😡Weniger Köpfe, mehr Kosten: 😢Der Stellenplan 2026 als teure Schein‑Sanierung!

26.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./490[163(38-22)]/CLA-326/15-2026

Crivitz steht an einem Punkt, an dem man nicht mehr nur von „engem Spielraum“ sprechen kann, sondern von einer Stadt, die finanziell auf eine Wand zusteuert – und zwar mit Tempo. Wer in den neuen Haushaltsplan und den Stellenplan 2026 schaut, sieht nicht einfach ein paar Tabellen mit Zahlenkolonnen, sondern ein Bild, das viel über die politische Steuerung der Stadt, über Prioritäten und über den Umgang mit Verantwortung erzählt. Und je genauer man hinschaut, desto deutlicher wird: Hier wird nicht ehrlich saniert, hier wird auf dem Papier beruhigt, während im Hintergrund die Kosten explodieren und die Strukturen aus dem Gleichgewicht geraten.

Am Anfang steht die nackte Haushaltslage. Im Ergebnishaushalt klafft 2026 ein Loch von 996.000 €, im Finanzhaushalt fehlen sogar 1.105.100 €. Die liquiden Mittel rutschen bereits 2026 ins Minus – rund –741.308 € – und fallen bis 2029 auf etwa –1,77 Mio. €. Die Rücklagen sind nahezu vollständig aufgebraucht, der Puffer ist weg. Ab 2027 gelingt der Haushaltsausgleich selbst rechnerisch nicht mehr, das heißt: Crivitz kann seine laufenden Ausgaben nicht mehr aus eigener Kraft decken. Damit ist klar, was viele Verantwortliche in der CWG – Crivitz dominierten Stadtspitze noch gern weich formulieren: Die Stadt steuert unausweichlich auf ein Haushaltssicherungskonzept zu, also auf eine Phase, in der andere – Aufsichtsbehörden, Rechtsaufsicht, Vorgaben – mitbestimmen, was vor Ort noch möglich ist und was nicht. In genau dieser Lage legt die Stadtspitze nun den neuen Stellenplan 2026 vor. Und dieser Stellenplan ist kein neutrales Verwaltungsdokument, sondern ein politisches Signal.

Auf dem Papier stehen 132 Stellen. Tatsächlich arbeiten aber nur noch 118 Menschen für Crivitz – acht weniger als im Vorjahr. Einige Stellen sind unbesetzt, andere gestrichen, wieder andere in winzige Stundenanteile zerlegt, die kaum noch arbeitsfähig sind. Wer nur die Tabellen liest, könnte meinen: „Die Stadt spart Personal, sie verschlankt sich, sie reagiert auf die Krise.“ Doch das Gegenteil ist der Fall. Während die Zahl der Köpfe sinkt, steigen die Personalkosten weiter an.

Alle real wegfallenden Stellen

Höhergruppierungen, neue Strukturen, zusätzliche Stundenanteile, steigende Jahressonderzahlungen und absehbare Tarifsteigerungen sorgen dafür, dass Crivitz mit weniger Personal künftig mehr bezahlen muss.

Höhergruppierung – Gesamt: 2026

Schon 2026 steigt die Jahressonderzahlung auf 85 % des Bruttogehalts – ein kräftiger Kostentreiber, der alle Bereiche betrifft. Ab Mai 2027 beginnt die nächste Tarifrunde im öffentlichen Dienst, mit erwarteten rund drei Prozent Mehrkosten. Jede Höhergruppierung, die heute beschlossen wird, wirkt dann wie ein Verstärker: höhere Grundgehälter, höhere Sozialabgaben, höhere Folgekosten in jeder künftigen Tarifrunde. Das ist kein einmaliger Effekt, sondern eine dauerhafte Belastung. Weniger Mitarbeiter bedeuten also nicht weniger Kosten – im Gegenteil: Die Stadt wird mit weniger Köpfen künftig deutlich mehr bezahlen müssen.

Alle Stundenreduzierungen

Der Stellenplan vermittelt damit kein Bild von Stabilität, sondern wirkt wie eine Scheinsanierung auf dem Papier. Nach außen sieht alles ordentlich aus: Tabellen, Spalten, Summen.

Alle neu geschaffenen / neu zugeordneten Stellen

Doch hinter dieser Fassade stehen steigende Kosten, sinkende Personalstärke und eine Haushaltslage, die ab 2027 endgültig kippt. Der Stellenplan 2026 in Crivitz reduziert Personal, ohne Kosten langfristig zu senken. Er schafft neue Strukturen, ohne Aufgaben klar zu definieren. Er erhöht die langfristigen Ausgaben, obwohl die Stadt kurz vor der finanziellen Handlungsunfähigkeit steht. Im Kern ist er ein Dokument, das Stabilität vorgibt, aber Instabilität erzeugt.

Der Bauhof – ein Bereich wird geschwächt und gleichzeitig verteuert

Der Bauhof ist einer der Bereiche, in denen die Folgen des Stellenplans 2026 am deutlichsten sichtbar werden. Er ist kein „nice to have“, sondern eine zentrale Pflichtaufgabe der Stadt: Grünflächenpflege, Winterdienst, Straßenunterhaltung, Spielplätze, Friedhofspflege, Reparaturen im gesamten Stadtgebiet – alles Dinge, die man sofort merkt, wenn sie nicht mehr funktionieren. Und doch ist der Bauhof 2026 zu einem der teuersten Bereiche geworden, nicht weil dort plötzlich Luxus betrieben würde, sondern weil politische Entscheidungen getroffen wurden, die tief in die Kostenstruktur eingreifen, ohne auf einer soliden Grundlage zu stehen. Anfang Januar 2026 wurden mehrere Mitarbeiter des Bauhofs höhergruppiert – nicht um eine Stufe, sondern gleich um zwei Entgeltgruppen, von EG 4 auf EG 6, was einer Kostensteigerung von rund 60 % pro Stellen entspricht. Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne vorherige Beratung in den Ausschüssen, ohne Beteiligung der Stadtvertretung, ohne eine interne Leistungsverrechnung, ohne eine Analyse der tatsächlichen Arbeits‑ und Maschinenstunden und ohne eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. Mit anderen Worten: Es wurden Fakten geschaffen, die den Haushalt über Jahre belasten, ohne dass die Stadt überhaupt genau weiß, wie viel Leistung an welcher Stelle erbracht wird oder ob diese Höhergruppierungen tariflich und inhaltlich gerechtfertigt sind.

Stellenplan Bauhof 2026

Dabei ist genau das der entscheidende Punkt: Crivitz verfügt bis heute über keine funktionierende interne Leistungsverrechnung. Es gibt keine systematische Erfassung, wie viele Mitarbeiterstunden in welche Aufgaben fließen, wie viele Maschinenstunden für welche Produkte anfallen, wie hoch die tatsächlichen Kosten pro Leistungseinheit sind. Seit 12 Jahren wurden Entscheidungen über Personal und Technik getroffen, ohne diese Datenbasis aufzubauen. Unsere Auswertungen der vorhandenen Maschinen‑ und Mitarbeiterstunden zeigen, dass viele Abläufe eher historisch gewachsen als betriebswirtschaftlich gesteuert sind. Es gibt Bereiche, in denen Maschinen regelmäßig im Einsatz sind, ohne dass klar ist, ob sich dieser Einsatz gegenüber einer Fremdvergabe rechnet. Es gibt Tätigkeiten, die von höhergruppierten Mitarbeitern erledigt werden, obwohl sie inhaltlich eher einfachen Aufgaben entsprechen. Und es gibt keine belastbare Grundlage, um zu sagen: „Diese Höhergruppierung ist durch nachweisbar anspruchsvollere Aufgaben gerechtfertigt.“

Haushaltsplan 2026 – Bauhof – Personalauszahlungen

Schaut man in die Haushaltszahlen, wird die Schieflage noch deutlicher. Die Vergütungen für die Arbeitnehmer im Bauhof liegen 2026 bei rund 416.500 Euro, 2027 bereits bei 459.600 Euro, 2028 bei 475.100 Euro und 2029 bei 490.700 Euro. Das bedeutet: Weniger Personal verursacht Jahr für Jahr höhere Kosten. Parallel dazu zeigt der Haushaltsplan für die gesamten Personalkosten des Bauhofs 550.500 Euro im Jahr 2025, 536.000 Euro im Jahr 2026 und 592.100 Euro im Jahr 2027. 2026 sinken die Personalkosten rechnerisch leicht, doch das liegt ausschließlich daran, dass weniger Mitarbeiter vorhanden sind; bereits 2027 steigen sie sprunghaft an – nicht wegen neuer Aufgaben, sondern wegen der höheren Entgeltgruppen und der Tarifsteigerung, die sich auf einem höheren Niveau fortschreibt. Der Stellenplan suggeriert also Entlastung, während die tatsächliche Kostenkurve nach oben zeigt.

Mitarbeiterstundenkosten 2026 und 2027

Wir rechnen mit den offiziellen Zahlen:

2026

Personalkosten: 536.000 € Beschäftigte: 8 VzÄ Arbeitsstunden pro Jahr: 8 × 1.680 = 13.440 Stunden

➡️ Kosten pro Mitarbeiterstunde 2026: 39,88 €

2027

Personalkosten: 592.100 € Beschäftigte: 8 VzÄ Arbeitsstunden: 13.440

➡️ Kosten pro Mitarbeiterstunde 2027: 44,06 €

Um die tatsächliche Lage zu verstehen, reicht es nicht, nur auf die Tabellen des Stellenplans zu schauen. Erst die Auswertung der Mitarbeiterstunden und Maschinenstunden zeigt, wie tief die Probleme wirklich reichen. Weil die Stadt Crivitz seit Jahren keine interne Leistungsverrechnung führt, mussten wir die Zahlen aus dem Haushaltsplan selbst berechnen – und genau diese Berechnungen machen sichtbar, wie stark die Kosten steigen, obwohl die Leistung nicht wächst. 2026 arbeiten im Bauhof rechnerisch acht Vollzeitkräfte, was bei 1.680 Jahresstunden pro Stelle insgesamt 13.440 Arbeitsstunden ergibt. Teilt man die im Haushaltsplan ausgewiesenen Personalkosten von 536.000 Euro durch diese Stunden, ergibt sich ein Mitarbeiterstundensatz von 39,88 Euro. Ein Jahr später, 2027, bleibt die Zahl der Arbeitsstunden gleich, doch die Personalkosten steigen auf 592.100 Euro – der Stundensatz springt damit auf 44,06 Euro. Das bedeutet nicht, dass weniger gearbeitet wird, sondern dass jede einzelne Stunde für die Stadt deutlich teurer wird, weil die höheren Entgeltgruppen und die Tarifsteigerung auf einem höheren Niveau fortgeschrieben werden.

Maschinenstundenkosten 2026 und 2027

Da keine ILV existiert, müssen wir die Maschinenkosten aus den Haushaltsdaten ableiten:

Relevante Kosten 2026

  • Wartung/Instandhaltung Fahrzeuge: 24.200 €
  • Betriebsstoffe: 20.000 €
  • Abschreibungen Fahrzeuge: 39.700 €
  • Kfz‑Steuer: 1.800 €
  • Versicherungen: 5.800 €

➡️ Gesamte Maschinenkosten 2026: 91.500 €

Wir rechnen mit 1.000 Maschinenstunden pro Jahr (konservativer Ansatz).

➡️ Kosten pro Maschinenstunde 2026: 91,50 €

➡️ Kosten pro Maschinenstunde 2027: 91,10 €

Noch deutlicher wird die Schieflage bei den Maschinenstunden. Auch hier gibt es keine Erfassung, keine Steuerung und keine Transparenz. Wir mussten die Maschinenkosten aus Wartung, Betriebsstoffen, Abschreibungen, Versicherungen und Steuern selbst zusammenführen. Für 2026 ergeben sich so 91.500 Euro, für 2027 rund 91.100 Euro. Rechnet man konservativ mit 1.000 Maschinenstunden pro Jahr, kostet jede Maschinenstunde rund 91 Euro. Das ist ein außergewöhnlich hoher Wert für eine Stadt mit überschaubarer Gebäudetechnik und einfachen Einsatzprofilen, und er wäre nur dann gerechtfertigt, wenn die Maschinen hochkomplexe oder besonders anspruchsvolle Aufgaben erfüllen würden – was in Crivitz nicht der Fall ist. Gleichzeitig bleiben die Maschinenkosten hoch, obwohl keine großen Neuinvestitionen geplant sind: Wartung, Betrieb, Ersatzteile – all das läuft weiter, ohne dass die Stadt sagen kann, wie teuer eine Maschinenstunde tatsächlich ist und ob die vorhandenen Kapazitäten effizient genutzt werden. Weil die Stadt nicht erfasst, wie viele Maschinenstunden tatsächlich gefahren werden, kann niemand beurteilen, ob diese Kosten wirtschaftlich sind, ob Überkapazitäten bestehen oder ob bestimmte Arbeiten günstiger extern vergeben werden könnten.

Genau hier entsteht der zentrale Widerspruch: Der Bauhof hat weniger Personal als früher, aber die Kosten pro Stunde steigen deutlich. Die Maschinenkosten bleiben hoch, obwohl die Stadt nicht weiß, wie viele Stunden tatsächlich geleistet werden. Und weil es keine Leistungsverrechnung gibt, kann niemand beurteilen, ob die vorhandenen Ressourcen effizient eingesetzt werden oder ob die Stadt unbemerkt Geld verliert. Die Zahlen zeigen klar, dass Crivitz 2026 und 2027 mehr für jede einzelne Arbeits‑ und Maschinenstunde bezahlt, ohne dass die Stadt überhaupt weiß, wie viel Leistung sie dafür tatsächlich für andere Bereiche bekommt. Ohne Leistungsverrechnung bleibt der Bauhof ein Bereich, dessen Kosten nicht wirklich steuerbar sind. Die Bürger zahlen mehr – aber niemand kann ihnen transparent erklären, warum. Das ist kein Vorwurf an die Mitarbeiter, die ihre Arbeit zuverlässig erledigen, sondern ein strukturelles Problem: Die CWG – Crivitz dominierte Stadtspitze hat seit 12 Jahren schlichtweg es  versäumt, die Grundlagen zu schaffen, die für eine wirtschaftliche Steuerung notwendig wären. Und genau deshalb steigen die Kosten, obwohl die Leistung nicht steigt – nicht, weil weniger gearbeitet würde, sondern weil die Stadt ihre eigenen Abläufe nicht kennt und nicht steuern kann.

Die politische Verantwortung dafür liegt bei der Stadtspitze, die vorrangig von der CWG – Crivitz dominiert ist. Die Bürgermeisterin hat die Höhergruppierungen Anfang 2026 veranlasst, ohne die Stadtvertretung einzubeziehen und ohne die seit Jahren fehlende interne Leistungsverrechnung endlich aufzubauen. Sie hat damit Entscheidungen getroffen, die den Haushalt langfristig belasten, und das in einer Situation, in der die Stadt finanziell kaum noch Spielraum hat. Das widerspricht dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, der für Kommunen gesetzlich vorgeschrieben ist. Wer in einer solchen Lage Personalkosten dauerhaft erhöht, ohne die Leistung zu messen, handelt nicht vorsichtig, sondern risikoreich – und gefährdet die finanzielle Stabilität der gesamten Stadt.

Höhergruppierung der Hausmeister – Kosten rauf, Begründung fehlt: Die Hausmeister‑Höhergruppierung im Faktencheck

Die Höhergruppierung der Hausmeister ist ein Beispiel dafür, wie in Crivitz Entscheidungen getroffen wurden, deren Folgen weit über das hinausgehen, was man auf den ersten Blick erkennt. Innerhalb eines Jahres wurden 13 von 15 Hausmeisterstellen nicht nur leicht angepasst, sondern gleich um drei Entgeltgruppen – von EG 4 auf EG 7 – angehoben, obwohl sich die tatsächlichen Aufgaben in Schulen, Kitas und öffentlichen Gebäuden nicht grundlegend verändert haben. Die EG 7 setzt tariflich voraus, dass Beschäftigte komplexe technische Anlagen betreuen, anspruchsvolle Gebäudetechnik steuern oder besondere Verantwortung tragen, etwa für große, technisch hochgerüstete Liegenschaften. Genau diese Voraussetzungen liegen in Crivitz jedoch nicht vor, denn die städtischen Gebäude verfügen überwiegend über überschaubare, handwerklich gut beherrschbare Technik, die weder eine höhere technische Qualifikation noch eine gesteigerte Verantwortungsebene erfordert.

Hausmeister – Zusammenfassung Stellenplan 2026

Dennoch wurde das Gehaltsniveau deutlich angehoben – ein Schritt, der dauerhafte Mehrkosten im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr verursacht, ohne dass eine entsprechende Leistungssteigerung oder eine neue technische Komplexität nachweisbar wäre. Besonders schwer wiegt, dass diese Entscheidung mangels einer Tätigkeitsbewertung, und interne Leistungsverrechnung und Analyse der tatsächlichen Arbeitsinhalte getroffen wurde. Die Stadt weiß daher nicht umfassend, ob die Aufgaben überhaupt den tariflichen Anforderungen der EG 7 entsprechen oder ob die vorhandenen Ressourcen effizient eingesetzt werden. Statt von „mehr bezahlen und weniger leisten“ zu sprechen, muss man deshalb präziser formulieren: Crivitz hat ein höheres Gehaltsniveau eingeführt, ohne dass die objektiven Voraussetzungen für diese Entgeltgruppe erfüllt sind – und bindet sich damit an Kosten, die in einer angespannten Haushaltslage besonders schwer wiegen. Für die Bürger bedeutet das nicht pauschal, dass weniger gearbeitet wird, sondern dass die Stadt ein Vergütungsniveau gewählt hat, das eher zu technisch hochkomplexen Gebäuden passt als zu den realen Anforderungen vor Ort. Genau darin liegt das Problem: Die Entscheidung ist tariflich schwer begründbar und finanziell dauerhaft belastend, weil sie ohne Daten, ohne Bewertung und ohne transparente Grundlage getroffen wurde.

Während der Bauhof und Hausmeister also teurer werden, zeigt der Stellenplan an anderer Stelle ein völlig anderes Bild:

Das Bürgerhaus – der überraschende Gewinner

Das Bürgerhaus wird ausgebaut. Ausgerechnet ein freiwilliger Bereich, der nicht zu den gesetzlich vorgeschriebenen Kernaufgaben der Stadt gehört, erhält zusätzliche Stunden, neue Strukturen und teilweise sogar Aufwertungen. In einer Zeit, in der Crivitz finanziell kaum noch handlungsfähig ist, wirkt dieser Ausbau wie ein politisches Signal, das im direkten Widerspruch zur Haushaltslage steht.

Bürgerhaus, Bibliothek & Museum – Zusammenfassung Stellenplan 2026

Das Bürgerhaus ist zweifellos wichtig für das kulturelle Leben, für Begegnung, Veranstaltungen, Vereine. Aber es ist kein Pflichtbereich. Während im Bauhof Maschinenstunden fehlen, während in den Kitas über elf Prozent der Stellen verschwinden und während die Verwaltung an vielen Stellen auf Verschleiß läuft, wird hier ein Bereich gestärkt, der weder Einnahmen generiert noch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die zusätzlichen Stunden und Höhergruppierungen im Bürgerhaus bedeuten langfristig steigende Personalkosten – Kosten, die Crivitz ab 2027 im Haushaltssicherungskonzept kaum noch tragen kann. Besonders irritierend ist, dass dieser Ausbau nicht mit einer klaren Strategie hinterlegt ist. Es gibt keine nachvollziehbare Begründung, warum gerade jetzt mehr Personal notwendig sein soll, während gleichzeitig Pflichtaufgaben kaum noch erfüllt werden können. Für viele Bürger entsteht der Eindruck: Hier werden politische Vorlieben bedient, nicht die dringendsten Notwendigkeiten.

Kitas und Hort – der härteste Einschnitt

Am härtesten trifft der Stellenplan 2026 jedoch die Jüngsten: die Kitas und den Hort. Wer verstehen will, wie tief dieser Stellenplan in den Alltag der Menschen eingreift, muss nur hier hinschauen. In diesem sensiblen Bereich werden über elf Prozent der bisherigen Stellen gestrichen. Das ist kein kosmetischer Eingriff, sondern ein massiver Einschnitt in die Betreuungskapazität, in die Stabilität der Einrichtungen und in die Qualität der frühkindlichen Bildung. Und das in einer Zeit, in der die Anforderungen an Kitas und Hort eher steigen als sinken: größere Gruppen, mehr Förderbedarfe, komplexere Familienrealitäten, strengere gesetzliche Vorgaben.

Kita Crivitz & Wessin – Zusammenfassung Stellenplan 2026

Jede fehlende Stelle bedeutet weniger Zeit für Förderung, weniger Zeit für Gespräche mit Eltern, weniger Zeit für individuelle Zuwendung. Die verbleibenden Fachkräfte werden stärker belastet, Ausfälle lassen sich schwerer kompensieren, Vertretungen werden schwieriger. Eltern werden das spüren: längere Wartelisten, weniger Flexibilität bei den Betreuungszeiten, mehr Engpässe, mehr Unruhe im Alltag. Und wenn die Kinderbetreuung nicht mehr zuverlässig funktioniert, trifft das am Ende auch die Arbeitgeber in der Region – denn ohne verlässliche Betreuung können viele Eltern nicht oder nur eingeschränkt arbeiten.

Kindertagesstättenbedarfsplanung-2026 bis2029 Mit Prognose bis 2038– LK LUP-Oktober 2025-Fachdienst Jugend

Besonders bitter: Diese Einschnitte sind nicht unbedingt durch sinkende Kinderzahlen begründet, sondern durch die Haushaltslage. Bei gut vorbereiteten Leistungsverhandlungen zur Kita‑Finanzierung im Landkreis LUP – also dann, wenn alle Kosten und internen Leistungsverrechnungen transparent vorliegen – hat der Landkreis LUP bislang stets großzügig reagiert und Fördermittel zugesagt. Die Kitas und der Hort werden damit zum Opfer einer Finanzpolitik, die an anderer Stelle Strukturen ausbaut. Gleichzeitig steigen auch in diesem Bereich die Personalkosten pro Stelle: durch die 85prozentige Jahressonderzahlung 2026, durch die ab Mai 2027 erwartete Tarifsteigerung von rund drei Prozent und durch die allgemeinen Sozialabgaben. Die Stadt spart also nicht wirklich – sie verliert Personal und zahlt gleichzeitig mehr. Das ist sozialpolitisch fragwürdig und finanziell kurzsichtig.

Ein Stellenplan, der Stabilität verspricht, aber Instabilität erzeugt

Wenn man all diese Bereiche zusammennimmt – Bauhof, Bürgerhaus, Kitas, Verwaltung – entsteht ein Bild, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Stellenplan zieht: Dort, wo die Stadt eigentlich stabilisieren müsste, wird geschwächt. Dort, wo sie sich Zurückhaltung auferlegen müsste, wird ausgebaut. Pflichtaufgaben werden ausgedünnt, freiwillige Bereiche gestärkt. Die Zahl der Mitarbeiter sinkt, die Personalkosten steigen. Die liquiden Mittel rutschen ins Minus, die Rücklagen sind aufgebraucht, der Haushaltsausgleich gelingt ab 2027 nicht mehr. Und trotzdem werden Entscheidungen getroffen, die die Kostenstruktur dauerhaft nach oben treiben. Der Stellenplan 2026 ist damit kein Instrument der Konsolidierung, sondern ein Dokument, das die kommenden Kostensteigerungen bereits heute festschreibt. Er schafft keine Entlastung, sondern verlagert Belastungen in die Zukunft – in eine Zukunft, in der Crivitz finanziell noch weniger Spielraum haben wird als heute. Er vermittelt nach außen den Eindruck von Ordnung und Steuerung, während im Inneren neue Risiken aufgebaut werden. Er ist eine Sanierung auf dem Papier, aber eine teure Makulatur in der Realität.

Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Die Stadt wird in den nächsten Jahren schwierige Entscheidungen treffen müssen – nicht, weil „plötzlich“ alles teurer geworden ist, sondern weil seit 12 Jahren hinweg Strukturen aufgebaut und Entscheidungen getroffen wurden, ohne die langfristigen Folgen ehrlich zu benennen. Die fehlende interne Leistungsverrechnung, die jahrzehntelang unterlassene Auswertung von Maschinen- und Mitarbeiterstunden, die großzügigen Höhergruppierungen ohne belastbare Datengrundlage, der Ausbau freiwilliger Bereiche bei gleichzeitigen Einschnitten in Kitas und Hort – all das sind keine Naturereignisse, sondern politische Entscheidungen.

Fazit:

Genau deshalb ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger verstehen, was hinter den Tabellen steht. Es geht nicht nur um Zahlen, es geht um den Winterdienst vor der Haustür, um die Spielplätze der Kinder, um die Verlässlichkeit der Kita, um die Pflege der Friedhöfe, um Kulturangebote im Bürgerhaus – und um die Frage, ob Crivitz in einigen Jahren noch selbst über diese Dinge entscheiden kann oder ob andere darüber bestimmen. Der jetzige Kurs führt in ein Haushaltssicherungskonzept, in dem vieles nicht mehr freiwillig, sondern vorgeschrieben sein wird.

😡Crivitz Finanzkrise 2026: Feuerwehrleistungen auf dem Prüfstand – Stadtspitze ohne Einschnitte!

22.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./489[163(38-22)]/CLA-325/14-2026

Im Frühjahr 2026 steht die Stadt Crivitz an einem Wendepunkt ihrer kommunalen Geschichte. Die Haushaltslage ist so dramatisch angespannt, dass die CWG – Crivitz dominierende  Stadtspitze gezwungen ist, den zweiten Sanierungsschritt einzuleiten – einen Schritt, der tief in das soziale, ehrenamtliche und sicherheitsrelevante Gefüge der Stadt eingreift. Der Haushalt 2026 weist eine Liquiditätsentwicklung bis 2029 von3.089.606 € aus, ein Defizit, das sich über Jahre aufgebaut hat und Crivitz nun unweigerlich in eine strukturelle Haushaltsnotlage führt.

Es gibt Momente im Leben einer Stadt, die wie ein Schlaglicht wirken: Sie zeigen, wer wir sind, was wir wertschätzen und wen wir bereit sind zu belasten, wenn es eng wird. Der 28. Mai 2026 wird ein solcher Moment für Crivitz sein – ein Tag, an dem sich entscheidet, wie diese Stadt mit denen umgeht, die sie schützen. Denn an diesem Tag soll die Stadtvertretung darüber entscheiden, die Aufwandsentschädigungen der Freiwilligen Feuerwehren drastisch zu kürzen – jener Menschen also, die nachts aus dem Bett springen, wenn Sirenen heulen, die in brennende Häuser laufen, während andere fliehen, die bei Unfällen Erste Hilfe leisten, Keller auspumpen, Sturmschäden beseitigen und in Katastrophenlagen das Rückgrat der öffentlichen Sicherheit bilden.

Wie konnte es dazu kommen? Am 09. Februar 2026, so heißt es in der Vorlage, informierte Herr Markus Eichwitz zentrale Figur der CWG – Crivitz und 1. stellv. Bürgermeister – und seit März 2026 offizieller Landtagskandidat der SPD für die Landtagswahl im September 2026, den Hauptausschuss über „erneute Änderungen und Anpassungen“ der Aufwandsentschädigung der ehrenamtlich Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Crivitz (Crivitz, Wessin und Gädebehn). Ein nüchterner Satz, ein unscheinbarer Hinweis – doch niemand im Raum ahnte, welche Tragweite diese Worte haben würden. Niemand wusste, dass hinter diesen „Anpassungen“ plötzlich die Idee steckte, ausgerechnet die Entschädigungsverordnung der Feuerwehr anzutasten. Keine Vorwarnung.Keine Debatte. Kein Hinweis in den vorangegangenen Beratungen. Plötzlich stand die Feuerwehr auf der Streichliste – ohne jede politische Vorbereitung, ohne jede öffentliche Diskussion, ohne jede Einbindung der Betroffenen.

Und währenddessen?Bleiben die Entschädigungen der politischen Führung unangetastet – ja, sie wurden erst im März 2025 massiv deutlich erhöht. Während die Feuerwehr sparen soll, steigen die Zahlungen an Bürgermeisterin, Stellvertreter, Fraktionsvorsitzende und Ausschussmitglieder mit Sockelbetrag weiter an. Es entsteht ein Bild, das politisch explosiv ist: Diejenigen, die schützen, sollen verzichten. Diejenigen, die entscheiden, bleiben verschont.

Ein Haushalt im freien Fall

Die Haushaltszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bereits im Jahr 2024 war die Stadt nur noch durch Rücklagenentnahmen in der Lage, den Haushalt auszugleichen. 2025 wurde die Lage kritisch, 2026 ist sie existenziell. Die Liquidität rutscht ins Minus, die Rücklagen sind nahezu aufgebraucht, und die Stadt befindet sich faktisch im Kassenkredit. Die Haushaltsplanung zeigt, dass die Stadt ab 2027 keinen Haushaltsausgleich mehr erreichen kann. Die Defizite der Folgejahre im Ergebnishaushalt:
• 2027: –837.900 €
• 2028: –599.100 €
• 2029: –647.500 €

Die Defizite im Finanzhaushalt:
• 2027: –888.400 €
• 2028: –1.004.200 €
• 2029: –695.100 €

Die Entwicklung der Folgejahre für die Liquidität:• 2026: –501.906,71 €• 2027: –1.390.306,71 €• 2028: –2.394.506,71 €• 2029: –3.089.606,71 €

Die Folge für die nächsten Jahre: Sparmaßnahmen auf allen Ebenen, insbesondere bei freiwilligen Leistungen. Diese freiwilligen Leistungen umfassen auch die Aufwandsentschädigungen der Freiwilligen Feuerwehren – eine symbolische Anerkennung für Menschen, die ihre Freizeit und oft ihre Gesundheit riskieren, um Leben zu retten und Sachwerte zu schützen. Doch genau diese Entschädigungen sollen nun gekürzt werden.

Die Kürzung trifft die Falschen

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Schieflage:

Während die Feuerwehrentschädigungen um fast 30 % sinken, steigen die Zahlungen an die politischen Gremien weiter an. Die Feuerwehr, die in Crivitz, Wessin und Gädebehn ehrenamtlich tätig ist, soll künftig mit 54.300 € auskommen – ein Rückgang um über 21.000 € gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig erhöhen sich die Entschädigungen für Bürgermeisterin, Stellvertreter, Fraktionsvorsitzende und Ausschussmitglieder auf 98.000 €. Vor diesem Hintergrund wird nun die Kürzung der Aufwandsentschädigungen für die freiwilligen Feuerwehren als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung präsentiert.

Die Hauptsatzung als Wendepunkt: Die Grundlage dieser Entwicklung liegt in der Hauptsatzungsänderung vom März 2025. Sie brachte eine deutliche Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für die Stadtspitze und die politischen Gremien. So haben die CWG ‑ Crivitz und die CDU‑Fraktion gemeinsam die Anhebung der Aufwandsentschädigungen für die kommunalen Spitzenämter der Stadt Crivitz beschlossen.


Nach § 8 der Hauptsatzung erhalten seither:

  • Die Bürgermeisterin eine monatliche Entschädigung von 3.000 €, (zuzüglich einer monatlichen Fahrkostenpauschale von 120,00€)
  • Der 1. Stellvertreter 600 €, der 2. Stellvertreter 300 €, monatlich,
  • Fraktionsvorsitzende 120 €,monatlich,
  • Vorsitzende der Ortsteilvertretungen 180 €, monatlich,
  • Alle Mitglieder der Stadtvertretung und der Ortsteilvertretungen erhalten für die Teilnahme an Sitzungen der Stadtvertretung, der Ortsteilvertretungen, der Ausschüsse und der Fraktionen, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von 40,00€, Ausschussvorsitzende 60 €, pro Sitzung.
  • Die Mitglieder der Stadtvertretung erhalten zusätzlich zur sitzungsbezogenen Aufwandsentschädigung einen monatlichen Sockelbetrag in Höhe von 50,00€, sofern sie keine funktionsbezogene Aufwandsentschädigung erhlaten.
  • Sachkundige Einwohner und Mitglieder des Seniorenbeirats erhalten ebenfalls 40 € Sitzungsgeld, pro Sitzung.
  • Die oder der Vorsitzende des Senioren-und Behindertenbeirates erhält für jede geleitete Sitzung des Senioren- und
  • Behindertenbeirates ein Sitzungsgeld in Höhe von 60,00 €.

Diese Aufwandsentschädigungen sind abgabenfrei und steuerlich begünstigt. Für sich genommen ließe sich darüber gewiss diskutieren. Brisant wird es jedoch dort, wo dieselben Funktionsträger öffentlich betonen, sie übten ihre Aufgaben ausschließlich im Geiste des Ehrenamts aus – während die finanziellen Rahmenbedingungen ihrer Ämter zugleich spürbar verbessert wurden. Diese Beträge summieren sich zu einem Gesamtvolumen, das die Haushaltsansätze der Vorjahre deutlich übersteigt. Die Erhöhung wurde beschlossen, obwohl die Haushaltslage bereits massiv kritisch war. Die Feuerwehrentschädigungen hingegen sollen nun gekürzt werden.

Die Feuerwehr – von 2019 bis 2026 Schritt für Schritt entwertet

Damit Sie verstehen, wie tief die Einschnitte wirklich gehen, muss man die Entwicklung der letzten Jahre betrachten. Die Stadt hat die Anerkennung der Feuerwehr nicht erst 2026 gekürzt – sie hat sie systematisch zurückgefahren, nachdem sie 2021 noch einmal ausgebaut worden war.

1. Monatliche Pauschalen – Gewinner oben, Verlierer unten

2019 → 2026:

  • Gemeindewehrführer: 250 € → 310 € (+60 €)
  • Stellv. Gemeindewehrführer: 150 € → 155 € (+5 €)
  • Zugführer Crivitz: 100 € → 75 € (–25 €)
  • Gruppenführer Crivitz/Wessin/Gädebehn: 70 € → 50 € (–20 €)
  • OWF Gädebehn: 180 € → 150 € (–30 €)
  • Stellv. OWF Gädebehn: 90 € → 75 € (–15 €)

Kernaussage:
Während also die Spitze der Feuerwehrführung exakt auf den Landes-Höchstsatz angehoben wird, verliert die breite Basis der Führungskräfte zwischen 15 und 30 Euro monatlich, und das in einer Zeit, in der die Anforderungen an Ausbildung, Dokumentation und Einsatzbereitschaft stetig steigen.

2. Jugendfeuerwehr – besonders hart getroffen

2019 → 2026:

  • JFw Gädebehn: 140 € → 70 € (–70 € / Halbierung)
  • Stv. JFw Gädebehn: 100 € → 35 € (–65 €)
  • Stv. JFw Crivitz/Wessin: 100 € → 70 € (–30 €)

Kernaussage:
Gerade die Nachwuchsarbeit – das Herzstück jeder Feuerwehr – wird massiv entwertet. Die Botschaft ist klar: Die großen Einheiten werden geschont, die kleinen Ortsteile zahlen den Preis.

3. Einsatzentschädigung – erst erhöht, dann zurückgenommen

  • 2019: 10 € pro Einsatz
  • 2021: 15 € pro Einsatz
  • 2026: wieder 10 €

Kernaussage:
Die 2021 beschlossene Verbesserung wird vollständig zurückgenommen.

4. Ausbildungsleistungen – fast vollständig gestrichen

2019–2021:

  • 15 € pro Standortausbildung
  • 25–50 € pro Lehrgang an der Kreisfeuerwehrschule
  • 25 € pro Tag an der Landesfeuerwehrschule
  • 10 € für Betreuer der Jugendfeuerwehr
  • 15 € für Belastungsübungen

2026:

  • nur noch 5 € pro Ausbildungstag, gedeckelt auf 120 € pro Jahr
  • alle anderen Leistungen gestrichen

Kernaussage:
Ausbildung wird nicht mehr gefördert – sie wird entwertet.

5. Prämien für Dienstzeit – Anerkennung gestrichen

2019:
100 € (10 Jahre), 200 € (20), 300 € (30), 400 € (40), 500 € (50), bis 200 € für besondere Leistungen

2026:
125 € (20 Jahre), 225 € (30 Jahre)
Alles andere gestrichen.

Kernaussage:
Langjährige Treue wird nicht mehr honoriert. Damit verliert die Feuerwehr nicht nur finanzielle Anerkennung, sondern auch symbolische Wertschätzung für jahrzehntelanges Engagement.

Sparen bei den Rettern – ein fatales Signal

Die Freiwilligen Feuerwehren in Crivitz, Wessin und Gädebehn leisten jährlich hunderte Einsatzstunden – bei Bränden, Unfällen, Hochwasser und technischen Hilfeleistungen. Ihre Entschädigungen sind kein „Bonus“, sondern ein Zeichen der Wertschätzung.
Die geplante Kürzung auf 54.300 € bedeutet, dass weniger Mittel für Ausbildung, Ausrüstung und Anerkennung zur Verfügung stehen. Sie trifft die Basis der kommunalen Sicherheit – und sendet ein verheerendes Signal an alle Ehrenamtlichen. Währenddessen bleiben die Entschädigungen der Stadtspitze unangetastet. Die Bürgermeisterin erhält weiterhin 3.000 € monatlich, die Stellvertreter ihre festen Pauschalen, die Fraktionsvorsitzenden ihre Zuschläge. Die Stadtvertretung tagt regelmäßig – und jede Sitzung wird vergütet. Die Feuerwehr hingegen steht rund um die Uhr bereit – und soll nun sparen.

Ein Widerspruch, der Vertrauen kostet

Die Bürgerinnen und Bürger von Crivitz erleben eine paradoxe Situation:
Die Stadt ruft zur Sparsamkeit auf, kürzt bei den Rettern, aber erhöht bei sich selbst. Die Haushaltsnotlage wird als Begründung angeführt, doch die Zahlen zeigen, dass die Einsparungen bei der Feuerwehr kaum zur Haushaltsstabilisierung beitragen. Die Differenz zwischen 2025 und 2026 beträgt rund 21.700 € – ein Betrag, der im Gesamtdefizit von über 3 Millionen € kaum ins Gewicht fällt. Die Erhöhung der politischen Entschädigungen hingegen kostet die Stadt fast denselben Betrag – nur in die andere Richtung.

Was bleibt: Die Frage nach der Gerechtigkeit

Am 28. Mai 2026 soll die Kürzung der Feuerwehrentschädigungen beschlossen werden. Für viele Bürger ist das nicht nur eine finanzielle, sondern eine moralische Frage.
Wie kann eine Stadtvertretung, die sich selbst höhere Entschädigungen gewährt, gleichzeitig die freiwilligen Retter kürzen?
Wie kann man von Solidarität sprechen, wenn die Lasten ungleich verteilt werden?

Die Haushaltslage ist ernst, keine Frage. Doch Sparen darf nicht zur Ungerechtigkeit werden. Die Feuerwehr verdient Respekt und Unterstützung – gerade in Zeiten, in denen die Stadt auf ihre Einsatzbereitschaft angewiesen ist. Die politische Führung sollte mit gutem Beispiel vorangehen und ihre eigenen Entschädigungen einfrieren, bis die Haushaltslage stabil ist.

Fazit

😢 Crivitz 2026: Wenn das Sparen verlernt wurde, zahlen alle anderen die Zeche!

18.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./488[163(38-22)]/CLA-324/13-2026

Crivitz 2026: Wenn die Ausgaben explodieren und die politische Verantwortung sinkt!🙄

Es gibt politische Momente, die wirken wie aus einem Stück, das man schon zu oft gesehen hat: Man weiß, was kommen müsste, man weiß, was richtig wäre – und trotzdem entscheidet die Mehrheit anders. Genau so ein Moment spielte sich im Haupt- und Finanzausschuss ab, jenem Gremium, das in Crivitz längst nicht nur verwaltet, sondern die Richtung vorgibt. Dort, wo die CWG Crivitz seit Jahren die Mehrheit hält, wurde im Mai 2026 eine Entscheidung getroffen, die man als „richtungsweisend“ bezeichnet – obwohl sie in Wahrheit nur zeigt, wie sehr man die Richtung verloren hat. Und genau an diesem Punkt beginnt das eigentliche Problem: Denn statt innezuhalten, statt die Ursachen zu prüfen, statt Verantwortung zu übernehmen, griff man reflexartig zu einer Maßnahme, die längst zum politischen Automatismus geworden ist.

Ergebnishaushalt 2026

  • Erträge: 11.786.000 €
  • Aufwendungen: 13.291.900 €
  • Jahresfehlbetrag vor Rücklagen: –1.505.900 €
  • Nach Rücklagenentnahme verbleibt einFehlbetragin Höhe von : –996.000 €

Finanzhaushalt 2026

  • Laufende Einzahlungen: 11.178.100 €
  • Laufende Auszahlungen: 12.283.200 €
  • ein jahresbezogener Saldo von: –1.105.100 €

Denn als erste Maßnahme zur Bewältigung eines Haushalts, der im Jahr 2026 ein Jahresergebnis von –996.000 € im Ergebnishaushalt und ein Defizit von –1.105.100 € im Finanzhaushalt ausweist, beschloss der Ausschuss nicht etwa Sparmaßnahmen, keine Ausgabenkontrolle, keine strukturellen Korrekturen – sondern eine sofortige, rückwirkende Steuererhöhung ab dem 01.01.2026. Zahlen, die nicht nur alarmieren, sondern eigentlich jede politische Routine zum Stillstand bringen müssten. Und das Bemerkenswerte daran ist nicht nur der Inhalt, sondern die politische Begleitmusik: Ausgerechnet die CDU‑Fraktion und das Bündnis für Crivitz, die seit Monaten betonen, man müsse endlich die Ausgaben in den Blick nehmen, haben dieser Maßnahme zugestimmt.

Liquidität

  • Saldo … zum 31.12. des Haushaltsjahres: -501.906,71

Damit haben ausgerechnet jene Fraktionen ( CDU – Fraktion und Bündniss für Crivitz [BfC]), die sich selbst als Anwälte der Steuerzahler, der mittelständischen Betriebe und der ländlichen Räume darstellen, als erste zugestimmt, genau diese Gruppen stärker zu belasten. Das ist nicht nur ein politischer Widerspruch – es ist ein stiller Bruch mit dem eigenen Wahlklientel. Man könnte meinen, sie hätten den Überblick verloren. Oder die Geduld. Oder ihr Wahlklientel. Vielleicht alles zusammen. Es wirkt fast, als hätten Fraktionen zu lange im politischen Sonnenlicht gestanden, dass ihnen die Zahlen nicht mehr klar vor Augen standen – oder als hätten sie vergessen, dass sie eigentlich angetreten waren, um die Ursachen zu bekämpfen, nicht die Symptome.

Und was kommt danach? Die Defizite der Folgejahre im

Ergebnishaushalt
• 2027: –837.900 €
• 2028: –599.100 €
• 2029: –647.500 €

Die Defizite der Folgejahre im Finanzhaushalt:
• 2027: –888.400 €
• 2028: –1.004.200 €
• 2029: –695.100 €

Denn wer die Haushaltslage wirklich kennt, der müsste reflexartig sagen: „Wir müssen sparen.“ Doch stattdessen kam: „Wir erhöhen die Steuern – sofort und rückwirkend.“ Eine Entscheidung, die nicht nach Verantwortung klingt, sondern nach Erschöpfung. Man könnte es ehrlich formulieren: Die Opposition hat sich überreden lassen, ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben, die längst operiert werden müsste – mit anschließender Reha.Und genau hier beginnt das eigentliche Drama. Die Stadt Crivitz steht an einem Punkt, an dem sich die Wahrheit nicht länger verstecken lässt. Der Entwurf Haushaltsplan 2026 zeigt ein Bild, das nicht mehr weichgezeichnet werden kann: Die Stadt gibt seit Jahren mehr aus, als sie einnimmt. Die Rücklagen sind 2025 vollständig aufgebraucht. Ab 2027 ist ein Haushaltsausgleich nicht mehr möglich. Die Liquidität rutscht in den Folgejahren weiter ins Minus:

Die Entwicklung der Folgejahre für die Liquidität:

• 2026: –501.906,71 €
• 2027: –1.390.306,71 €
• 2028: –2.394.506,71 €
• 2029: –3.089.606,71 €

Und doch ist die erste Maßnahme, die man ergreift, keine Ausgabenkontrolle, keine Strukturprüfung, kein Sparen. Nein – die erste Maßnahme sind wieder Steuererhöhungen.
Die Grundsteuer A steigt auf 400 %, die Gewerbesteuer auf 400 %. Und hier muss man die Zahlen klar benennen:

• Mehrertrag Grundsteuer A: 61.600 € (statt 42.100 €)
• Mehrertrag Gewerbesteuer: 1.128.200 € (Planansatz, aber deutlich unter Vorjahr)
• Tatsächlicher Mehrertrag laut Haushaltsplan: 46.600 € – in einem Haushalt, der allein 2026 ein Defizit von –1.105.100 € im Finanzhaushalt ausweist.

Ein politisches Feigenblatt, nicht mehr. Ein Tropfen auf einem Stein, der schon längst glüht.

Und das eigentlich Dramatische: Diese Steuererhöhungen gelten rückwirkend. Die Kommunalverfassung erlaubt es, Hebesätze bis zum 30. Juni rückwirkend zum 1. Januar zu beschließen. Das bedeutet: Landwirte, Betriebe und Unternehmen müssen für das gesamte Jahr 2026 nachzahlen – für Monate, die längst vergangen sind, für ein Jahr, das sie längst durchkalkuliert haben. Eine Belastung, die nicht nur unpopulär, sondern für viele existenziell ist.

Währenddessen bleiben die Ausgaben weitestgehend unangetastet. Die Folgen dieser Politik tragen nicht die Entscheidungsträger. Sie tragen die Menschen, die hier leben und arbeiten. Landwirte, die ohnehin unter steigenden Kosten leiden. Forstbetriebe, die mit sinkenden Holzpreisen kämpfen. Gartenbaubetriebe, die jeden Cent umdrehen müssen. Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen. Und die Bürger? Sie zahlen indirekt mit:
• höhere Preise,
• höhere Kosten für Dienstleistungen,
• höhere Mieten für Gewerbeflächen,
• höhere Handwerkerkosten.

Gerade kleine Betriebe geraten unter Druck: Sie müssen ihre Preise erhöhen, Leistungen einschränken oder im schlimmsten Fall schließen. Die Steuererhöhung steht im Amtsblatt – aber sie landet auf den Kassenbons der Bürger.

Die Wahrheit ist unbequem, aber sie gehört ausgesprochen: Diese Steuererhöhungen sind kein Rettungsplan. Sie sind ein Hilferuf. Ein Zeichen dafür, dass man die Kontrolle über die Ausgaben verloren hat. Ein Zeichen dafür, dass man lieber die Einnahmen erhöht, als die eigenen Strukturen zu hinterfragen. Und genau hier schließt sich der Kreis zu einer Wahrheit, die man in Crivitz seit Jahren kennt, aber selten ausspricht: Seit 2014 dominiert die CWG ‑ Crivitz die politische Landschaft – und seit 2014 steigen die Steuern. Sechs Erhöhungen in zwölf Jahren. Ein politisches Muster, kein Zufall.Sechs Steuererhöhungen in zwölf Jahren – das ist nicht nur bemerkenswert, das ist gewaltig, das ist ein politisches Signal, das man nicht mehr übersehen kann. Denn es zeigt, dass sich in Crivitz ein Reflex etabliert hat, der inzwischen fast schon automatisiert abläuft: Wenn Probleme auftauchen, werden zuerst die Steuern erhöht. Immer zuerst. Seit zwölf Jahren. Ohne Ausnahme.

Man könnte meinen, eine Stadt, die in eine finanzielle Schieflage gerät, würde zuerst nach Einsparpotenzialen suchen, würde Strukturen hinterfragen, würde Ausgaben priorisieren, würde Verantwortung übernehmen. Doch in Crivitz geschieht etwas anderes: Man erhöht die Steuern – und zwar rückwirkend. Rückwirkend! Für ein Jahr, das längst vergangen ist, für Monate, die längst kalkuliert, bezahlt, abgeschlossen sind. Es ist, als würde man den Bürgern sagen: „Wir haben Fehler gemacht, aber ihr bezahlt sie – und zwar für die Vergangenheit.

Und genau hier beginnt der Kern des Problems: Die Stadt Crivitz hat nicht nur ein Haushaltsdefizit, sie hat ein Verantwortungsdefizit. Denn während die Liquidität Jahr für Jahr weiter ins Minus rutscht, während die Rücklagen verschwinden, während die Ausgaben steigen, während die strukturellen Probleme immer deutlicher werden, stellt sich eine Frage, die nicht länger verdrängt werden darf: Wer trägt die politische Verantwortung für diese Entwicklung? Die Antwort ist klar, auch wenn sie unbequem ist: Die CWG ‑ Crivitz ( Crivitzer Wählergemeinschaft) trägt die politische Verantwortung. Ein Zeichen dafür, dass die ersten, die zahlen, nicht die Verursacher sind – sondern diejenigen, die die Stadt am Laufen halten: Landwirte, Betriebe, Unternehmen, Bürger.Die Stadt Crivitz steht an einem Wendepunkt. Die Frage ist nicht, ob die Bürger die Folgen spüren werden. Die Frage ist nur, wann – und wie stark.

Fazit:

⭐Offener Brief an Frau Christine Klingohr, SPD‑Landtagskandidatin im Wahlkreis Crivitz und Vorsitzende des Haushalts‑, Finanz‑ und Beteiligungsausschusses im Landkreis Ludwigslust‑Parchim

15.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./487[163(38-22)]/CLA-323/12-2026

Dieses Schild spricht für sich. Es steht für das, was viele Bürger längst spüren: Pflegeplätze sind wichtig – aber sie ersetzen keine Notaufnahme.Der folgende offene Brief richtet sich an Frau Christine Klingohr, SPD‑Landtagskandidatin im Wahlkreis Crivitz und Vorsitzende des Haushalts‑, Finanz‑ und Beteiligungsausschusses im Landkreis Ludwigslust‑Parchim.
Er greift ein Thema auf, zu dem uns zahlreiche Zuschriften und Rückmeldungen aus der Bürgerschaft erreicht haben – ein Thema, das viele Menschen bewegt und das wir deshalb öffentlich aufgreifen. Dieser Brief beschreibt, warum die aktuelle Entwicklung mehr Fragen als Antworten hinterlässt – und warum es jetzt um Verantwortung, Ehrlichkeit und die Menschen geht, die hier in Crivitz und Umgebung leben und arbeiten.
👉 Lesen Sie den vollständigen offenen Brief unten.


⭐ Der offene Brief

Sehr geehrte Frau Klingohr,


Sie haben sich in Ihrer Funktion als SPD‑Landtagskandidatin im Wahlkreis Crivitz zu den aktuellen Entwicklungen am LUP‑Klinikum geäußert. Ihre Stellungnahme hat viele Menschen erreicht – und ebenso viele Fragen offengelassen. Gerade deshalb ist es wichtig, einige Punkte klar anzusprechen und die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger deutlich zu machen.

Viele Zuschriften, Gespräche und Rückmeldungen von Bürgern zeigen: Die Menschen in Crivitz sind verunsichert. Sie fragen sich, was aus ihrer medizinischen Versorgung wird – und warum zentrale Strukturen verschwinden, ohne dass nachvollziehbare Antworten gegeben werden.

Die geplante Kurzzeitpflege ist zweifellos ein wichtiges Angebot für Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt und für pflegende Angehörige. Niemand stellt den Wert dieses Projekts infrage.
Doch ebenso klar ist:
Diese Investition beantwortet nicht die Fragen, die die Menschen in Crivitz seit Monaten bewegen – und sie löst kein einziges der strukturellen Probleme, die zur aktuellen Situation geführt haben.

Denn so bedeutsam Kurzzeitpflegeplätze auch sind: Sie ersetzen keine Notaufnahme, keine Diagnostik und keine Endoskopie.
Und sie ersetzen nicht die Notfall‑ und Grundversorgung, die Crivitz als Grundzentrum für über 5.000 Einwohner und wöchentlich mehr als 6.500 Einpendler dringend benötigt. Die Realität ist, dass die Erstversorgung im Notfall nicht mehr in Crivitz stattfindet, sondern in Parchim, Schwerin, Ludwigslust oder Hagenow – eine Tatsache, die die Menschen täglich spüren. Im Sinne der Glaubwürdigkeit wäre es hilfreich, zunächst die ganz praktischen Fragen zu klären – etwa die ausstehenden Schichtzuschläge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vergangenen Wochen. Eine funktionierende Versorgung beginnt nicht mit großen Worten, sondern damit, dass diejenigen, die sie tragen, korrekt und pünktlich bezahlt werden.

Ihre Formulierung, Veränderungen lösten „nicht nur Hoffnung, sondern auch Sorgen“ aus, klingt freundlich – aber sie bleibt abstrakt. Für viele Bürger wirkt sie wie ein Satz aus einem psychologischen Ratgeber, nicht wie eine Antwort auf die Frage, wie eine Region im Ernstfall medizinisch abgesichert sein soll.(Randbemerkung: Vielleicht stammt dieser Satz aus demselben Coaching‑Repertoire, mit dem die Belegschaft monatelang „gestärkt“ werden sollte – ein Programm, dessen Stil Sie vermutlich besser kennen als jeder andere.)
Doch die Sorgen der Menschen sind nicht emotionaler Natur, sondern strukturell: Sie fragen nicht nach Hoffnung, sondern nach Versorgung. Und diese Versorgung ist in zentralen Bereichen schlicht nicht mehr vorhanden.

In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf „neue Wege“ erklärungsbedürftig. Neue Wege sind sinnvoll – aber nur, wenn sie Versorgung verbessern, nicht abbauen. Eine Notaufnahme zu schließen und später Kurzzeitpflege zu eröffnen, ist kein „neuer Weg“, sondern eine Verschiebung von Verantwortung. Versorgung wird nicht gesichert, indem man zentrale Strukturen entfernt, sondern indem man sie erhält, stärkt und transparent weiterentwickelt.

Auch die Situation der Beschäftigten lässt sich nicht mit allgemeinen Hinweisen auf „Veränderungen“ erklären. Über Jahre hinweg wurde von schwieriger Arbeitsatmosphäre, mangelnder Kommunikation, Druck und hoher Fluktuation berichtet. Für die Qualität der Arbeitsatmosphäre und die Stabilität der Personalbindung trägt nicht das Personal Verantwortung, sondern das Management. Nach arbeitsrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ist sie verpflichtet, durch klare Führungsstrukturen, transparente Kommunikation und eine funktionierende Personalentwicklung ein Umfeld zu schaffen, das Motivation, Gesundheit und Verbleib der Beschäftigten fördert. Werden diese Grundlagen vernachlässigt, entstehen Belastung, Unsicherheit und hohe Fluktuation – nicht durch individuelles Fehlverhalten, sondern durch strukturelle Führungsdefizite. Diese Ursachenforschung wurde nie transparent betrieben, nie politisch eingefordert und nie öffentlich beantwortet.

Dass viele Ärztinnen und Ärzte das Haus verlassen haben, ist kein Zufall – und auch kein Thema, das man im Wahlkampf gern anspricht. Aber es bleibt ein wesentlicher Teil der Wahrheit.

Ebenso ungeklärt ist die Frage, was aus den Investitionsmitteln geworden ist, die beim Übergang zur Rekommunalisierung angekündigt wurden. Insbesondere die für den Ausbau der Notaufnahme vorgesehenen und beantragten Mittel werfen bis heute erhebliche Fragen auf. Die Menschen in Crivitz möchten nachvollziehen können, warum eine Notaufnahme geschlossen wurde, obwohl zweckgebundene Gelder für ihre Modernisierung und Erweiterung zugesagt waren – und weshalb bis heute nicht transparent dargelegt wurde, wie diese Mittel verwendet oder umgewidmet wurden. Diese Fragen stehen seit Jahren im Raum, sie betreffen öffentliche Gelder und damit öffentliche Verantwortung – und dennoch wurden sie bis heute nicht beantwortet.

Es ist gut, dass der Standort des Krankenhauses in Crivitz als Arbeitgeber erhalten bleibt.
Aber ebenso wichtig ist die Ehrlichkeit gegenüber den Menschen:
Eine Notaufnahme lässt sich nicht durch positive Worte zurückholen. Eine Diagnostik entsteht nicht durch Wahlkampfenergie. Eine Endoskopie kehrt nicht durch politische Hoffnung zurück. Pflegeplätze sind wichtig – aber sie ersetzen keine medizinischen Strukturen, die für die Sicherheit einer ganzen Region unverzichtbar sind.

Crivitz braucht Perspektiven – und vor allem Gewissheit. Gewissheit, dass Kinder, ältere Menschen und Familien hier wieder eine verlässliche medizinische Erstversorgung finden können. Eine Notaufnahme ist kein Luxus, sondern ein Grundpfeiler der Versorgung des ländlichen Raums in Mecklenburg‑Vorpommern. Allein die Tatsache, dass man sie von heute auf morgen verlegt und damit für Crivitz begräbt, ist keine Lösung – sondern ein Rückschritt.
Wie bei der Rekommunalisierung muss auch jetzt der Weg geschaffen werden, die Möglichkeit zur Wiedereröffnung der Notaufnahme zu prüfen und politisch zu ermöglichen. Die Menschen brauchen keine Beruhigungssätze, sondern konkrete Schritte für die Zukunft.

Nur wer die Realität anerkennt, kann Lösungen entwickeln.
Und die Realität ist: Die Region hat nicht zu viel Sorge, sondern zu wenig gesicherte Notfall‑ und Grundversorgung.

Mit freundlichen Grüßen
Das Redaktionsteam

⭐Crivitz verliert seine Medizin – Stück für Stück, Entscheidung für Entscheidung!

13.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./486[163(38-22)]/CLA-322/11-2026

In Crivitz ist in den vergangenen Monaten etwas geschehen, das weit über eine gewöhnliche Umstrukturierung hinausgeht. Was offiziell als „Anpassung an die Krankenhausreform“ bezeichnet wurde, hat sich Schritt für Schritt zu einem tiefgreifenden Einschnitt in die medizinische Versorgung einer ganzen Region entwickelt. Die Schließung der Notaufnahme, der Chirurgie und der Orthopädie zum 1. April 2026 war dabei nur der sichtbarste Teil eines Prozesses, der im Hintergrund schon lange vorbereitet wurde – und dessen Folgen die Menschen in Crivitz und Umgebung nun täglich spüren.Die Demonstration am 26. April, zu der die Bürgerinitiative „Rettet unser Crivitzer Krankenhaus“ aufgerufen hatte, war Ausdruck dieser wachsenden Verunsicherung. Rund 80 Bürger und Beschäftigte standen an diesem Nachmittag vor dem Krankenhaus und stellten Fragen, die seit Monaten unbeantwortet geblieben waren: Was wurde aus den zugesagten Investitionsgeldern? Warum wurden Abteilungen geschlossen, die noch vor wenigen Jahren als modernisierungswürdig galten? Warum wurden Mitarbeiter versetzt, ohne dass es einen klaren Zukunftsplan gab? Ein Sozialplan für die Mitarbeiter existiert – aber er wurde erst hastig im Nachhinein nachgereicht! Und warum wurde die Bevölkerung erst informiert, als die Entscheidungen längst gefallen waren?

Der NDR berichtete ausführlich über die Demonstration – und zeichnete ein Bild, das weit über die offiziellen Stellungnahmen hinausging. Beschäftigte sprachen von Überrumpelung, mangelnder Kommunikation und einer Stimmung, die sie „so noch nie erlebt“ hätten. Eine Mitarbeiterin berichtete von Angst vor Kündigungen, von Einschüchterung und von einer Atmosphäre, in der Widerspruch unerwünscht sei. Zudem wurde über politische Einflussnahme im Vorfeld der Demonstration berichtet – über Versuche, die Kundgebung abzuschwächen, zu kontrollieren oder zu beeinflussen. Doch all das fand auf der Demonstration selbst kaum Raum. Obwohl die Bürgerinitiative ausdrücklich darum gebeten hatte, die Veranstaltung parteifrei zu halten, erschienen Vertreter aus Landtag und Kreistag – SPD, LINKE, Grüne. Es gab viele Worte, viele Bekenntnisse, viele vertraute Formulierungen: Man müsse, man solle, man wolle. Doch konkrete Antworten blieben aus. Die zentrale Frage – warum Crivitz keine Notaufnahme mehr hat – wurde nicht beantwortet. Die Sorgen der Beschäftigten wurden wenig aufgegriffen. Die Hintergründe, die der NDR offenlegte, blieben unerwähnt. Die Bürgerinitiative und die Mitarbeiter, die diese Demonstration getragen hatten, rückten in den Hintergrund, während politische Akteure sich massiv in den Vordergrund stellten.

Besonders deutlich wird diese Diskrepanz in der öffentlichen Haltung einzelner politischer Vertreter. So schrieb vor der Demo die Fraktionsvorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – FREIE WÄHLER im Kreistag Ludwigslust‑Parchim, Frau Seemann‑Kaatz, in den sozialen Medien, die Umstrukturierung des Crivitzer Hauses sei „alternativlos“ und das Krankenhaus müsse die Veränderungen annehmen, damit es nicht geschlossen werde. Sie verband dies mit der Hoffnung, die Menschen in Crivitz würden den geplanten Weg mitgehen und dem wunderschön gelegenen, familiären Krankenhaus“ trotz der Änderungen eine Chance geben.

Für viele Bürger vor Ort wirkt eine solche Darstellung jedoch wie aus einer anderen Welt. Während sie den Verlust der Notaufnahme, die Schließung ganzer Abteilungen, Versetzungen von Beschäftigten und nun auch die Abwanderung der Endoskopie erleben, erscheint die Rede von einer alternativlosen, quasi schicksalhaften Umstrukturierung als fern ihrer Lebenswirklichkeit. Wo politisch von Chancen gesprochen wird, sehen die Menschen vor Ort vor allem eines: weniger Versorgung, längere Wege und eine wachsende Unsicherheit.

Noch schwerer wiegt diese Entwicklung, wenn man die besondere Rolle Crivitz’ in der Region betrachtet. Als Grundzentrum trägt die Stadt seit Jahrzehnten Verantwortung für eine Fläche, die weit über die eigenen Einwohner hinausreicht. Mit über 5.000 Einwohnern, wöchentlich rund 6.500 Einpendlern und einer stetig alternden Bevölkerung ist Crivitz auf eine stabile, wohnortnahe medizinische Versorgung angewiesen. Gerade ältere Menschen, Familien und Pendler sind auf kurze Wege, schnelle Erreichbarkeit und verlässliche Strukturen angewiesen. Jede Verlagerung, jede Schließung, jede Einschränkung trifft sie doppelt – weil Mobilität abnimmt, Wege länger werden und die Belastungen im Alltag steigen. Hinzu kommt die Bedeutung Crivitz’ als Tourismusort. Eine Region, die Gäste anzieht, braucht Sicherheit und medizinische Erreichbarkeit. Wenn aber zentrale Leistungen verschwinden, verliert nicht nur die Bevölkerung an Versorgung – auch der Tourismus verliert an Attraktivität und Vertrauen. Damit wird deutlich: Die aktuelle Entwicklung betrifft nicht nur ein Krankenhaus, sondern die Zukunftsfähigkeit eines gesamten Raumes. Was hier zurückgebaut wird, sind nicht einzelne Angebote, sondern die Grundlagen eines funktionierenden Grundzentrums der Entwicklung.

Und nun, nur wenige Wochen später, gibt es neue Entwicklungen, die das Bild weiter verschärfen. In der öffentlichen Sitzung des Haushalts‑, Finanz‑ und Beteiligungsausschusses des Kreistages LUP am 11. Mai 2026 wurde bekannt, dass das Darm‑Diagnosegerät, das derzeit noch in Crivitz steht, keine Kassenzulassung hat und in eine andere LUP‑Klinik nach Ludwigslust verlegt werden soll. Damit verliert Crivitz eine weitere diagnostische Kernleistung – ein weiterer Baustein der Grundversorgung, der still und leise verschwindet. Noch gravierender ist die zweite Information: Für das Krankenhaus Crivitz sind 1,6 Millionen Euro für Umbau und Renovierung eingeplant. Was zunächst positiv klingt, bedeutet in der Realität eine sechs‑ bis achtmonatige Teilschließung noch in diesem Jahr. In einer Phase, in der die Versorgung ohnehin geschwächt ist, in der Abteilungen geschlossen wurden, Mitarbeiter versetzt wurden und die Bevölkerung verunsichert ist, wird Crivitz erneut über Monate hinweg eingeschränkt sein. All diese Entwicklungen ergeben ein Gesamtbild, das man nüchtern betrachten muss: Crivitz verliert Schritt für Schritt seine Rolle als Grundzentrum der medizinischen Versorgung. Leistungen werden verlagert. Diagnostik verschwindet. Abteilungen schließen. Mitarbeiter gehen. Die Wege werden länger. Die Unsicherheit wächst. Und die Kommunikation bleibt hinter dem zurück, was die Menschen vor Ort erwarten dürfen.

Es geht hier nicht um Parteipolitik. Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es geht um die Frage, wie eine Region mit über 5.000 Einwohnern und wöchentlich 6.500 Einpendlern künftig medizinisch versorgt werden soll. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass in Crivitz durchaus gesprochen wurde – auf der Demonstration, in politischen Stellungnahmen und in Ausschusssitzungen. Doch so viele Worte gefallen sind, so wenig haben sie den Kern der Entwicklung berührt. Die Schließung der Notaufnahme, die Verlagerung ganzer Abteilungen, die Abwanderung der Endoskopie und nun eine monatelange Teilschließung wegen Umbau – all das bleibt der zentrale Punkt, zu dem es bis heute keine Antworten gibt, die den Menschen vor Ort Sicherheit vermitteln.

Die Notaufnahme war über Jahrzehnte das Herzstück der medizinischen Erreichbarkeit in Crivitz. Ihr Wegfall hat nicht nur eine Tür geschlossen, sondern ein Gefühl von Schutz und Nähe verloren gehen lassen. Wenn nun weitere Leistungen abwandern und das Haus über Monate hinweg nur eingeschränkt arbeiten kann, entsteht für viele Bürger der Eindruck, dass hier nicht modernisiert, sondern schrittweise zurückgebaut wird – und dass die Region in eine medizinische Unsicherheit hineingleitet, die niemand offen anspricht.

Die Demonstration hat gezeigt, wie groß die Sorge ist. Doch sie hat auch gezeigt, wie weit die Wahrnehmung der Menschen von den politischen Erklärungen entfernt liegt. Während Beschäftigte von Überrumpelung, Belastung und Unsicherheit berichten, wird öffentlich von „Reformschritten“ gesprochen. Während Bürger um die Zukunft ihres Krankenhauses ringen, wird über Strukturprozesse diskutiert. Und während die Region versucht, die Folgen der geschlossenen Notaufnahme zu verstehen, werden im Hintergrund weitere Entscheidungen getroffen, die die Versorgung weiter ausdünnen.

Crivitz steht damit nicht nur vor organisatorischen Veränderungen, sondern vor einer grundlegenden Verschiebung seiner medizinischen Rolle. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob gesprochen wurde – gesprochen wurde viel. Die Frage lautet, ob die gegebenen Antworten den tatsächlichen Entwicklungen gerecht werden. Und ob die Menschen in Crivitz überhaupt noch erkennen können, wohin dieser Weg führt, wenn die sichtbarsten Zeichen – die Notaufnahme, die Diagnostik, die Abteilungen – bereits verschwunden sind oder bald verschwinden sollen.

Fazit:

Vom geschützten Biotop zur Betonwüste – wie Windinteressen die Landschaft verändert!

09.Mai-2026 /P-headli.-cont.-red./485[163(38-22)]/CLA-321/10-2026

„Wessin: Ein Lehrstück über Macht, Geld und verlorene Natur“

Es gibt Orte, die so still sind, dass man sie fast übersieht – und gerade deshalb sind sie kostbar. Orte, die nicht laut um Aufmerksamkeit werben, sondern einfach existieren, wie ein leiser Atemzug der Natur. Zwischen den sanften Hügeln und wasserreichen Senken des Crivitzer Ortsteils Wessin, dort, wo die Landschaft seit Jahrzehnten ihren eigenen Rhythmus hat, liegt ein Gewässerbiotop, das mehr ist als ein Stück Wasser in einer Senke. Es ist ein Rückzugsraum, ein Rastplatz, ein Schlafplatz, ein lebendiger Organismus, der über Generationen hinweg Vögel, Amphibien und seltene Pflanzen getragen hat. Wessin ein Ortsteil der Stadt Crivitz ist kein zufälliger Punkt auf der Karte – es ist ein Paradies für Großvögel, ein Ort, an dem Rotmilane ihre Horste in den hohen Kronen bauen, wo Kraniche majestätisch über die Felder ziehen und ihre Jungen in der Nähe der Wasserflächen großziehen.

Wer im Frühjahr 2024 dort stand, sah nicht einfach nur Wasser. Man sah Spiegelungen des Himmels, das Tanzen der Libellen, das leise Zittern des Schilfs. Man hörte das Quaken der Frösche, das Flattern der Flügel, das Summen der Insekten. Zwischen den Ästen alter Bäume liegen Horste, kunstvoll gebaut aus Zweigen und Moos –stille Zeugnisse von Leben, das sich hier über Jahre behauptet hat.

Und unten, in den Senken, schreiten die Kraniche durch das Gras, ein Brutpaar mit seinem Jungen, das sich vorsichtig zwischen den Halmen bewegt. Die Eltern wachen über jeden Schritt, über jeden Laut, über jedes Zittern der Luft – ein Bild von Fürsorge und Vertrauen, das man nur dort findet, wo Natur noch ungestört ist. Es war ein Ort, der nicht gestaltet wurde – er war gewachsen. Ein Ort, der nicht geplant war – er war entstanden. Ein Ort, der nicht künstlich war – er war echt.

Doch dann begann der Wandel. Nicht abrupt, nicht mit einem Knall, sondern schleichend, fast heimlich. Erst ein Vermessungspfahl. Dann ein Bagger. Dann ein Weg, der keiner sein sollte. Und während die Menschen noch glaubten, es handele sich um vorbereitende Maßnahmen, war die Entscheidung längst gefallen. Denn genau hier, im Windeignungsgebiet 43/25, sollen ab 2025 sechzehn bis zwanzig Windräder entstehen – jedes ein technisches Monument von bis zu 235 Metern Höhe, jedes ruhend auf einem Fundament aus bis zu 1.700 Tonnen Beton und hunderten Tonnen Stahl.

Das Biotop, das über Jahrzehnte gewachsen war, wurde in wenigen Wochen zur Hälfte zugeschüttet. Erde, Steine, Beton – Schichten, die sich wie ein schwerer Mantel über das legten, was einmal lebendig war. Wo Wasser glitzerte, liegt nun graue Masse. Wo Frösche riefen, steht ein Fundament. Wo Natur war, ist nun ein Projekt. Pfahlgründungen bohren sich tief in den Boden, Zufahrtswege schneiden die Landschaft auf, und das Gewässerbiotop wird zu einem „Betonbiotop“ – ein Sinnbild dafür, wie Natur geopfert wird, wenn nationale Energieziele und kommunale Einnahmen für die Gemeindekassen der umliegenden Gemeinden wichtiger werden als das, was lebt.

Die Stadt Crivitz hat versucht, sich zu wehren. Veränderungssperren, eigene Energieparkplanungen, Widersprüche gegen die Unterlagen des Investors – doch all das wurde von neuen Bundesgesetzen überrollt. Mit dem Windenergieflächenbedarfsgesetz und den EEG‑Novellen wurde die kommunale Selbstbestimmung entwertet. Was früher vor Ort entschieden wurde, wird heute in Berlin festgelegt. Und so präsentiert sich die Stadt Crivitz heute, im Jahr 2026, als sehr pragmatischen und äußerst eifriger Mitspieler, der akzeptiert, was nicht mehr zu ändern ist: Einnahmen aus Windkraft sollen die sehr klamme Stadtkasse füllen, auch wenn dafür Natur unwiederbringlich verloren geht und die Belastungen für die Bürger in Wessin steigen. Die Prioritäten haben sich verschoben – weg vom Schutz des Lebendigen, hin zur Verwaltung des Mangels.

Besonders sichtbar wird dieser Kurswechsel in der Person von Alexander Gamm, der als ehemaliger Bauausschussvorsitzender, heutiger CWG ‑ Crivitz – Fraktionär und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wärme und Energie bis zum 08.12.2025 ( Ehemann der Bürgermeisterin und in Facebook als “ Paul Hermann“ aktiv) zum Gesicht dieser Entwicklung geworden ist. Er führte die Gespräche mit der WEMAG, bereitete Unterlagen vor, koordinierte Termine und leitete nicht öffentliche Sitzungen zu diesen Thema in der Stadtvertretung.Unter seiner Führung hat Crivitz den Kurs radikal gewechselt – weg von der Verteidigung der Natur, hin zur Suche nach bedeutungsvollen finanziellen Vorteilen. Er spricht von Wärmeplänen, Kooperationen mit der WEMAG, Beteiligungsmodellen an Windrädern – doch all diese Worte übertönen nicht das, was im Boden verschwindet. Denn hinter jedem Windrad steht ein Vertrag, hinter jedem Vertrag ein Pachtzins, hinter jedem Pachtzins ein Gewinn. Windinteressen bedeuten Geld – für Betreiber, für Investoren, für Pächter. Und Geld ist der leise, aber mächtige Wind, der hier stärker weht als jeder Sturm über den Feldern.

Auszug-Crivitzer Stadtblatt – September 2023
Herausgeber: Stadt Crivitz, Rathausstraße 1, 19089 Crivitz Redaktion: Britta Brusch-Gamm, J. Nützmann, B.Pirl Quellen: Text: B. Brusch-Gamm, M. Schulz, Alexander Gamm, J. Heine, U. Fritsche, J. Nützmann, B. Pirl Bild: B. Brusch-Gamm, J. Heine, M. Schulz, A. Pirl, B. Pirl, J. Nützmann; Clker-Free-Vector-Images,WEMAG/Michel Krüger, Wappen Bönnigstedt, Geoportal-Auflage: 2500

Im Genehmigungsbescheid selbst findet sich die Wahrheit schwarz auf weiß. Ausnahmegenehmigungen erlauben Eingriffe in Biotope, die eigentlich unter strengem Schutz stehen. Mit Formulierungen wie „überragendes öffentliches Interesse“ oder „keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen“ wird legitimiert, was jeder vor Ort mit eigenen Augen sieht: dass ein zerstörtes Gewässerbiotop nicht ersetzt werden kann.

Ersatzmaßnahmen, Monitoring, Ausgleichsflächen – schöne Worte für etwas, das nicht zurückkommt. Und wenn der „Ausgleich“ dann auch noch weit weg geschaffen wird, fern von dem Ort, der geopfert wurde, bleibt nur die bittere Wahrheit: Wessin verliert, und niemand gibt ihm etwas zurück. Und während die Politik von Beschleunigung spricht, warnt der NABU vor den Folgen.

Die Umsetzung der europäischen Richtlinie RED III droht Umweltprüfungen abzuschaffen, Schutzgebiete zu schwächen und Bürgerbeteiligung zu reduzieren. Doch in Wessin ist all das längst Realität geworden. Hier wird nicht auf vorbelasteten Flächen gebaut – hier wird ein intaktes Biotop geopfert.

Die Bilder aus Wessin erzählen die Wahrheit, die kein Gutachten verschleiern kann: Zwei mächtige Horste in den Kronen alter Bäume, gebaut von Rotmilanen, die hier seit Jahren brüten. Kraniche, die in Gruppen über die Felder schreiten, ihre Rufe hallen über die Senken, und ein Brutpaar, das sein Junges im Schutz der Wasserflächen großzieht – ein Sinnbild für das Leben, das hier pulsiert.

Dieses Biotop ist kein leerer Raum, sondern ein Herzstück der Natur, ein Ort, an dem Generationen von Vögeln ihre Heimat gefunden haben.

Und selbst dort, wo man vorgibt, den Naturschutz zu achten, zeigt sich die Gleichgültigkeit: Die Amphibienzäune, die als Schutzmaßnahme um das Biotop errichtet wurden, liegen halb im Boden, halb im Wind. Sie sind umgeknickt, verschmutzt, vergessen – ein Symbol für die Halbherzigkeit, mit der man hier den Artenschutz betreibt.

Statt Frösche und Molche zu sichern, geraten sie an den Rändern in Situationen, die sie nicht überleben können.

Die Zäune, die Leben retten sollten, sind zu stummen Zeugen einer Landschaft geworden, die man nicht mehr schützt, sondern nur noch verwaltet. So geht man mit dem Naturschutz um: als Pflicht, nicht als Überzeugung.

Die Bürger sehen, wie ihre Landschaft verschwindet. Sie erleben Ohnmacht. Sie erleben Berechenbarkeit. Sie erleben, dass am Ende derjenige gewinnt, der zahlt. Die Investoren liefern Einnahmen, die Stadt liefert Flächen. Und das Biotop wird zum Bauernopfer – ein Opfer im nationalen Interesse der Energiegewinnung und zugleich ein Opfer im kommunalen Interesse, Haushaltslöcher zu stopfen.

Es ist die stille Wahrheit hinter vielen Entscheidungen: Natur hat keinen Preis, aber sie wird verkauft, als hätte sie einen. Und während die Verträge unterschrieben werden, bleibt die Erkenntnis von Richard von Weizsäcker bestehen: „Naturschutz ist nicht Luxus, sondern Überlebensstrategie.“ Diese Worte klingen heute wie ein fernes Echo – übertönt vom Rauschen der Maschinen und dem Rascheln der Geldscheine.

Die Natur und Tierwelt sind die größten Verlierer. Vögel verlieren ihre Rastplätze, Fledermäuse ihre Flugkorridore, Amphibien ihre Laichgewässer. Böden und Wasseradern werden durch Betonfundamente und Pfahlgründungen dauerhaft verändert. Ein Fundament für ein einziges Windrad bedeutet: 1.000 bis 1.700 Tonnen Beton, 400 bis 700 Kubikmeter Transportbeton, 54 Stahlbetonpfähle tief im Boden. Die schiere Masse dieser Bauwerke zeigt, wie radikal die Eingriffe sind – und wie endgültig die Transformation vom Gewässerbiotop zum Betonbiotop. Und so bleibt am Ende ein bitterer Nachgeschmack. Die Energiewende wird als „grün“ verkauft, doch hier zeigt sich eine andere Wahrheit: Sie ist oft eine Naturwende – vom Biotop zum Beton. Klimaziele werden gegen Artenvielfalt ausgespielt, Einnahmen gegen Lebensräume, politische Interessen gegen ökologische Verantwortung.

Und vielleicht wird eines Tages jemand an diesem Fundament stehen und sich fragen, wie es so weit kommen konnte. Vielleicht wird jemand sagen: Wir wollten das Richtige – und haben das Falsche getan. Vielleicht wird jemand erkennen, dass Klimaschutz nicht bedeutet, Natur zu opfern, sondern sie zu bewahren.

Denn eines bleibt unbestreitbar:
Energie kann man neu gewinnen. Natur nicht.


Fazit: