Bauausschuss Crivitz:⚠️ „Führungswechsel mit Nähe zur Rathausspitze!“ 😡Öffentliche Tagesordnung leer – Entscheidungen nur noch im Geheimteil –🙈🙉🙊

03.Juli-2026/P-headli.-cont.-red./496[163(38-22)]/CLA-332/21-2026

Rückfall in alte Muster – und ein System, das sich selbst schützt! 😎

Es wirkt inzwischen wie ein Déjà-vu aus den Jahren der letzten Legislaturperiode von 2019 bis 2024: Der Bauausschuss der Stadt Crivitz ist erneut in jenen Modus zurückgefallen, den viele Bürgerinnen und Bürger noch aus der früheren Amtszeit des damaligen Ausschussvorsitzenden Alexander Gamm kennen. Diese Entwicklung ist keineswegs plötzlich entstanden – sie ist das Ergebnis einer jahrelangen politischen Kultur, die maßgeblich durch Alexander Gamm frühere Amtsführung geprägt wurde. Bereits in seiner damaligen Zeit als Bauausschussvorsitzender – lange bevor er zwischen Januar 2023 und Juni 2024 erneut in eine Schlüsselrolle zurückkehrte – etablierte er eine Sitzungsführung, deren Stil bis heute nachwirkt. Schon damals zeigte sich jenes Muster, das vielen bis heute präsent ist: eine Mischung aus Gereiztheit, impulsiven Überreaktionen und dem inzwischen sprichwörtlichen Satz „HIER LEITE ICH DIE SITZUNG UND HIER BESTIMME ICH“.

Die Rückkehr des „Bestimmerrechts

Diese Verhaltensweise war kein Ausrutscher, sondern prägte über Jahre hinweg die Arbeitsweise des Ausschusses. Kritik an fehlender Öffentlichkeit oder an der Auslegung der Kommunalverfassung MV führte regelmäßig zu emotionalen Ausbrüchen des Vorsitzenden. Die Versammlungsleitung tolerierte dieses Verhalten über lange Zeit hinweg – und damals wie heute galt Alexander Gamm selbst definiertes „Bestimmerrecht“ als quasi unantastbar. Herr Alexander Gamm tat und tut sich sichtbar schwer, unterschiedliche Sichtweisen als demokratische Normalität zu akzeptieren. Das Kommunikationsmuster von ihm erinnert an eine Haltung nach dem Prinzip „für mich oder gegen mich“. Wer eine andere Meinung äußert, galt schnell als Gegner statt als Gesprächspartner. Dieses Schwarz‑Weiß‑Denken erschwert seit Jahren den offenen Austausch in Crivitz und behindert eine demokratische Gesprächskultur, die Vielfalt und Kritik eigentlich als Stärke begreifen müsste. Trotz seiner begrenzten Kenntnisse im Kommunalverfassungsrecht MV und im Baugesetzbuch verstand er es, seine Position als Machtinstrument zu nutzen – eine Position, auf die er nach seiner Abwahl 2017 aus verschiedenen Ämtern der Stadt Crivitz lange, lange gewartet hatte. Diese frühere Amtsführung hat den Bauausschuss nachhaltig geprägt. Sie schuf eine politische Kultur, in der Transparenz als Störung empfunden wurde, Öffentlichkeit als lästig galt und Protokollführung eher als formale Pflicht denn als demokratische Verantwortung verstanden wurde. Genau diese Kultur bildet den Hintergrund für die heutigen Probleme: die systematische Verlagerung von Beratungen in den nichtöffentlichen Teil, die ausgedünnten Tagesordnungen, die fehlende Dokumentation und die bis heute unklare Protokollpraxis.

Heute, im Jahr 2026, zeigt sich dieses Muster erneut: Bauvorhaben, Planungen, Entscheidungen – all das, was in einer demokratischen Kommune selbstverständlich öffentlich beraten und nachvollziehbar dokumentiert werden müsste – verschwindet wieder systematisch im nichtöffentlichen Teil der Sitzungen. Die öffentliche Tagesordnung bleibt leer, die Bürger erfahren nichts, und eher eine vage Andeutung, worum es überhaupt ging. Diese erneute Verlagerung zentraler Beratungen in den nichtöffentlichen Raum verdeutlicht, wie tief die alten Strukturen weiterhin wirken und wie selbstverständlich sie inzwischen praktiziert werden. Seit rund zwölf Jahren gibt es in Crivitz keinen einzigen Beschluss der Stadtvertretung, der verbindlich regelt, wie Protokolle zu führen sind. In der Hauptsatzung der Stadt Crivitz finden sich lediglich die Mindestanforderungen der Kommunalverfassung MV, ohne jede Konkretisierung, wie diese Anforderungen in der Praxis umzusetzen sind. Ein klarer, politisch verantworteter Beschluss, der festlegt, wie ausführlich Protokolle sein müssen, welche Inhalte zwingend aufzunehmen sind und wie mit Einwohnerfragen umzugehen ist, fehlt vollständig. Diese Leerstelle wird genutzt – und zwar nicht zugunsten der Transparenz, sondern zu deren Aushöhlung.

➡️ Die Kommunalverfassung MV verlangt in § 40, dass über jede Sitzung ein Protokoll zu fertigen ist, das die wesentlichen Inhalte der Beratung, die Anträge, die Abstimmungsergebnisse und die gefassten Beschlüsse enthält. „Wesentliche Inhalte“ bedeutet nach Sinn und Zweck der Norm, dass der Bürger nachvollziehen können muss, welche Argumente ausgetauscht wurden, welche Positionen der Fraktionen vertreten wurden und auf welcher Grundlage ein Beschluss zustande kam. Die KV MV verlangt kein umfassendes Wortprotokoll, aber sie verlangt ein inhaltlich nachvollziehbares Ergebnisprotokoll, das eine Kontrolle des Handelns der jeweiligen Mandatsträger ermöglicht. Genau an dieser Stelle weicht die Praxis in Crivitz seit Jahren systematisch von der gesetzlichen Intention ab und zwar in einer Konsequenz, die inzwischen strukturellen Charakter hat.

➡️ Bei politisch sensiblen Themen erscheinen im Protokoll häufig nur Halbsätze oder stark verkürzte Formulierungen, die weder den Verlauf der Diskussion noch die unterschiedlichen Meinungen wiedergeben. Kritische Nachfragen fehlen, ganze Diskussionsstränge verschwinden, und die Protokolle wirken eher wie interne Verwaltungsskizzen als wie Dokumentationen öffentlicher Beratungen. So wird aus einem demokratischen Dokument ein politisch gefiltertes Produkt, das nur das enthält, was später nicht stört.

Besonders auffällig ist dieses Muster in der Einwohnerfragestunde. Fragen, Hinweise und Vorschläge werden oft so stark verkürzt, dass der ursprüngliche Inhalt kaum noch erkennbar ist. Nur dort, wo es dem politischen Machtgefüge entspricht, findet sich eine ausführlichere Wiedergabe. Unbequeme Themen werden reduziert, verallgemeinert oder vollständig ausgeblendet, während Antworten der Verwaltung häufig fehlen oder auf ein Minimum zusammengestrichen werden. Das Ergebnis ist ein Protokoll, das nicht abbildet, was gesagt wurde, sondern was man später bereit ist zuzugeben.


➡️Diese selektive Protokollierung erzeugt eine Form von „kreativer Transparenz“: Nach außen scheint alles dokumentiert, tatsächlich aber wird nur das festgehalten, was politisch gewünscht ist. Beiträge bestimmter Personen erscheinen ausführlicher und wohlwollender, während kritische Hinweise zu Vereinen, Projekten oder Konflikten auf wenige Worte reduziert werden. Das Protokoll wird damit zu einem Instrument der Deutungshoheit, nicht der objektiven Dokumentation. Hinzu kommt die zeitliche Dimension: Protokolle erscheinen oft erst nach zwei oder drei Monaten. Zu diesem Zeitpunkt sind viele Themen politisch längst erledigt, und eine öffentliche Diskussion ist kaum noch möglich. Die Kommunalverfassung zielt jedoch auf eine zeitnahe Veröffentlichung, weil Transparenz nur dann wirksam ist, wenn sie aktuell ist. Wer Protokolle systematisch verspätet veröffentlicht, entwertet sie als Instrument demokratischer Kontrolle.

Wie tief diese Strukturen inzwischen reichen, zeigte sich auch in der Bauausschusssitzung am 04. Juni 2026. Plötzlich und unerwartet stand ein erstaunlicher öffentlicher Tagesordnungspunkt zur Debatte: die Wahl des Vorsitzenden des Ausschusses und ggf. der Stellvertreter.

Ein Führungswechsel, der wie ein geordneter Rückzug wirkt – bevor Verantwortung und Mitsprache endgültig schwinden!

➡️Der Bauausschuss der Stadt Crivitz besteht aus insgesamt vier Stadtvertretern und drei sachkundigen Einwohnern. Zu den direkt gewählten Stadtvertretern gehören Normund Behning (783 Stimmen, Platz 2 von 49 Bewerbern), der von der AfD-Fraktion gesetzt wurde, sowie Niclas Fronk (160 Stimmen, Platz 16 von 49). Hinzu kommen zwei nicht direkt gewählte, sondern aufgrund von Rücktritten und Mandatsverzichten der CWG-Fraktion nachgerückte Stadtvertreter, nämlich Kurt Pekrul (130 Stimmen, Platz 20 von 49, Nachrücker – Stadtvertreter) und Michael Renker (114 Stimmen, Platz 24 von 49, Nachrücker – Stadtvertreter). Beide wurden – ebenso wie Fronk – von der CWG-Fraktion benannt.

Bauausschuss Crivitz: Vorsitz, Stellvertretung und Mitgliederstand bis zum 04.06.2026

Als sachkundige Einwohner wirken Henryk Krüger (72 Stimmen, Platz 27 von 49, benannt von der CDU-Fraktion), Rico Blohm (72 Stimmen, Platz 27 von 49, benannt vom Bündnis für Crivitz (BfC-Fraktion)) sowie Alexander Gamm (67 Stimmen, Platz 33 von 49, benannt von der CWG‑Crivitz). Den Vorsitz im Bauausschuss führte bislang Michael Renker von der CWG-Fraktion, der die Sitzungen als Ausschussvorsitzender leitete. Sein erster Stellvertreter war Henryk Krüger von der CDU, während Kurt Pekrul von der CWG-Fraktion die Funktion des zweiten Stellvertreters innehatte.

Während der betreffenden Juni-Sitzung, in der dieser Tagesordnungspunkt eigentlich beraten werden sollte, waren erneut nicht alle Mitglieder des Bauausschusses anwesend. Es fehlten sowohl Alexander Gamm als auch Niclas Fronk, beide Vertreter der CWG-Crivitz-Fraktion. Dieses Bild ist für den Bauausschuss der laufenden Wahlperiode keineswegs ungewöhnlich: Von insgesamt 20 Sitzungen seit der konstituierenden Sitzung im September 2024 waren lediglich vier vollständig besetzt, was einer Vollbesetzungsquote von nur 20 % entspricht.

Besonders auffällig ist die individuelle Teilnahmequote einzelner Mitglieder. Niclas Fronk (CWG) weist bislang die höchste Nichtteilnahmequote auf: Er fehlte in rund 50 % aller Sitzungen. (Von insgesamt 20 Sitzungen seit der konstituierenden Sitzung im September 2024)

Im Jahr 2025 lag der Spitzenwert der Abwesenheit jedoch bei Henryk Krüger (CDU), der von 11 Sitzungen 6‑mal fehlte, was einer Nichtanwesenheitsquote von 54,5 % entspricht. Unmittelbar dahinter folgten Niclas Fronk (CWG) mit 4 Fehlzeiten (36,4 %) sowie Rico Blohm (BfC), ebenfalls mit 4 Fehlzeiten (36,4 %).

Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Bauausschuss nicht nur inhaltlich, sondern auch organisatorisch erheblich beeinträchtigt ist: Zentrale Beratungen finden regelmäßig ohne vollständige Besetzung statt, was die Qualität der Entscheidungsfindung und die demokratische Legitimation der Beschlüsse zusätzlich schwächt. Auffällig war an diesem Abend auch die Anwesenheit der Bürgermeisterin Britta Brusch‑Gamm, die als Gast an der Sitzung teilnahm – ein eher ungewöhnlicher Umstand, der jedoch angesichts der politischen Brisanz des Rücktritts und der anstehenden Neuwahl durchaus nachvollziehbar erschien.

Neuwahl des Vorsitzenden und des 1. Stellvertreter und 2. Stellvertreter

➡️ Als der Tagesordnungspunkt zur Neuwahl aufgerufen wurde, erklärte der bisherige Vorsitzende Michael Renker (CWG), dass er die Bürgermeisterin um Entbindung von seinem Amt gebeten habe, da er in seiner Nebenberuflichkeit inzwischen stark eingebunden sei. Zwar nannte er in der Sitzung nicht ausdrücklich, wo er tätig ist, doch es ist allgemein bekannt, dass er als Rentner regelmäßig mit seiner wöchentlichen Anzeige in der Schweriner Volkszeitung bzw. Nordkurier-Mediengruppe präsent ist und dort als Begleiter für das digitale Lesen arbeitet. Gerade diese zunehmende zeitliche Beanspruchung macht nachvollziehbar, weshalb er seine Funktion als Ausschussvorsitzender nicht mehr in der erforderlichen Verlässlichkeit ausüben konnte.

➡️ Als der Bauausschuss schließlich zur Neuwahl des Vorsitzenden überging, wurde ohne Umschweife der bisherige erste Stellvertreter Henryk Krüger (CDU) für den Vorsitz vorgeschlagen. Die Abstimmung verlief zügig und eindeutig: Mit vier Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme wurde Krüger offen gewählt und übernahm damit offiziell die Leitung des Ausschusses.

Es wird darüber abgestimmt, eine offene Wahl durchzuführen (ja-Stimmen 5)
Wahl des Vorsitzenden: Herr Henryk Krüger wird als Vorsitzender vorgeschlagen, stellt sich zur Wahl und wird als Vorsitzender gewählt

 

Unmittelbar nach Krügers Wahl folgte die Bestimmung seines Nachfolgers als 1. Stellvertreter. Vorgeschlagen wurde Alexander Gamm (CWG, sachkundiger Einwohner), obwohl er an diesem Abend nicht anwesend war. Seine Ehefrau, Bürgermeisterin Brusch‑Gamm, bestätigte unmittelbar und spontan, dass sein Einverständnis zur Wahl selbstverständlich vorliege. Eine schriftliche Erklärung lag jedoch nicht vor, und sie wurde dem Ausschuss auch nicht vorgelegt. Gerade dieser Punkt wirkte auf viele Anwesende irritierend, denn üblicherweise wird ein solches Einverständnis zumindest dokumentiert. Dass die Wahl dennoch ohne Unterbrechung fortgeführt wurde, ist in Crivitz allerdings kein Novum. Ähnliche Situationen hat es in früheren Ausschüssen und Wahlperioden bereits mehrfach gegeben – man kennt sich eben, und manches läuft hier nach einem eigenen Muster. Die Bürgermeisterin erklärte, dass „alles in Ordnung“ sei und die Zustimmung vorliege. Dass die Kommunalverfassung MV an dieser Stelle eigentlich andere Anforderungen stellt, spielte in diesem Moment keine Rolle. In der Stadt Crivitz, so könnte man sagen, funktioniert manches pragmatischer – besonders dann, wenn Personen beteiligt sind, die sich seit Jahren gut kennen und im politischen wie im gesellschaftlichen Leben eng miteinander verflochten sind.

Wahl des 1. Stellvertreters: Herr Alexander Gamm wird vorgeschlagen und stellt sich, in Abwesenheit, zur Wahl; er hat sich im Vorhinein zur Wahl gestellt; Herr Rico Blohm wird vorgeschlagen, lehnt aber ab Herr Alexander Gamm wird, in Abwesenheit, zum 1. Stellvertreter gewählt

➡️ Die Abstimmung über den ersten Stellvertreter ergab schließlich drei Ja-Stimmen und zwei Gegenstimmen. Die Zustimmung kam eindeutig aus der CWG-Fraktion – Michael Renker und Kurt Pekrul sowie vom neuen Vorsitzenden Henryk Krüger (CDU). Die Gegenstimmen stammten von Rico Blohm (BfC) und Normund Behning (AfD).

Gerade das Zusammenspiel zwischen Henryk Krüger (CDU) und Alexander Gamm (CWG) ist beeindruckend. Beide arbeiteten bereits in der vorherigen Wahlperiode 2019 – 2024 sehr eng zusammen, als Alexander Gamm den Bauausschuss leitete und Henryk Krüger sein erster Stellvertreter war. Auch außerhalb des Ausschusses traten sie wiederholt gemeinsam in Erscheinung, etwa bei der Vorbereitung des Kinder- und Stadtfestes 2026, wo beide öffentlich im Amtsblatt gelobt wurden – von Jens Raulin (CWG-Fraktion) und der Bürgermeisterin Britta Brusch‑Gamm. Es ist ein eingespieltes Duo, das nun – nach einer kurzen Unterbrechung von zwei Jahren – wieder in seine alte Rollenverteilung zurückkehrt. Für manche Bürger wirkt dies wie ein Crivitzer Familienbonus, der sich durch die politischen Ebenen zieht – ein Geflecht aus langjährigen Bekanntschaften, gegenseitigen Unterstützungen und vertrauten Rollen, das in entscheidenden Momenten spürbar wird und den Eindruck vermittelt, dass bestimmte Personalentscheidungen weniger Ergebnis eines offenen Wettbewerbs sind als vielmehr Ausdruck eines eingespielten inneren Kreises.

Wahl des 2. Stellvertreters: Herr Kurt Pekrul stellt sich zur Wahl und wird zum 2. Stellvertreter gewählt

Im letzten Wahlgang wurde der zweite Stellvertreter bestimmt. Kurt Pekrul (CWG) stellte sich zur Wahl und wurde mit vier Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme gewählt. Die einzige Gegenstimme kam aus der AfD-Fraktion, was angesichts der bekannten politischen Spannungen kaum überraschte.

NEU–>Bauausschuss Crivitz: Vorsitz, Stellvertretung und Mitgliederstand seit dem 04.06.2026

➡️So endete dieser Tagesordnungspunkt in seiner Abfolge mit seinen spontanen Wendungen und den ungewöhnlichen Umständen der Kandidaturen, die vielen Anwesenden als bemerkenswert und politisch aufgeladen in Erinnerung bleiben dürften. Mit der Wahl von Krüger und Gamm kehrt der Bauausschuss nun in jene personelle Konstellation zurück, die bereits die vorherige Wahlperiode geprägt hat – mitsamt all der bekannten Dynamiken, die sich in der Vergangenheit im Protokollwesen und in der Ausschusskultur gezeigt haben.

Bekanntgabe der Beschlüsse aus der vorherigen nichtöffentlichen Sitzung

➡️ Nachdem die Wahlen abgeschlossen waren, wandte sich der Ausschuss wie üblich der Bekanntgabe der Beschlüsse aus der vorherigen nichtöffentlichen Sitzung zu. Auch an diesem Abend zeigte sich erneut das vertraute Muster, das den Bauausschuss seit Jahren prägt: Fünf Bauvorhaben, die eigentlich nach dem Öffentlichkeitsprinzip zunächst im öffentlichen Teil hätten erscheinen müssen, wurden gar nicht erst dort behandelt, sondern wie selbstverständlich direkt im nichtöffentlichen Bereich verortet. Einvernehmen, Bauanträge, Abwägungen – all das findet in Crivitz traditionell hinter verschlossenen Türen statt, ohne dass die Öffentlichkeit auch nur die Chance auf eine Nachfrage erhält.

➡️ So wurden auch diesmal lediglich die Beschlüsse BV Cri SV 2006/26, BV Cri SV 2013/26 und BV Cri SV 2014/26 „bekannt gegeben“ – nicht erläutert, nicht erklärt, nicht eingeordnet. Als spontan nachgefragt wurde, ob es sich dabei um Einvernehmen oder andere Entscheidungen handelte, verwies die anwesende Mitarbeiterin des Sitzungsdienstes darauf, dass es kein Wortprotokoll gebe und daher auch nichts weiter mitzuteilen sei. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Alles wird nichtöffentlich beraten, die Beschlüsse werden nur als Nummern oder Synonyme verkündet, und am Ende heißt es, ein Ergebnisprotokoll gebe ohnehin nichts her. So sieht die Öffentlichkeitsarbeit dieses Ausschusses aus – ein Muster, das wir bereits aus der vorherigen Wahlperiode kennen und das sich nun unverändert fortsetzt.

In der Gesamtschau entsteht der Eindruck, dass sich die alten Strukturen wieder vollständig geschlossen haben. Die personellen Verhältnisse ähneln frappierend denen vor der letzten Wahlperiode: Der Ehemann der Bürgermeisterin, Alexander Gamm (CWG, sachkundiger Einwohner), ist wieder in einer zentralen Position angekommen auch mit Hilfe der CDU – Fraktion, obwohl er bei der Kommunalwahl mit 67 Stimmen von rund 7978 gültigen Wahlstimmen weit von einem Mandat entfernt war. Durch die CWG wurde er erneut als sachkundiger Einwohner benannt und nun – trotz Abwesenheit und ohne schriftliche Zustimmung – wieder zum ersten Stellvertreter des Bauausschusses gewählt.

FAZIT

Angesichts der bekannten Abwesenheitsquote von Henryk Krüger (CDU), dem neuen Vorsitzenden, ist absehbar, dass Alexander Gamm den Ausschuss künftig wieder intensiv prägen wird – so wie in der vorherigen Wahlperiode. Für viele Bürger wirkt dies wie ein Crivitzer Familienbonus, ein enges Geflecht aus persönlichen Bindungen, politischer Nähe und gegenseitiger Unterstützung, das sich durch die Ebenen der Stadtpolitik zieht und in entscheidenden Momenten sichtbar wird.