene Diskussion im Januar 2024 im Bauausschuss, welcher nur einen Tagesordnungspunkt hatte (Beratung zu Parkzeiten in der Stadt Crivitz). Daher fokussierten einige Abgeordnete ihre eigene Rolle ausschließlich auf ihre eigene Notwendigkeit, ohne dabei den Blick über den Tellerrand zu schweifen und das Gemeinwohl im Blick zu behalten. Es gab eine mangelnde Vorbereitung und schlechte Ortskenntnisse einzelner Teilnehmer. In einer Zeit von vier Minuten und 40 Sekunden wurde die Beratung über Parkzeiten in der Stadt Crivitz in den insgesamt 11 Minuten der öffentlichen Sitzung abgehandelt (180 € für den Steuerzahler als Sitzungsgeld für 11 Minuten!)

Die Sitzung war gerade mal so beschlussfähig, da vier von sieben Abgeordneten nur anwesend waren. In gewohnter Manier glänzte die CDU-Fraktion (Crivitz und Umland) mit einer vollständigen Abwesenheit. Die Vertreter der CDU-Fraktion im Bauausschuss (Frau Beate Werner und Herr Henryk Krüger) waren in den vergangenen etwa 20 Monaten im Bauausschuss nie komplett vertreten, wenn überhaupt, dann nur teilweise oder gar nicht.

Warum ist das Thema Parkzeiten von einzelnen Straßen in dieser Sitzung im Januar 2024 auf der Tagesordnung und nicht bereits früher? Man teilte mit, dass ein angebliches Bürgerschreiben mit einigen Unternehmern Wünschen vorliegt und daher eine Entscheidung getroffen werden müsse. Es war merkwürdig, dass nur der Chef vom Bauausschuss (Herr Alexander Gamm) den Inhalt des Anwohnerschreibens bis zum Zeitpunkt dieser Sitzung kannte. Bis dahin haben weder die anderen Abgeordneten noch die Öffentlichkeit davon Kenntnis bekommen. Es ist erstaunlich, dass keine öffentliche Beschlussvorlage erarbeitet wurde, obwohl bereits klar war, was zu beschließen war. So viel Geheimnisvolles steckte also in der Neujahrssitzung des Bauausschusses im Jahr 2024?

Wie gewohnt wurde das Schreiben von dem Vorsitzenden in rätselhaften Fragmenten und Halbsätzen präsentiert, wobei besonders die Dauer des Parkens auf der Großen Straße, Parchimer Straße und dem Marktplatz hervorgehoben wurde. Die Dauer des Parkens in diesen Bereichen sollte auf zwei Stunden erhöht oder bestätigt werden. Einige Teilnehmer der Sitzung gaben an, dass ihre persönliche Lage es nur erfordert, eine halbe Stunde am Markt zu parken und sie keine längeren Wartezeiten beim Friseur hätten, doch letztlich wurde eine Mehrheit für diese Erhöhungen gefunden.

Das Parken in der Fritz-Reuter-Straße sollte nun angeblich von links nach rechts verlagert werden, um ein fehlerfreies Herausfahren zu ermöglichen. Auch in der Eichholzstraße wolle man ein versetztes Parken einfach mal so ausprobieren, einfach mal so von links nach rechts rüber legen.

Und so lautete auch der Tenor in der lediglich fünfminütigen Diskussion: Einfach mal so ausprobieren, so formulierte es der Vorsitzende und schon war auch der Beschluss gleichsam bereits gefasst. Es gab keine speziellen Gründe, Analysen oder Untersuchungen, keine Studien oder Fachämterbefragung, keine Befragungen oder Umfragen der Bürger, lediglich ein mysteriöses Anwohnerschreiben veranlasste die Mehrheit der Fraktionen CWG – Crivitz und die Linke / Heine dazu, eine 180 Grad-Drehung in Ihren Ansichten vorzunehmen.

Es ist allgemein öffentlich seit 12 oder 16 Monaten bekannt, dass Anträge von Einzelunternehmern zur Verlängerung des Parkens in der Parchimer Straße vorliegen. Ebenso wurde bereits im März 2023 die Parksituation in der Parchimer Str. diskutiert, in einer Anwohner-versammlung. Jedoch fand keine Debatte über die Parkplatzsituation in der gesamten Parchimer Straße statt, stattdessen lediglich in einzelnen Bereichen zur Parkdauer. Die Frage, welche Auswirkungen der plötzliche Wechsel der Ansichten der Mehrheitsfraktionen auf das plötzliche Anwohnerschreiben für die jüngsten Beschlüsse hatten, bleibt für die aktuelle Situation weiterhin offen. Es ist durchaus möglich, dass man alle anstehenden Aufgaben, aus der Vergangenheit noch rasch erledigt vor der Wahl, um dann ausschließlich erstklassige Ergebnisse als Mehrheitsfraktion von CWG-Crivitz und die LINKE /Heine präsentieren zu können!

Das Versprechen der Erarbeitung eines Parkraum- und Verkehrskonzept für die Stadt Crivitz bleibt auch nach wie vor nach 32 Monaten nur ein „VERSPRECHER“ der Mehrheitsfraktionen in der Stadtvertretung. Möglicherweise wird das Parkraum- und Verkehrskonzept im Flyer für die kommende Wahl als ein erneutes Versprechen einer Partei oder Wählergemeinschaft präsentiert. In der Stadt Crivitz ist dies sicherlich nicht mehr auszuschließen. Es ist letztlich eine Sache der Glaubwürdigkeit und der Haltung.

Kommentar/Resümee

Versuch und Irrtum Prinzip: Eine Methode zum Lernen? Bis jetzt ist es eine Blamage!

Einfach mal so, aus der kurzen Hand beschließen, ohne genaue Analyse.  Ein angebliches Anwohnerschreiben, welches mutmaßlich etwa vier Monate vor den Kommunalwahlen verfasst wird, führt dazu, dass man plötzlich seine Ansichten und Beschlüsse nach fast 6 Jahren seit dem letzten Beschluss revidiert, was alles schon sehr ungewöhnlich ist.

In der Großen Straße in der Höhe der Bushaltestelle vor einer Kurve ist es unverständlich, dass man in einem unübersichtlichen verkehrstechnischen Bereich bei vorbeirasenden Pkw und gegenüberliegenden packenden Pkw weiterhin zwei Stunden parken kann. Der Beschluss der Parkdauer an diesem Standort aus dem Jahr 2018 war sehr umstritten. Der Bauausschuss war grundsätzlich gegen eine Parkdauer von 2 Stunden, plädierte jedoch für eine Parkdauer von 0,5 Stunden aufgrund der verkehrstechnischen Lage. Die Fraktion der CWG – Crivitz und die LINKE lehnten den Vorschlag damals vehement ab.  Es ist anzunehmen, dass die Errichtung dieser Parktaschen mit zwei Stunden Parkzeit vor dieser Kurve und der Nutzung des Warenhauses auf der gegenüberliegenden Seite eng miteinander verbunden ist. Man kann dort übrigens auch mit 50 Km/h um die Kurve sausen! Es besteht Einigkeit unter befragten Bürgern, dass sich diese Parkflächen des Öfteren zu dauerhaften Dauerparkflächen entwickelt haben. Dies wird sich nun auch nicht innerhalb der kommenden vier Monate mehr ändern!

Auch zukünftig sollte die Innenstadt weiterhin gut mit dem Auto erreichbar sein und Besuchern, Beschäftigten und Anwohnern ausreichend Parkmöglichkeiten geboten werden. Das Ziel eines Parkraumkonzepts besteht darin, einen Ausgleich zwischen Parknutzung und den konkurrierenden verkehrlichen und städtebaulichen Ansprüchen herzustellen.

Aus diesem Grund sollten im Rahmen eines Parkraumkonzepts integrierte Handlungsansätze und Lösungsvorschläge entwickelt werden, um die bedarfsgerechte und wirksame Steuerung des ruhenden Verkehrs in Crivitz zu ermöglichen.

Welche „Doppelstrategie“ haben die Mehrheitsfraktionen von CWG und der LINKE/HEINE bezüglich der Kampagne für eine neue Kinderärztin?

12. Jan.-2024/P-headli.-cont.-red./328[163(38-22)]/CLA-165/03-2024

Frau Dr. Feldt, eine renommierte Kinderärztin, hat in den vergangenen Jahren wiederholt angekündigt, ihren Ruhestand anzutreten.  Sie hat es wirklich verdient. In Crivitz hat sie Generationen von Kindern betreut, und sie verfügt über eine hervorragende Expertise auf ihrem Gebiet. Sie hatte immer ein hohes Einfühlungsvermögen und so mancher jungen Mutti geholfen, wenn es mal etwas schwieriger wurde. Kurz und knapp: Es bedeutet einen Verlust für Crivitz und seine Umgebung.

Es war kein plötzliches Ereignis, vielmehr wurde der Rückzug bereits im Voraus den Eltern mitgeteilt, lediglich der genaue Zeitpunkt war bislang nicht bekannt. Obwohl immer wieder diskutiert wurde, dass eine Nachfolge möglich ist. So gab es mehrere Bewerbungen, aber leider vergeblich. Vielleicht waren es auch die Standortfaktoren, die eine Rolle spielten.

Für den Crivitzer Schaukasten war die Nachricht über die Schließung der Kinderarztpraxis sicherlich etwas Neues, als er am 09. Nov. 2023 darüber in den sozialen Medien in einem Artikel berichtete. Die meisten Eltern wussten frühzeitig Bescheid und konnten sich umorientieren nach Schwerin und Parchim. Einige Eltern haben es geschafft, ihre Kinder zu anderen Ärzten in Crivitz zu bringen, doch die meisten von ihnen sind in andere Regionen und Städte gezogen. Natürlich ist damit ein höherer Aufwand für die Eltern jetzt verbunden und ein hohes Maß an Organisation, welches ihnen sehr viel abverlangt. Respekt vor jedem Elternteil, der das so organisieren kann.

Umso erstaunlicher ist, dass die Bürgermeisterin sich in den sozialen Medien sofort und unmittelbar meldete und verkündete: „Wir sind bereits im Gespräch mit dem Landkreis für eine Kampagne. Wir geben Euch Nachricht, sobald wir damit in die Offensive gehen, damit wir eine große Reichweite bekommen. Gebt uns noch ein paar wenige Tage.“ (Crivitzer Schaukasten 09.11.2023)

Die Veröffentlichung dieser Angelegenheit durch eine junge Redakteurin der SVZ (Nadja Hoffmann), die scheinbar auch im Internet unterwegs war und stets einen direkten Kontakt zu Entscheidern in Crivitz haben soll, wurde fünf Tage später aufgegriffen und gedruckt. Es war erstaunlich, dass sie lediglich den Text aus den sozialen Netzwerken und einige Rückmeldungen der Besucher wiedergab. Es gab jedoch kein konkretes Interview mit der Bürgermeisterin oder eine genaue Recherche zur Sachlage bei diesem Thema. Dies ist vermutlich auf den sogenannten „Bürgermeisterbonus“ in der Berichterstattung der Redaktion zurückzuführen.

Die Redakteurin hat lediglich berichtet, dass das Thema bei der Bürgermeisterin Betroffenheit ausgelöst hat und die Hoffnung besteht, eine Nachfolge zu finden. („ Auch Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm habe die Nachricht extrem betroffen gemacht……Die Hoffnung sei, so schnell wie möglich eine Nachfolge zu finden – SVZ vom 15.11.2023“).

Mehr wurde darüber nicht berichtet? Also, das war es auch zu diesem Thema. Kein Radiosender oder Fernsehen berichtete darüber, auch im Kreistag war dieses Thema nicht auf der Tagesordnung. Es scheint auch, als hätten weder der Gesundheitsausschuss noch der Kulturausschuss über dieses Thema gesprochen noch eine Debatte darüber geführt oder es wurde von der Stadtvertretung behandelt.

Aus dem angekündigten Zeitraum „ein paar wenige Tage“ sind tatsächlich 60 Tage geworden, ohne dass etwas passiert ist. Es gibt keine Kampagne oder eine große Offensive, stattdessen gibt es keine großen Töne bis zum Wahltermin.

Könnte es sein, dass dieses Thema wieder erneut in einem Wahlprogramm einer Partei oder Wählergruppe zur Kommunalwahl auftaucht?

Kommentar/ Resümee

Es ist bemerkenswert, wie viel Diskussionsstoff in den sozialen Netzwerken herrscht und von Mandatsträgern dort klare zeitliche Vorgaben und Versprechen ausgesprochen werden. In den eigentlichen kommunalen Ausschüssen wird nicht darüber gesprochen, wo Angelegenheiten für das allgemein Wohl eigentlich beraten und entschieden werden sollten.

Erst die Erwartungen schaffen und dann nicht liefern. Was ist das denn?

Trotz der Tatsache, dass die Belange und Hinweise der niedergelassenen Ärzte in Bezug auf kommunale Daseinsvorsorge von Bedeutung sind, scheinen sie hier nicht berücksichtigt zu werden. Es ist zu erwarten, dass das Thema in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, indem es effizienter auf einer Bühne präsentiert wird, um der eigene personellen Präsenz in der Öffentlichkeit zu demonstrieren und eine Wiederwahl zu ermöglichen.

Offenbar wartet die Bürgermeisterin auf die Fertigstellung des Imagefilms für die Stadt Crivitz (bis zu ca. 10.000,00 € aus Steuergeldern), welchen sie dann als große Offensive persönlich darstellen und präsentieren kann.