đŸ…żïž Crivitz und die Parkplatzfrage! Von der Vision zur Verwirrung – eine Chronik kommunaler Planung.

01.Dez.2025 /P-headli.-cont.-red./469[163(38-22)]/CLA-305/44-2025

Die Crivitzer Parkplatz-Geschichte – Von kleinen Zahlen zu großen Fragen!

Es begann unscheinbar, fast beilĂ€ufig: Im Jahr 2018 tauchte die Idee auf, auf dem GelĂ€nde des alten Sparmarktes einen Ausweichparkplatz zu schaffen. Die Kosten sollten ĂŒberschaubar sein – gerade einmal 11.900 €. Ein Betrag, der in den HaushaltsplĂ€nen kaum auffiel, aber doch Hoffnung weckte: Endlich eine Lösung fĂŒr die angespannte Parksituation in der Innenstadt, endlich eine Perspektive, den Marktplatz von Autos zu befreien und ihn wieder als Ort der Begegnung zu nutzen.

Doch wie so oft in der Kommunalpolitik wuchs das Projekt mit den Jahren – und mit ihm die Kosten. Aus dem vermeintlichen SchnĂ€ppchen wurde ein Prestigeprojekt: 26 StellplĂ€tze fĂŒr ca. 156.000 €, also stolze ca. 6.000 € pro StĂŒck. Die FlĂ€che wurde berĂ€umt, ein ArchitekturbĂŒro plante fĂŒr weitere 25.000€, und schließlich entstand eine neue Parkplatzanlage, die nun als „AusgleichsparkplĂ€tze“ firmiert. Auch die GrundstĂŒcksgeschichte selbst ist bemerkenswert: 2022 wurden TeilflĂ€chen des alten Sparmarktes verkauft – insgesamt rund 738 Quadratmeter fĂŒr 40.700 Euro. Gleichzeitig genehmigte die Stadt eine Grundschuld ĂŒber 1,8 Millionen Euro fĂŒr den Erwerber. Der Rest der FlĂ€che blieb in stĂ€dtischer Hand und wurde fĂŒr die neuen ParkplĂ€tze genutzt.

Doch die Logik dieser AusgleichsflĂ€chen ist ebenso kompliziert wie die Geschichte selbst. Von den 26 PlĂ€tzen sollen 13 dauerhaft vermietet werden, die anderen 13 nur fĂŒr maximal zwei Stunden frei nutzbar sein – im Jahr 2026. Damit sollen die 32 StellplĂ€tze auf dem Marktplatz kompensiert werden, die kĂŒnftig wegfallen sollen. Doch schon die einfache Rechnung zeigt: Ersatz, der zur HĂ€lfte gleich wieder privatisiert wird, ist kein wirklicher Ersatz. Und außerdem fehlen immer noch sechs StellplĂ€tze. Aus dem „Ausgleich“ wurde ein handfestes Ungleichgewicht.

Die Diskussion darĂŒber wurde im September 2025 erneut entfacht. Ein Antrag zur Widernutzung des Marktplatzes brachte das Thema zurĂŒck auf die Tagesordnung. Die CWG-Fraktion, die den Platz als Ruhezone und Ort der Begegnung versprochen hatte, musste erklĂ€ren, warum die ErsatzflĂ€che nicht ausreicht. Der Bauausschuss tagte auch unter Losung zu diesem Thema „10 Jahre Parkplatz auf dem Marktplatz“ – und stellte fest, dass die Dauervermietung zwar Einnahmen bringt, aber die öffentliche Nutzbarkeit einschrĂ€nkt.

Ein Verkehrs- und Parkraumkonzept? Fehlanzeige. Seit ĂŒber einem Jahrzehnt wurde keines erarbeitet. Stattdessen wurden punktuelle Maßnahmen in den vergangenen Jahren wie verlĂ€ngerte Parkzeiten in einzelnen Straßen umgesetzt – ohne strategischen Zusammenhang.

Die BĂŒrgermeisterin Frau Britta Brusch – Gamm ( CWG – Crivitz)   bestĂ€tigte im Juni 2025 die Freigabe der neuen Parkplatzanlage – vorerst kostenlos. Doch die Möglichkeit von GebĂŒhren oder Zeitbegrenzungen bleibt offen. Parallel dazu kĂŒndigte sie GesprĂ€che mit dem Ordnungsamt ĂŒber Tempo-30-Zonen an – ein weiteres Thema, das bislang ohne klare Linie behandelt wurde.

Und so steht Crivitz heute vor einem Dilemma: Der Wunsch nach einem autofreien Marktplatz kollidiert mit der RealitĂ€t einer Innenstadt, die auf ParkplĂ€tze angewiesen ist. Die ErsatzflĂ€che ist da – aber nur zur HĂ€lfte nutzbar. Die BĂŒrger fragen sich: War das wirklich die Lösung? Oder nur ein teures Symbol?

Fazit mit KopfschĂŒtteln: Ausgleich, der keiner ist!

Manchmal erzĂ€hlt eine Zahl mehr als tausend Worte. 26 neue ParkplĂ€tze fĂŒr ca. 156.000€ – das klingt nach einer Lösung fĂŒr die Innenstadt. Doch wenn davon 13 gleich wieder dauerhaft vermietet werden, bleibt die HĂ€lfte der StellflĂ€chen fĂŒr die Öffentlichkeit ĂŒbrig. Und damit fehlen immer noch sechs, um die 32 PlĂ€tze des Marktplatzes zu ersetzen.

Die Crivitzer Parkplatzgeschichte ist damit mehr als eine Debatte ĂŒber StellplĂ€tze. Sie ist ein Symbol fĂŒr kommunale Entscheidungsprozesse, die sich im Kreis drehen. Und sie zeigt, wie schnell aus einem Versprechen ein KopfschĂŒtteln wird.