Salamitaktik? WessinIII – Drei neue Windräder – jetzt insgesamt 23 Anlagen im Windpark Crivitz‑Ost/Wessin!

29.Aug.-2026/P-headli.-cont.-red./502[163(38-22)]/CLA-338/27-2026

Die Überraschung, die keine sein dürfte!

Barnin sagt es als Erste: Wie Wessin III in die Region rutscht und der Windpark Crivitz‑Ost/Wessin auf 23 Anlagen wächst.

Es gibt Momente in der Kommunalpolitik, in denen man sich fragt, ob Transparenz ein seltenes Naturphänomen ist – vielleicht so selten wie ein Rotmilan, der noch ungestört über Wessin kreist. Der jüngste Vorgang rund um das Projekt „Wessin III“ gehört genau in diese Kategorie. Während die Bürger noch dachten, der Windpark Crivitz‑Ost/Wessin sei mit seinen 20 Anlagen „fertig“, taucht nun – fast beiläufig – die nächste Ausbaustufe auf: drei zusätzliche Windräder, die den Park auf insgesamt 23 Anlagen anwachsen lassen. Ein Vorgang, der nicht nur überrascht, sondern auch die Frage aufwirft, ob hier die bekannte Salamitaktik der Energieprojektierer zur kommunalen Kunstform erhoben wurde.

Denn die Erweiterung kommt nicht etwa als großer Wurf, offen angekündigt und breit diskutiert, sondern als Vorbescheid zur bauplanungsrechtlichen Zulässigkeit, versteckt in den Tiefen der Verwaltungsvorgänge. Verwaltungsrechtlich betrachtet ist das Verfahren korrekt – ein Vorbescheid nach § 73 LBauO M‑V ist ein übliches Instrument, um die planungsrechtliche Zulässigkeit eines Vorhabens vorab zu klären. Politisch betrachtet wirkt es jedoch wie ein „Testballon“, der erst dann sichtbar wird, wenn die betroffenen Gemeinden Stellung nehmen müssen. Und genau das passiert jetzt.

Die beteiligten Gemeinden – Transparenz und Schweigen

Zapel hat angeblich eine nicht öffentliche Stellungnahme abgeben, ist klar — schließlich liegt das Flurstück 21 direkt im Bereich Zapel Hof. Doch die politische Realität ist eine andere: Die Gemeinde hat Haushaltsprobleme, ist Mitglied im Kommunalen Energieverband Ludwigslust‑Parchim (KEV‑LuP), wo man mit 0,38 % Stimmanteil zwar kaum Gewicht hat, aber dennoch Teil eines Systems ist und dürfte dem Projekt wohlwollend gegenüberstehen. Man könnte sagen: Zapel steht im Wind — finanziell wie politisch. Und so ist es nicht überraschend, dass die Transparenz dort eher zurückhaltend ausfällt.

Barnin hat den Vorgang als Erste öffentlich gemacht – ein bemerkenswerter Akt der Transparenz, der in der Region Seltenheitswert hat. In der Niederschrift vom 29. 06. 2026 heißt es nüchtern: „Die Gemeinde Barnin wird um eine Stellungnahme bis zum 13.07.2026 gebeten.“ Dahinter verbirgt sich jedoch ein Vorgang, der seit mindestens drei Monaten bekannt sein muss. Dass Barnin dies öffentlich macht, ist nicht nur löblich, sondern zeigt auch, dass man dort verstanden hat, was auf dem Spiel steht: neue Silhouetten am Himmel, neue Geräuschkulissen, neue Einnahmequellen – und neue politische Verantwortung.

Barnin zeigt, dass man auch bei komplexen Energieprojekten den Mut haben kann, die Öffentlichkeit mitzunehmen. Vielleicht liegt es an der Nähe zum Umspannwerk Wessin, vielleicht an der Anfrage für einen Batteriespeicher, vielleicht an der Tatsache, dass Barnin ohnehin mitten im energetischen Geschehen steht — aber die Gemeinde beweist, dass Transparenz keine Schwäche ist, sondern eine Stärke.

Und Crivitz? Dort schweigt man.  Das ist nicht ungewöhnlich, sondern fast schon traditionell möchte man sagen. Die Stadt hat ihre eigenen energiepolitischen Großbaustellen: die geplante Pyrolyseanlage, das Wärmenetz für die Neustadt und vor allem die drei kommunalen Windräder bei Krudopp, die eine Schlüsselrolle in der städtischen Energiepolitik spielen. Dass man sich zu „Wessin III“ bislang nicht äußert, passt ins Bild. Große Projekte werden in Crivitz gerne „woanders“ besprochen — und die Bürger erfahren davon erst, wenn die Bauzäune stehen.

So entsteht ein Gesamtbild, das man mit einem gewissen Sarkasmus so zusammenfassen könnte: Barnin informiert, in Zapel wurde angeblich im Gemeinderat eine nicht öffentliche Ablehnung formuliert, Crivitz schweigt.

Die Energiewende ist angekommen – nicht unbedingt im Herzen der Bürger, aber sehr deutlich in den Haushaltsplänen der Gemeinden. Drei neue Windräder, die künftig als zusätzliche Silhouette über Crivitz und Zapel stehen werden, sind nicht nur ein technisches Detail, sondern ein politisches Signal. Ein Signal, das zeigt, wie Entscheidungen getroffen werden, wer informiert wird – und wer nicht.

Mit „Wessin III“ beginnt also kein neues Kapitel der Energiewende, sondern ein neues Kapitel der kommunalen Realität: ein Projekt, das juristisch sauber, politisch geschickt und kommunikativ – nun ja – selektiv vorangetrieben wird. Wenn man die kommunale Landschaft rund um „Wessin III“ betrachtet, entsteht ein Bild, das so unterschiedlich ist wie die Gemeinden selbst. Während die einen die Öffentlichkeit informieren, als sei Transparenz ein selbstverständlicher Bestandteil kommunaler Verantwortung, verhalten sich andere so, als sei Schweigen eine Form der politischen Hygiene. Und mittendrin steht ein Projekt, das längst im Verfahren steckt — aber in der öffentlichen Wahrnehmung erst jetzt langsam auftaucht.

Hintergrund – Vom Plan zur Wirklichkeit

Bevor man versteht, warum „Wessin III“ plötzlich auf den kommunalen Tagesordnungen auftaucht, muss man sich die nüchterne Mechanik der Genehmigungsverfahren ansehen. Denn die drei neuen Windräder sind nicht etwa ein spontaner Einfall, sondern das Ergebnis eines Prozesses, der längst läuft — nur eben weitgehend ohne öffentliche Begleitung. Juristisch ist das korrekt: Ein Vorbescheid nach § 73 LBauO M‑V dient dazu, die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit eines Vorhabens vorab zu prüfen. Ein Klassiker der Bauverwaltung — ein „Vorspiel“, bevor der eigentliche Bauantrag gestellt wird. Politisch hingegen wirkt es wie ein Vorgang, der erst dann sichtbar wird, wenn die betroffenen Gemeinden mit der Bitte um Stellungnahme konfrontiert werden. Und genau das ist jetzt passiert. Die Erweiterung betrifft das Windeignungsgebiet 48/21, das bislang 20 Windenergieanlagen umfasst. Mit „Wessin III“ sollen nun drei weitere Anlagen hinzukommen — die Nummern 21, 22 und 23. Die Standorte sind exakt definiert:

  • Flurstück 21 in Zapel Hof,
  • Flurstücke 319/6, 320/5 und 322 in Barnin.

Damit wächst der Windpark auf insgesamt 23 Anlagen. Wer die Region kennt, weiß: Das ist keine kosmetische Korrektur, sondern eine substantielle Erweiterung, die die Landschaft, die Sichtachsen und die Geräuschkulisse verändert. Die neuen Standorte liegen auf Höhenlagen zwischen 65 und 70 Metern über Normalnull, was bedeutet, dass die Windräder — mit einer Gesamthöhe von rund 300 Metern — künftig eine deutlich sichtbare Silhouette bilden werden. Besonders die Anlagen 22 und 23 auf Barniner Flurstücken rücken optisch näher an die Stadt Crivitz heran. Wer künftig vom Crivitzer See blickt, wird nicht mehr acht Windräder sehen, sondern elf — drei davon neu, höher und näher.

           Landschaftsschutzgebiet Barnin und seine Eingriffsverträglichkeit

Genau hier berührt die Erweiterung also Wessin III erstmals das Landschaftsschutzgebiet, das die Region zwischen Barnin, Wessin und Crivitz prägt. Etwa 150 m nordwestlich des Plangebietes befindet sich das Landschaftsschutzgebiet „Waldgebiet bei Crivitz und Barniner See“.Die geplanten Anlagen stehen nicht irgendwo, sondern unmittelbar am Rand eines Schutzraums, dessen Zweck es ist, das Landschaftsbild, die Erholungsfunktion und die offene Weite der Seenlandschaft zu bewahren. Die Eingriffsverträglichkeit beschreibt, ob ein Vorhaben die Schutzgüter des LSG beeinträchtigt — insbesondere das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion. Die neue Silhouette greift damit nicht nur in Sichtachsen ein, sondern verändert ein Gebiet, das eigentlich vor übermäßigen Eingriffen geschützt werden soll — ein Aspekt, der in den aktuellen Unterlagen erstaunlich leise bleibt.

Auch akustisch wird die Erweiterung spürbar sein. Die Untersuchungen sprechen von ca. 32 bis 35 Dezibel für Crivitz — ein Wert, der zwar unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt, aber dennoch hörbar ist, bis hinein in den Hainbuchenweg und die Neustadt von Crivitz. Für Zapel Hof sieht es noch deutlicher aus: Die neue Anlage Nr. 21 wird dort mit bis zu ca. 40 Dezibel eine akustische Präsenz entfalten, die man nicht ignorieren kann. Auch in Barnin Hof dürfte die neue Geräuschkulisse spürbar sein. Man könnte sagen: Die Energiewende wird künftig nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar — und zwar nicht nur im Haushalt der Gemeinden, sondern auch im Schlafzimmer der Anwohner.

Ökologische Realität – Die Natur als leise Hauptbetroffene!

Doch die eigentliche Brisanz liegt nicht in der Optik oder Akustik, sondern in der ökologischen Realität, die in den aktuellen Verfahren erstaunlich leise geworden ist. Denn während die kommunalen Gremien nun über Stellungnahmen beraten, liegt die Natur bereits seit Jahren auf dem Tisch — in Form umfangreicher, detaillierter Untersuchungen und Gutachten, die weit über die üblichen Potenzialanalysen der Investoren hinausgehen.

Diese Untersuchungen dokumentieren ein Gebiet, das kein technisches Baufeld, sondern ein ökologisches Geflecht ist: Greifvögel, Großvögel, Zugvögel, Fledermäuse — alle nutzen die Flächen zwischen Barnin, Wessin und Zapel Hof intensiv. Die Region ist ein Hotspot windkraftsensibler Arten, und die geplanten Standorte liegen mitten in den Hauptflugachsen.

In den Gutachten heißt es etwa: „Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden die Greifvogel- und Großvogelbestände vollständig erfasst.“ Die Ergebnisse sind eindeutig: Rotmilane, Schwarzmilan, Seeadler, Fischadler, Kraniche und Wiesenweihen nutzen die Flächen intensiv. Besonders die Barniner Standorte 22 und 23 liegen nur wenige hundert Meter vom Eichholz entfernt — einem Revierzentrum für Rotmilane und einem Flugkorridor für Seeadler.

Auch die Fledermausfauna ist betroffen — und zwar massiv. Die Kartierungen dokumentierten „18.371 Aufnahmen mit 302.049 Rufen“ und belegen, dass die Region ein Durchzugs- und Jagdgebiet für mindestens zehn streng geschützte Arten ist. Die naturschutzfachliche Bewertung spricht eine klare Sprache: „70 % der vorkommenden Fledermausarten und 99 % der dort fliegenden Individuen sind durch Tötung gefährdet.“

Die Nähe zu Wochenstuben — also jenen Sommerquartieren, in denen Fledermäuse ihre Jungen aufziehen — macht die Lage besonders kritisch. Die neuen Anlagen stehen nicht irgendwo, sondern mitten in einem Netz aus Quartieren, Flugrouten und Jagdgebieten, das in diesen Untersuchungen detailliert beschrieben wurde.

Doch genau diese Aspekte scheinen im aktuellen Verfahren nur noch am Rande aufzutauchen. Denn die neue Gesetzeslage zur Beschleunigung der Windenergie hat die naturschutzfachlichen Prüfungen spürbar verändert. Was früher mit der Lupe untersucht wurde, wird heute eher mit dem Fernglas betrachtet — und zwar aus respektvoller Distanz. Die Verfahren sind schneller geworden, die Prüfungen schlanker, die Detailtiefe geringer. Man könnte sagen: Die Natur wird weiterhin „berücksichtigt“, aber nicht mehr „durchdrungen“.

Die Unterlagen zeigen es deutlich: Es wird geprüft, ja — aber oft nur auf der Ebene von Potenzialanalysen, Rasterbewertungen und Standardabständen. Die feinen Linien, die das Gebiet prägen — die Flugschneisen der Seeadler, die Jagdrouten der Abendsegler, die Horstbereiche der Rotmilane — verschwinden zunehmend hinter pauschalen Bewertungsmatrizen. Die Gutachten mahnen: „Bei einem Fortbestehen der bestandsreduzierenden Einwirkungen ist eine Einstufung in Kategorie ‚Gefährdet‘ wahrscheinlich.“ Doch im beschleunigten Verfahren wirkt diese Zahl eher wie eine Fußnote als wie ein Warnsignal.

So entsteht ein Bild, das man mit einem gewissen Sarkasmus zusammenfassen könnte: Die Natur und der Artenschutz sind weiterhin vorhanden — aber im Verfahren nur noch als Kulisse. Mit „Wessin III“ wird also nicht nur ein Windpark erweitert, sondern auch die Frage gestellt, wie viel Natur und Artenschutz ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren noch verträgt — und ob am Ende wieder jene Sondergenehmigungen und Ausnahmeentscheidungen erteilt werden, die durch Ausgleichszahlungen und Ersatzgeld in den Naturschutzfonds des Landes fließen, während die Bürger nur erfahren, dass „alles geprüft wurde“.

Zweckverbände und Genehmigungspraxis!

Hinzu kommt die Genehmigungspraxis der Landesbehörden, die sich durch neue Beschleunigungsgesetze spürbar verändert hat. Prüfungen, die früher mit der Lupe vorgenommen wurden, erfolgen heute eher mit dem Fernglas — und zwar aus respektvoller Distanz. Die Verfahren sind schneller geworden, die Detailtiefe geringer, die naturschutzfachliche Bewertung oft nur noch ein Raster, das ausgefüllt werden muss. Ausnahmen nach § 45 Abs. 7 BNatSchG und Ersatzgeld nach § 15 Abs. 6 BNatSchG sind längst Teil der Routine. Die Natur wird weiterhin „berücksichtigt“, aber nicht mehr „durchdrungen“. So entsteht ein Bild, das man mit einem gewissen Sarkasmus zusammenfassen könnte: Die Energiewende wird vor Ort verhandelt — aber nicht nur im Namen der Bürger, sondern auch im Interesse der kommunalen Stadt und Gemeindekassen und der administrativen Beschleunigung.

Dieses Grafik wurde unter Verwendung von KI‑gestützten Verfahren erstellt und anschließend manuell bearbeitet.

Diese Entwicklung fällt nicht zufällig mit der zunehmenden Rolle der Zweckverbände zusammen, die vielerorts als Motor der regionalen Energiewende auftreten. Der Kommunale Energieverband Ludwigslust‑Parchim (KEV‑LuP) ist dabei ein Beispiel für jene Strukturen, in denen technische Planung, wirtschaftliche Interessen und kommunale Haushaltslogik ineinandergreifen. Gemeinden mit minimalen Stimmanteilen — wie Zapel mit 0,38 % oder Crivitz mit 0,77 % — sind Teil eines Systems, das Projekte wie „Wessin III“ nicht nur begleitet, sondern faktisch vorantreibt. In dieser Gemengelage entsteht ein Verfahren, das weniger durch individuelle kommunale Abwägung geprägt ist, sondern durch administrative Routinen, die auf Beschleunigung ausgelegt sind. Die Frage, ob ein Projekt landschaftlich verträglich, ökologisch angemessen oder kommunal gewollt ist, tritt So entsteht ein Bild, das man mit einem gewissen Sarkasmus zusammenfassen könnte: Die Energiewende wird vor Ort verhandelt — aber nicht nur im Namen der Bürger, sondern auch im Interesse der kommunalen Stadt‑ und Gemeindekassen und der administrativen Beschleunigung.

Ein Verfahren, das längst läuft – und Gemeinden, die die Einnahmen sehen, bevor sie die Bürger hören!

Das Verfahren zu „Wessin III“ zeigt eine Entwicklung, die viele Bürger erst jetzt begreifen: Durch die aktuellen Beschleunigungsgesetze und die neuen Bewertungsregeln der Jahre 2024/2025 werden Windenergievorhaben heute so strukturiert, dass sie früh feststehen und spät sichtbar werden. Es liegen keine naturschutzfachlichen Vollgutachten vor, sondern lediglich allgemeine Potenzialanalysen, Datenbank‑Auszüge und standardisierte Rasterbewertungen, die im beschleunigten Verfahren als ausreichend gelten. Für die Region bedeutet das: Das Vorhaben ist längst in einer fortgeschrittenen Phase, die faktisch kaum noch aufzuhalten ist. Die entscheidenden Schritte sind gesetzt, die Standorte definiert, und die kommunalen Stellungnahmen sind nur noch ein formaler Zwischenschritt in einem Prozess, der weitgehend automatisiert abläuft.

Gerade deshalb ist Transparenz der Punkt, der jetzt zählt. Die Bürgerbeteiligung ist formal vorgesehen — aber ausschließlich über die Gemeindevertretungen und Stadtvertretungen. In der Theorie klingt das nach demokratischer Einbindung, in der Praxis bedeutet es: Wenn die kommunalen Gremien nicht informieren, bleibt die Bürgerbeteiligung ein höflich verpackter Formalakt, der zwar existiert, aber kaum Wirkung entfaltet. Und die Gemeinden haben ihre Rolle unterschiedlich ausgefüllt. Barnin informiert, Zapel wartet ab, Crivitz schweigt — und alle drei sind in wirtschaftliche Strukturen eingebunden, die ihre Haltung erklären. Die wirtschaftlichen Verflechtungen und die Aussicht auf zusätzliche Einnahmen aus Pachten, Beteiligungen und Ausgleichszahlungen schaffen eine Gemengelage, in der kritische Fragen schnell als „Störung“ empfunden werden. Man könnte sagen: Die Energiewende ist nicht nur ein ökologisches Projekt, sondern auch ein kommunaler Nebenhaushalt.

Ein Blick in den Energiesteckbrief zeigt zudem, dass weitere Projekte längst in Vorbereitung sind. Sogar für Crivitz tauchen dort Windradvorhaben auf, obwohl die öffentliche Debatte in der Stadt noch ganz woanders steht. Die Bürger erfahren davon erst jetzt — und nur, weil dieses Protokoll offengelegt wurde. Damit wird deutlich, dass die Region nicht nur vor einer technischen Erweiterung steht, sondern vor einer strukturellen Verschiebung: Entscheidungen fallen zunehmend in administrativen Netzwerken, während die öffentliche Debatte hinterherläuft. Transparenz ist deshalb nicht nur ein demokratischer Anspruch, sondern die Voraussetzung dafür, dass Bürger überhaupt verstehen können, was in ihrer Umgebung geplant ist — bevor die Fakten geschaffen sind.

Fazit:

Das Fazit fällt daher nüchtern aus: Die Region braucht Transparenz, bevor wirtschaftliche Interessen und beschleunigte Verfahren Fakten schaffen, die niemand mehr erklären kann. Nicht, weil die Projekte dadurch gestoppt würden — das erlauben die neuen Gesetzeslagen längst nicht mehr — sondern weil die Bürger ein Recht darauf haben zu wissen, was in ihrer Umgebung geplant ist, bevor die Entscheidungen endgültig sind.

Am Ende zeigt „Wessin III“ nicht nur die Erweiterung eines Windparks, sondern die Erweiterung einer kommunalen Realität: Verfahren laufen, Gemeinden reagieren unterschiedlich, und die Bürger erfahren vieles erst dann, wenn die Silhouette der Region sich bereits verändert.

Die stille 🤫Finanzstrategie: Wie Crivitz mit Windparks in *Krudopp* und *Wessin* seine Haushaltslöcher stopfen will!⚠️

23.Aug.-2026/P-headli.-cont.-red./501[163(38-22)]/CLA-337/26-2026

Die stille Finanzstrategie – Wie Crivitz den Wind entdeckt hat!

Crivitz, eine Stadt mit 4.566 Einwohnern (Stand 31.12.2025), steht 2026 vor einer Haushaltslage, die selbst erfahrene Kämmerer in die Defensive bringt. Der Haushalt liest sich wie ein juristischer Hilferuf in Tabellenform. Die Haushaltssatzung 2026 ist genehmigungspflichtig, doch die Entscheidung der Kommunalaufsicht steht immer noch aus. Bis dahin arbeitet die Stadt mit einem Haushalt auf Abruf – und mit Liquiditätswerten, die den Abwärtstrend der letzten Jahre fortsetzen. Zum Stichtag 30.06.2026 verfügte Crivitz über – 954.213,87 € an liquiden Mitteln – also bereits tief im Kassenkredit. Und da wir inzwischen August 2026 haben, ist klar: Es wird nicht weniger. Die Stadt lebt auf Pump, während die Haushaltskurve weiter nach unten zeigt. Die Prognose bis 2029 weist ein strukturelles von – 3.089.606 € aus – ein Wert, der nicht mehr nach Verwaltung klingt, sondern nach kommunaler Intensivstation.

Die Rücklagen sind vollständig aufgebraucht, die Jahresergebnisse der letzten Dekade zeigen eine stetige Talfahrt, und die Trendlinie der Finanzentwicklung fällt so steil, dass man sie fast für eine Skipiste halten könnte. Nach § 50 Abs. 1 KV M‑V müsste die Stadt ihre Haushaltswirtschaft „sparsam und wirtschaftlich“ führen. Doch in Crivitz scheint dieser Paragraph eher als literarische Empfehlung verstanden zu werden. Die Bürgermeisterin Frau Britta Brusch-Gamm formulierte es am 23.04.2026 sogar noch deutlicher: „Schon jetzt ist aber deutlich, dass das Geld nicht mehr für alles reicht, was aus unserer Sicht notwendig wäre für ein aktives und zukunftsweisendes Gemeindeleben.“ Ein Satz, der vieles sagt — und manches offenlässt. Vor allem die Frage, wer mit „aus unserer Sicht“ eigentlich gemeint ist. Die der CWG ‑ Crivitz? Die der Stadtvertretung? Die der Verwaltung? Oder die der Bürger, die von vielen Entscheidungen erst erfahren, wenn sie längst getroffen wurden? Doch oft entsteht der Eindruck, dass „unsere Sicht“ nicht die Sicht der Öffentlichkeit ist — sondern die einer kleinen Runde, die entscheidet, bevor sie erklärt.

Dieses Grafik wurde unter Verwendung von KI‑gestützten Verfahren erstellt und anschließend manuell bearbeitet.

Während die Zahlen tiefrot leuchten, entdeckt die Stadt eine neue Form der Haushaltsrettung: Wind statt Geld. Statt zu sparen, gründet Crivitz Gesellschaften, beteiligt sich an Windparks, plant Photovoltaikanlagen und tritt Zweckverbänden bei, deren Satzungen selbst Juristen nur mit Kaffeepause überstehen. Die offizielle Begründung lautet: „Energiewende als Zukunftschance.“ Die inoffizielle Lesart: „Wenn schon kein Geld da ist, dann wenigstens Wind.“ Was hier entsteht, ist kein gewöhnliches kommunales Projekt, sondern ein juristisch orchestriertes Schauspiel: vier Gesellschaften, ein strukturelles Defizit und eine Stadt, die glaubt, mit Windkraft ihre Haushaltslöcher auf ewig stopfen zu können. Die Bühne ist bereitet – die Akteure heißen CWG, KAG Nord, KEV LuP und Krudopp. Das Drehbuch stammt aus dem Kommunalrecht, die Regie führt der Haushaltsdruck, und die Zuschauer sind die Bürger, die sich fragen, warum Transparenz plötzlich zum Luxusgut geworden ist.

Warum Crivitz den Weg zum Wind gefunden hat – die neue Logik der Haushaltsrettung!

Crivitz hat den Weg zum Wind nicht aus ökologischer Überzeugung gefunden, sondern aus finanzieller Notwendigkeit. Die Stadt steht vor einer Haushaltslage, in der klassische Instrumente – Sparen, Rücklagen, Priorisieren – nicht mehr funktionieren. Die Rücklagen sind aufgebraucht, die Liquidität ist negativ, und die strukturellen Defizite wachsen schneller, als die Verwaltung reagieren kann. In dieser Situation entsteht eine neue Logik: Wenn der Haushalt keine Luft mehr hat, muss die Luft selbst zur Einnahmequelle werden. Die Bürgermeisterin Frau Britta Brusch-Gamm ( CWG – Crivitz) hat diese strategische Verschiebung am 23.04.2026 offen benannt. Sie sprach nicht über Sparprogramme, sondern über Energieprojekte, Beteiligungen und Einnahmequellen, die außerhalb des Haushalts liegen. Der entscheidende Satz lautet: „Wir arbeiten seit Jahren an einem Zukunftskonzept Wärme und Energie, um uns unabhängiger zu machen und Einnahmequellen zu erschließen.“ Damit wird klar: Die Energiewende ist in Crivitz kein Klimaprojekt, sondern ein Haushaltsprojekt.

Grafik wurde unter Verwendung von KI‑gestützten Verfahren erstellt und anschließend manuell bearbeitet.

Die Stadt sucht nach Einnahmen, die nicht aus Steuern oder Gebühren stammen, sondern aus Beteiligungen, Pachtverträgen, Energieerzeugung und langfristigen Kooperationen. Windkraft, Wärmeversorgung und Photovoltaik werden zu Bausteinen einer Strategie, die den Haushalt entlasten soll, ohne dass die Stadt selbst sparen muss. Die Energiewende wird damit zur finanziellen Ersatzhandlung: Sie soll das leisten, was der Haushalt nicht mehr kann. Hinzu kommt ein zweiter Faktor: die zeitliche Perspektive. Die Bürgermeisterin spricht von einem möglichen Fertigstellungszeitpunkt 2030. Das bedeutet: Die Stadt setzt auf Projekte, deren Wirkung erst in vier Jahren eintreten soll, während die Haushaltsprobleme bereits heute akut sind. Der Weg zum Wind ist damit eine Wette auf die Zukunft – eine Wette darauf, dass Energieprojekte später Einnahmen bringen, die heute fehlen. Crivitz hat den Wind nicht entdeckt, weil er weht. Crivitz hat den Wind entdeckt, weil der Haushalt nicht mehr trägt.

Die vier Energiegesellschaften: das neue energetische Gefüge der Stadt!

Nachdem Crivitz den Wind als finanzielle Rettungsstrategie entdeckt hat, entsteht ein neues energetisches Gefüge, das die Stadtpolitik zunehmend prägt. Es ist kein Machtzentrum, sondern ein wachsendes Netzwerk aus Energieprojekten, die sich in unterschiedlichen Stadien der Gründung und Aktivität befinden.

Während der Haushalt kaum noch Spielräume bietet, baut die Stadt ein Portfolio auf, das schrittweise entsteht und die kommenden Jahre bestimmen wird.

1. Crivitzer-Wärme GmbH ( CWG)

Die CWG ist der geplante Kern der neuen Strategie. Sie soll erst ca. in den nächsten 12 Monaten gegründet werden, gemeinsam mit der WEMAG. [50 % Crivitz, 50 % WEMAG (geplant); einen über mehrer Jahrzehnte Bindung (vorgesehen); Wirkung frühestens ab 2030; Noch keine operative Tätigkeit, aber bereits politisch gesetzt. Die CWG existiert derzeit nur als Beschlusslage und Vorbereitungsstruktur. Sie ist das Projekt, das die Stadt in die energetische Zukunft führen soll – allerdings erst, wenn es gegründet ist.

2. KAG Nord GmbH & Co. KG

Sie ist eine Beteiligung, die man am besten als „Eintrittskarte ins Energiesystem“ beschreibt. Crivitz ist hier Kommanditistin, haftet also nur mit ihrer Einlage, was juristisch beruhigend klingt. Politisch jedoch ist die KAG Nord ein Ort, an dem die Stadt zwar am Tisch sitzt, aber kaum Besteck bekommt.

Die Stimmrechte sind proportional zum Kapital verteilt, und Crivitz hält gerade einmal 1,1 %. Das ist ungefähr so, als würde man im Theater eine Karte für die letzte Reihe kaufen und anschließend behaupten, man sei Teil der Inszenierung.

3. Zweckverband Kommunaler Energieverband Ludwigslust‑Parchim (KEV‑LuP)

Warum tritt Crivitz dem KEV‑LuP bei? Der offizielle Anlass, so heißt es in der Beschlussvorlage, ist die geplante Errichtung mehrerer Windenergieanlagen im Bereich Wessin. Der Vorhabenträger hat sich verpflichtet, mindestens eine Windkraftanlage zur Erfüllung der Pflichten aus dem Bürger‑ und Gemeindebeteiligungsgesetz M‑V (BüGembeteilG) an die Stadt Crivitz zu übertragen, damit Bürger und Gemeinde wirtschaftlich beteiligt werden können. Doch die Vorlage sagt ebenso deutlich: Die Stadt verfügt weder über das Kapital noch über das Know‑how, um eine solche Anlage selbst zu betreiben oder die damit verbundenen Risiken zu steuern. Deshalb soll die Beteiligung „über den Energieverbund Nord und den neu zu gründenden Zweckverband“ erfolgen. Damit beginnt die eigentliche Geschichte. Denn der KEV‑LuP ist nicht irgendein Verband, sondern eine öffentlich‑rechtliche Hülle, die geschaffen wurde, um Beteiligungen an Wind‑ und Solarprojekten zu bündeln und die kommunale Teilhabe gesetzlich abzusichern.

Der Zweckverband KEV‑LuP, einer öffentlich‑rechtlichen Konstruktion, die nach Zweckverbandsgesetz M‑V eigentlich der gemeinsamen Erfüllung kommunaler Aufgaben dienen soll. In der Praxis jedoch ist der Verband ein finanzielles Überraschungsei: Crivitz zahlt Umlagen, trägt Haftungsanteile, kann nach § 14 des Gesetzes sogar für Verbandskredite mithaften – hat aber kein Stimmrecht. Juristisch ist das zulässig, politisch ist es eine demokratische Schieflage, und finanziell ist es ein Abenteuer, das man nur eingeht, wenn man entweder sehr mutig oder sehr verzweifelt ist. In Crivitz trifft beides zu.

Der KEV‑LuP nimmt Kredite in Millionenhöhe auf, um die Beteiligungen an den Energieprojekten zu finanzieren. Diese Kredite laufen über Jahrzehnte, und sie müssen unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der Projekte bedient werden. Wenn Erträge ausbleiben, wenn technische Probleme auftreten, wenn Genehmigungen verzögert werden oder wenn Marktpreise einbrechen, bleibt der Verband dennoch verpflichtet, Zins und Tilgung vollständig zu leisten. Kann er das nicht, greift der Mechanismus, der in der Satzung so unscheinbar klingt, aber politisch explosiv ist: Umlagen. Pflichtzahlungen der Mitgliedsgemeinden, die nicht verhandelbar sind. Crivitz trägt diese Umlagen mit — auch ohne Stimmrecht, auch ohne Einfluss.

4. Windpark‑Projektgesellschaft Krudopp (Crivitz West)

Die Betreibergesellschaft „Crivitz West“ soll ebenfalls innerhalb der nächsten 12 Monate gegründet werden – gemeinsam mit der WEMAG. Damit entsteht parallel zur CWG ein zweites Energieprojekt, das die Stadt langfristig binden wird.Politisch wird Krudopp als Rettungsring gesehen – der einzige Teil der Energiewende, der tatsächlich Geld in die Stadtkasse bringen könnte. Doch auch hier gilt: Einnahmen später, Kosten jetzt.

Windpark Krudopp (Crivitz West): der goldene Rettungsring!

Der Windpark Krudopp ist das Projekt, das die Crivitzer Energiewende sichtbar macht. Während die Crivitzer Wärme GmbH noch in Gründung ist und der KEV‑LuP die Verwaltungsebene bildet, steht Krudopp für das operative Geschäft – für Wind, Strom, Einnahmen und Hoffnung. Er ist der goldene Rettungsring, an dem sich die Stadt festhält, um die finanzielle Schieflage durch Energieerträge auszugleichen.

Politische Dimension: Politisch ist Krudopp das Symbol der neuen kommunalen Selbstbehauptung. Er steht für die Idee, dass eine Stadt mit leerer Kasse durch Wind wieder zu Einnahmen kommen kann. Doch die Realität bleibt komplex: Die Stadt ist zwar beteiligt, aber nicht alleiniger Betreiber. Die WEMAG hält die Mehrheit, und damit auch die operative Kontrolle. Crivitz ist Teilhaber – aber kein Kapitän.

Crivitz baut kein Machtzentrum auf, sondern ein mehrstufiges, zeitlich gestaffeltes Energiegefüge: zwei Gesellschaften in Gründung, zwei bereits aktiv. Dieses Gefüge wird die Stadtpolitik zunehmend bestimmen, weil es finanzielle Verpflichtungen, langfristige Verträge und strukturelle Abhängigkeiten schafft, die weit über den klassischen Haushalt hinausgehen. Während der Haushalt schrumpft, wachsen die energetischen Bindungen. Während die Liquidität sinkt, steigen die Umlagen und Vorleistungen. Während die Bürger auf Transparenz hoffen, entstehen Strukturen, die komplexer sind als jeder Haushaltsplan.Crivitz hat damit ein neues energetisches Gefüge geschaffen – ein Netzwerk aus Projekten, Beteiligungen und Verbandsstrukturen, das die Zukunft der Stadt prägen wird, lange bevor die ersten Erträge fließen.

Der Windpark Krudopp (Crivitz West) ist das operative Herzstück der Crivitzer Energiewende. Er verbindet kommunale Beteiligung mit wirtschaftlicher Hoffnung. Er ist kein Verwaltungsakt, sondern ein Projekt mit Wind, Risiko und Ertrag. Während der KEV‑LuP Pflichten ohne Einfluss bringt, eröffnet Krudopp Chancen mit kalkulierbarem Risiko. Er ist der Versuch, aus Wind Geld zu machen – und aus Geld politische Stabilität.

Das demokratische Problem: Entscheidungen ohne Bürger, Risiken ohne Debatte!

Während Crivitz sich immer tiefer in ein Netz aus Energiegesellschaften verstrickt, entsteht ein zweites, weniger sichtbares Risiko: eine demokratische Schieflage, die sich leise durch die Entscheidungsprozesse zieht. Die Energiewende der Stadt ist nicht nur ein finanzielles Wagnis, sondern auch ein politisches Experiment, bei dem die Bürger oft erst dann informiert werden, wenn Verträge längst unterschrieben und Verpflichtungen bereits wirksam sind. Transparenz wird zur nachträglichen Erklärung, Beteiligung zur höflichen Kenntnisnahme.

Die Gründung der Crivitzer Wärme GmbH, der Eintritt in die KAG Nord, die Mitgliedschaft im Zweckverband KEV‑LuP und die Beteiligung am Windpark Krudopp wurden formal korrekt beschlossen, aber politisch so leise kommuniziert, dass man sie fast überhören konnte. Nach § 43 KV M‑V ist die Gemeindevertretung das zentrale Organ der Willensbildung, doch in Crivitz wirkt sie zunehmend wie ein Gremium, das Entscheidungen verwaltet, statt sie öffentlich zu diskutieren. Die Bürger erfahren von neuen Gesellschaften oft erst dann, wenn die Pressemitteilung fertig ist und die juristischen Fußnoten bereits abgeheftet wurden.

Dieses Grafik wurde unter Verwendung von KI‑gestützten Verfahren erstellt und anschließend manuell bearbeitet.

Besonders heikel wird es dort, wo die Stadt sich in Strukturen begibt, die demokratisch kaum kontrollierbar sind. Der KEV‑LuP ist das deutlichste Beispiel: Crivitz trägt Umlagen, haftet für Kredite, übernimmt Pflichten — hat aber kein Stimmrecht. Juristisch ist das zulässig, politisch ist es ein Paradoxon: Die Stadt ist Mitglied eines Verbandes, dessen Entscheidungen sie nicht beeinflussen kann, dessen finanzielle Risiken sie aber tragen muss. Die KAG Nord ist kaum weniger problematisch: 1,1 % Stimmrecht bedeuten, dass Crivitz zwar Teil des Systems ist, aber kaum Einfluss auf dessen Richtung hat. Die Bürger könnten glauben, die Stadt sei ein aktiver Gestalter der Energiewende — tatsächlich ist sie eher ein Zuschauer mit Eintrittskarte.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Auch die Windparkprojekte werden als „Chance für die Region“ präsentiert, doch die Debatte darüber, wie viel Risiko die Stadt trägt und welche langfristigen Verpflichtungen entstehen, findet selten öffentlich statt. Die juristischen Feinheiten — Zielabweichungsverfahren, Pachtverträge, Beteiligungsquoten — sind komplex genug, um sie nicht in einer Bürgerversammlung erklären zu müssen. So entsteht eine demokratische Lücke: Die Bürger sehen Windräder, aber nicht die Verträge dahinter. Das demokratische Problem liegt also nicht darin, dass die Entscheidungen illegal wären — sie sind es nicht. Es liegt darin, dass sie unsichtbar sind. Die Energiewende wird in Crivitz nicht als gemeinschaftliches Projekt gestaltet, sondern als Verwaltungsakt, der sich hinter Paragraphen und Beteiligungsstrukturen versteckt. Die Bürger werden nicht gefragt, sondern informiert. Die Debatte findet nicht statt, sondern wird durch die Dringlichkeit der Haushaltslage ersetzt.

Eine Stadt, die sich in Gesellschaften einkauft, ohne die Bürger mitzunehmen, verliert nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen. Und Vertrauen ist in der Kommunalpolitik oft wertvoller für die nächste Wahl als jede EEG‑Abgabe.

Fazit:

Eine Stadt zwischen Hoffnung, Risiko und der Frage, ob Wind wirklich alles lösen kann!

Windpark – Crivitz – Ost bei Wessin

Am Ende dieses kommunalpolitischen Dramas steht eine Stadt, die sich zwischen Haushaltsnot, juristischen Verpflichtungen und politischer Hoffnung bewegt wie ein Seiltänzer ohne Netz. Crivitz hat sich in ein Geflecht aus Energiegesellschaften begeben, das zugleich visionär und verzweifelt wirkt: Die CWG soll Wärme liefern, die KAG Nord symbolische Zugehörigkeit, der KEV‑LuP eine Pflichtmitgliedschaft im regionalen Energiesystem — und der Windpark Krudopp schließlich die Einnahmen, die man dringend braucht, um die Haushaltslöcher der letzten Jahre zu stopfen.

Crivitz – Im 775 Jahr entstehen 8 neue Silhouetten –

Crivitz steht damit an einem Punkt, an dem Hoffnung und Risiko untrennbar miteinander verwoben sind. Die Windräder sollen nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Zuversicht. Die Beteiligungen sollen nicht nur Energieprojekte ermöglichen, sondern auch Einnahmen. Und die Energiewende soll nicht nur ökologisch sinnvoll sein, sondern auch finanziell notwendig. Doch die entscheidende Frage bleibt: Kann Wind wirklich alles lösen?Die ehrliche Antwort lautet: Nein — aber er ist das Einzige, was Crivitz noch hat. Windkraft ist kein Ersatz für strukturelle Haushaltsreformen, keine Garantie für stabile Einnahmen und kein Allheilmittel gegen demokratische Transparenzprobleme. Aber sie ist die letzte Option, die nicht sofort neue Schulden verursacht. Die Stadt setzt auf Wind, weil sie auf nichts anderes mehr setzen kann.

So wird die Energiewende in Crivitz zu einer Wette auf die Zukunft — mutig, riskant und ohne Garantie. Die Windräder mögen sich drehen — doch ob sie die Stadt wirklich retten, wird sich erst zeigen, wenn der Wind nicht nur weht, sondern auch trägt.

Crivitz im 775. Jahr wächst mit dem Wind. Zwischen Kirchturm und neuen 300‑Meter‑Stahltürmen ringt *Aktiv für Crivitz* um die Zukunft ihrer Heimat!

14.Aug.-2026/P-headli.-cont.-red./500[163(38-22)]/CLA-336/25-2026

Die alte Silhouette – Ein Versprechen aus Jahrhunderten!

Seit Jahrhunderten trägt Crivitz seine Geschichte wie ein stilles Versprechen. Die Stadt, deren erste urkundliche Erwähnung etwa auf den 24. März 1251 zurückgeht, wuchs nicht durch Lärm oder Hast, sondern durch Zeit, durch Menschen, durch Landschaft. Ihr ältestes Bauwerk, die Crivitzer Stadtkirche, deren Grundbau aus dem 13. Jahrhundert stammt und deren heutiger Backsteinbau im 14. Jahrhundert vollendet wurde, prägt seit über 650 Jahren die Silhouette der Stadt. Der dreigeschossige Turm, dessen Spitze mit Knopf, Kreuz und Hahn bekrönt ist, erhebt sich auf rund 42,4 Metern über dem Meeresspiegel – ein Maß, das über Jahrhunderte als höchster Punkt der Stadt galt und das Gesicht von Crivitz definierte.

chon die Chronisten des 19. Jahrhunderts beschrieben Crivitz als eine Stadt, die malerisch in einer wald- und seenreichen Landschaft eingebettet war. Und wer die alten Ansichten von 1910 betrachtet, erkennt sofort, was damit gemeint war: der Kirchturm, der sich über die Dächer erhebt, das stille Wasser des Crivitzer Sees und die sanften Hügel, die den Ort wie ein natürlicher Rahmen umgeben. Diese Linie – der Turm, das Wasser, die Weiden – war über Jahrhunderte das Gesicht der Stadt. Sie war mehr als Architektur: Sie war Erinnerung, Identität, Heimat.

Die Silhouette von Crivitz war ein stilles Abbild der Zeit: unverändert, verlässlich, getragen vom ältesten Bauwerk der Stadt, der Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert, deren Turm seit über 650 Jahren die Landschaft markiert. Wer damals auf die Stadt blickte, sah Geschichte – und wer heute auf die alten Fotografien blickt, sieht dieselbe Geschichte noch einmal. Diese Beständigkeit war das Fundament der Crivitzer Seele – eine Silhouette, die sich kaum veränderte, selbst als Kriege kamen, als Brände wüteten, als die Welt sich wandelte. Die Kirche blieb. Der Turm blieb. Die Ansicht von 2022 zeigt denselben vertrauten Horizont wie die Ansicht von 1912: dieselbe Ruhe, dieselbe Geschichte, dieselbe Heimat.

Der Bruch im Jubiläumsjahr – Wenn die Zukunft den Horizont verändert!

Doch diese vertraute Silhouette, die über Jahrhunderte unverändert blieb, beginnt sich nun im 775. Jahr zu verschieben. Was einst ein ruhiger Horizont war, getragen vom Kirchturm und dem Spiegel des Crivitzer Sees, wird heute von neuen Formen durchbrochen – Formen, die nicht aus Geschichte, sondern aus Stahl bestehen.

Acht Windräder, jedes ein 300-Meter-Riese, wachsen über die Dächer der Stadt, sichtbar von Wessin bis Krudopp, und legen sich wie eine zweite, fremde Krone über die alte Stadtsilhouette. Sie stehen auf einer Höhe von etwa 60 Metern über Normalnull und erreichen mit ihren ca. 240 Metern Bauhöhe eine Gesamthöhe, die den Kirchturm – einst der höchste Punkt der Stadt – nun wie ein Relikt vergangener Zeiten erscheinen lässt.

Es ist ein Bruch, der nicht aus dem Rhythmus der Jahrhunderte kommt, sondern aus den Entscheidungen der letzten Jahre – Entscheidungen, die hinter Türen getroffen wurden, die für die Bürger verschlossen blieben. Während die alte Silhouette ein Abbild der Zeit war, ist die neue Silhouette ein Abbild der Verwaltung: geplant, baurechtlich als „privilegiert“ eingestuft, politisch zum „überragenden öffentlichen Interesse“ erklärt, durch den sogenannten Windkraft-Turbo beschleunigt, als Freifahrtschein für Genehmigungen genutzt und zugleich als Einschränkung der Bürgerbeteiligung und des Naturschutzes verkündet – genehmigt und vertraglich gebunden, lange bevor die Menschen erfuhren, was über ihren Köpfen entstehen sollte.

Und so beginnt das Jahr 2026 nicht mit einem Festakt zum Jubiläum, sondern mit einem Riss durch die Geschichte der Stadt. Ein Riss zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Kirchturm und Windrad, zwischen Idylle und Industrie. Ein Riss, der die Bürger nicht nur überrascht, sondern erschüttert – denn er verändert nicht irgendeinen Blick, sondern den Blick auf ihre Heimat. Crivitz wächst mit dem Wind, sagt man heute, und vielleicht stimmt das sogar. Doch wer genau hinsieht, erkennt schnell, dass dieser Wind nicht nur Energie bringt, sondern auch etwas mitnimmt: die vertraute Ansicht einer Stadt, die über Jahrhunderte von ihrem Kirchturm, ihren Seen, ihren sanften Hügeln und ihrer stillen Idylle lebte.

Die Veränderung der Crivitzer Silhouette beginnt nicht in Crivitz West, sondern in Crivitz Ost – in Wessin. Dort, wo die Felder weit sind, die Kraniche seit Jahrhunderten rasten und die Großvögel ihre Nahrungshabitate haben, entstehen seit 2020 Pläne, deren tatsächliches Ausmaß kaum jemand einschätzen konnte und die noch weniger jemand wirklich verstand. Private Investoren, die am Umspannwerk Wessin eine ideale Anschlussstelle witterten, verfolgen dort ein Ziel, das nicht Heimat heißt, nicht Landschaft, nicht Natur – sondern Gewinnmaximierung.

Großflächige Naturschutz‑Ausgleichsmaßnahmen finden vor Ort nicht statt. Der Investor leistet lediglich Zahlungen in einen speziellen Naturschutzfonds des Landes, wodurch er sich faktisch schadlos hält.

Die Eingriffe bleiben vor Ort bestehen – die Kompensation erfolgt ausschließlich finanziell und nicht in Form echter ökologischer Wiederherstellung im betroffenen Gebiet.

Bis zu zwanzig Windräder sollen dort entstehen – acht davon stehen bereits, sichtbar, überragend, unausweichlich. Die Bürger erleben diesen Wandel nicht rückblickend, sondern jetzt, in Echtzeit.

Sie sehen die Türme wachsen, sie sehen die Rotoren, sie sehen die zerstörte Naturlandschaft und den Ausschluss ihrer eigenen Bürgerbeteiligung, sie sehen die Silhouette brechen – nicht als Erinnerung, sondern als unmittelbare Gegenwart. Erst jetzt, da die neuen Türme sichtbar sind, begreifen die Menschen, was dieser Eingriff wirklich bedeutet. Erst jetzt erkennen sie, dass die Ansicht ihrer Heimat einen Riss bekommen hat, der nicht mehr rückgängig zu machen ist – nicht für Jahre, sondern für ein Vierteljahrhundert, bis zum 800. Jubiläum der Stadtgründung von Crivitz.

Erst jetzt wird ihnen bewusst, dass die Betonfundamente, die diese Türme tragen, für Jahrzehnte im Boden bleiben werden – und welchen Schaden sie in der Natur anrichten: in den Brutgebieten, in den Nahrungshabitaten, in den Zugrouten der Kraniche und Großvögel, die dieses Gebiet seit Jahrhunderten prägen. Erst jetzt verstehen sie, dass die Belastungen nicht nur die Wessiner treffen, sondern auch die Crivitzer selbst – sei es durch steigende Strompreise, durch Eingriffe in die Landschaft oder durch die dauerhafte Veränderung ihrer Silhouette.

Und genau hier liegt der eigentliche Bruch: Die Bürger begreifen nicht, was war – sie begreifen, was gerade geschieht. Sie sehen, dass die Silhouette ihrer Stadt sich verändert, während sie zusehen müssen. Sie erkennen, dass Natur, Landschaft und Fauna in Crivitz Ost bereits verloren gehen, während die letzten zwölf Anlagen noch gebaut werden sollen. Sie verstehen, dass dieser Wandel nicht abstrakt ist, sondern konkret, sichtbar, spürbar – und dass er ihre Heimat betrifft.Doch während Crivitz Ost bereits im Umbruch steht, beginnt sich im Westen – in Krudopp – ein zweites Kapitel zu formen.

Diesmal nicht durch private Investoren, sondern durch die Stadt selbst. Durch Gespräche mit der WEMAG AG, durch Überlegungen, städtischen Boden für einen eigenen Windpark zu nutzen, durch Absprachen, die seit 2024 laufen – wieder hinter Türen, die für die Bürger verschlossen blieben. Und genau deshalb sagen die Menschen jetzt: genug. Nicht noch einmal. Nicht Crivitz West. Nicht Krudopp. Nicht wieder Entscheidungen hinter Türen. Denn die Bürger wissen nun, was es bedeutet, wenn man nicht gefragt wird. Sie wissen, wie es aussieht, wenn Verträge wichtiger sind als Landschaft.So steht Crivitz im Jahr 2026 vor zwei Silhouetten: einer veränderten im Osten – und einer drohenden im Westen. Und genau hier beginnt die Geschichte der Bürgerinitiative [AfC] „Aktiv für Crivitz“.

Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ – Die späte Stimme der Heimat!

Und genau an diesem Punkt, dort wo Idylle und Industrie aufeinanderprallen, erhebt sich eine neue Stimme – die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“. Genau jetzt, in diesem Moment, in dem die neuen Türme in Crivitz Ost sichtbar werden und die restlichen Anlagen bis Ende 2026 folgen sollen, erhebt sich diese neue Stimme. Sie entsteht nicht aus Rückblick, sondern aus Gegenwart.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Sie entsteht, weil die Menschen sehen, was geschieht – und weil sie verhindern wollen, dass es sich wiederholt. Denn manchmal braucht es erst den Bruch, damit Menschen erkennen, dass ihre Heimat nicht selbstverständlich ist. Die Initiative entstand nicht aus Protestlust, sondern aus Heimatliebe. Aus dem Gefühl, dass die Stadt sich verändert, ohne dass die Menschen gefragt wurden. Aus dem Wissen, dass Entscheidungen getroffen wurden, die nicht nur die Landschaft, sondern die Seele der Stadt berühren. Aus der Erkenntnis, dass die neue Silhouette nicht aus Bürgerwillen gewachsen ist, sondern aus Verwaltungslogik.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ mischt sich ein, weil sie verstanden hat, dass Schweigen keine Option mehr ist.

–>Sie mischt sich ein, weil sie erfahren hat, dass die Stadt Crivitz auf eigenem städtischem Boden in Crivitz West gemeinsam mit der WEMAG AG einen eigenen Windpark errichten will – ein Projekt, das die finanziellen Probleme der Zukunft lösen soll, aber die Identität der Stadt gefährdet.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

—>Sie mischt sich ein, weil sie sich fragt, warum die Bürger nicht vorher miteinbezogen wurden, warum seit 2024 bereits Anträge gestellt und Absprachen getroffen wurden, ohne dass die Menschen, die hier leben, überhaupt wussten, was auf sie zukommt.

—>Die Initiative will nicht verhindern – sie will beteiligt werden. Sie will nicht blockieren – sie will gefragt werden. Sie will nicht streiten – sie will mitgestalten. Sie will nicht spalten – sie will einen Weg finden, der die Stadt zusammenhält.

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Denn die Bürgerinitiative weiß: Heimat entsteht nicht durch Beschlüsse, sondern durch Menschen. Durch Gespräche, durch Beteiligung, durch gemeinsame Entscheidungen. Und genau deshalb ist ihr Ziel klar: Sie will einen Bürgerentscheid erwirken, damit die Menschen selbst darüber entscheiden können, wie ihre Stadt aussehen soll, wie ihr Horizont sich verändert und ob die Silhouette von Crivitz wirklich verkauft werden darf, nur weil die Kasse leer ist. Die Initiative ist die späte Stimme der Heimat – aber sie ist eine Stimme, die gehört werden will. Eine Stimme, die sagt: Nicht ohne uns. Nicht ohne unsere Meinung. Nicht ohne unsere Geschichte. Nicht ohne unsere Heimat. Sie ist der Moment, in dem Crivitz beginnt, sich selbst zu verteidigen.

Was bleibt – Ein Fazit zwischen Erinnerung und Zukunft!

Vielleicht wird man später sagen, dass der Wind damals nicht nur Energie brachte, sondern auch die Erinnerung verwehte. Vielleicht wird man sich daran erinnern, dass es nicht die Entscheidungsträger waren, sondern die Menschen, die versucht haben, das Gesicht ihrer Stadt zu bewahren. Vielleicht wird man eines Tages verstehen, dass eine Silhouette nicht nur aus Stahl besteht, sondern aus Geschichten, aus Blicken, aus Heimat. Denn Heimat ist kein Ort, den man einfach neu zeichnet. Heimat ist ein Gefühl, das wächst, weil es bleiben darf. Ein Gefühl, das sich über Jahrhunderte in den Linien des Kirchturms spiegelte, im Wasser des Crivitzer Sees ruhte, in den Hügeln rund um Wessin und Krudopp verankert war.

Ein Gefühl, das nun herausgefordert wird – von acht neuen Silhouetten aus Stahl, die höher sind als alles, was Crivitz je kannte. Der Wind hat Crivitz verändert – nicht, weil er es sollte, sondern weil man es zugelassen hat. Nicht, weil es die beste Lösung war, sondern weil es die einfachste war. Doch nun stehen Bürger auf, die sagen: Nicht ohne uns. Nicht ohne unsere Stimme. Nicht ohne unsere Heimat. Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ ist mehr als ein Zusammenschluss – sie ist ein Wendepunkt. Sie ist der Moment, in dem die Stadt beginnt, sich selbst zu schützen.Denn Heimat ist nicht das, was man verliert. Heimat ist das, was man verteidigt.

Vom geheimen *Letter of Intent* mit der WEMAG zur offenen Bürgerinitiative: „Aktiv für Crivitz“- Energiepolitik zwischen Macht, Einnahmen und Absprachen!

09.Aug.-2026/P-headli.-cont.-red./499[163(38-22)]/CLA-335/24-2026

Crivitz’ Energiepolitik im Schatten – und der Moment, in dem die Bürger aufwachten!

Es begann unscheinbar, fast beiläufig, an einem Abend im September 2024. Die Stadtvertretung tagte, die Tagesordnung war lang, und unter dem scheinbar harmlosen Punkt „Information zum Konzept für Wärme und Energie für die Stadt“ erhob sich Alexander Gamm – Ehemann der Bürgermeisterin, Bauausschussmitglied, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wärme/Energie und zentraler Ansprechpartner in den Gesprächen mit der WEMAG – aus der Zuschauertribüne. Schon dieser Auftritt war ungewöhnlich: Er erhielt das Rederecht als „Sachverständiger“, um für die Stadtvertretung zu sprechen, obwohl er kein gewähltes Mitglied war. In der Hand hielt er zwei DIN‑A4‑Seiten, die er in einer sechsminütigen Rede verlas. Es war der Moment, in dem die Stadt Crivitz – ohne es zu ahnen – in eine neue energiepolitische Ära eintrat. Alexander Gamm sprach von einer „Absichtserklärung“, einem sogenannten *Letter of Intent*, den die Stadt Crivitz mit der WEMAG AG „am heutigen Tag“ im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschließen werde. Alles wirkte vorbereitet, abgestimmt, im Hintergrund längst verhandelt. Doch was genau in diesem Dokument stand – welche Pflichten, welche Rechte, welche Bindungen – blieb ungesagt.

Und dann geschah etwas, das selbst für Crivitz bemerkenswert war: Im offiziellen Sitzungsprotokoll zu diesem Tagesordnungspunkt findet sich nicht eine einzige Zeile. Kein Hinweis auf die Rede, keine Zusammenfassung, kein Wort – als hätte der Auftritt nie stattgefunden. Reiner Zufall, selbstverständlich. Die Protokollführung in Crivitz hat schließlich Tradition: Alles, was ein bisschen heikel, kritisch oder unbequem sein könnte, findet sich später erstaunlicherweise nicht im Schriftlichen wieder. Das kennen die Bürger vom Hundesportverein, von Haushaltsdebatten und anderen „zufällig vergessenen“ Themen. Wer nicht dabei war, bleibt ahnungslos – und im Protokoll steht dazu wie üblich: nichts. Es gab keine Unterlagen, keine Erläuterungen, keine kritische Nachfrage – und vor allem keine Debatte. Die Stadtvertretung nahm die Information lediglich zur Kenntnis, die Öffentlichkeit blieb wie so oft außen vor.

Damit war der erste Baustein einer neuen Energieordnung gelegt, die später als „Wärmekonzept“ und als Windpark „Crivitz West“ sichtbar werden sollte – und deren Tragweite die Bürger erst 14 Monate später erkennen würden, als deutlich wurde, was zu diesem Zeitpunkt bereits verhandelt worden war.

Die Chronologie einer Wärmewende im Halbschatten

Auf den Letter of Intent im September 2024 folgte im April 2025 der nächste entscheidende Schritt: Die WEMAG stellte beim Amt Crivitz einen Antrag, den fortgeltenden Flächennutzungsplan zu ändern und ein neues Sondergebiet für Windenergie zu schaffen – „Crivitz West“. Damit sollte im Bereich Krudopp ein stadteigener Windpark entstehen, mit drei Windkraftanlagen, Millioneninvestitionen und langfristigen vertraglichen Bindungen. Die Beratungen hierzu – offiziell „Antrag auf Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Teilflächennutzungsplans der Stadt Crivitz“ – fanden erst am 18.09.2025 und 20.11.2025 im Bauausschuss statt, selbstverständlich unter TOP- N:14 und selbstverständlich im nichtöffentlichen Teil. Ein öffentlicher Beschluss? Fehlanzeige. Eine Empfehlung des Bauausschusses? Nie veröffentlicht. Ein Protokoll, das den Bürgern erklärt, was beraten wurde? Natürlich nicht.

Das ist in Crivitz kein Ausrutscher, sondern Tradition: Die Bürger sollen heikle Themen erst dann erfahren, wenn sie bereits beschlossen sind. Diese frühere Amtsführung hat den Bauausschuss nachhaltig geprägt: Sie schuf eine politische Kultur, in der Transparenz als Störung, Öffentlichkeit als lästig und Protokollführung als formale Pflicht statt demokratische Verantwortung verstanden wurde. Genau diese politische Kultur bildet den Hintergrund für die heutigen Probleme: – die systematische Verlagerung von Beratungen in den nichtöffentlichen Teil, – die ausgedünnten Tagesordnungen, – die fehlende Dokumentation, – und die bis heute unklare Protokollpraxis.

Dieses Bild/Grafik wurde unter Verwendung von KI‑gestützten Verfahren erstellt und anschließend manuell bearbeitet.

Diese Handlungsweise entsprach dem damaligen Vorsitzenden des Bauausschusses, Alexander Gamm, und wurde vom neuen Vorsitzenden, Herrn Renker (CWG – Crivitz), vollständig übernommen. Er perfektionierte das Verfahren sogar: Alles wird nichtöffentlich beraten, und die Beschlüsse werden nur noch als Nummern oder Synonyme verkündet – „BV CRI SV 1954/25“, „BV CRI SV 1956/25“ –, als wären es Lagerbestände statt politische Entscheidungen.

Bereits am 6. Mai 2025 waren die Unterlagen eingereicht worden, doch sie wurden den Stadtvertretern erst wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung am 08.12.2025 zugestellt – zumindest der Opposition. Eine seriöse Prüfung eines Projekts dieser Größenordnung – mit mindestens 21 bis 27 Millionen Euro Investitionsvolumen – war unter diesen Bedingungen faktisch unmöglich. Am 08.12.2025, kurz vor Weihnachten, kam es zur entscheidenden Weichenstellung: Die Stadtvertretung beschloss im Grundsatz die Änderung des Flächennutzungsplans und öffnete damit die Tür für ein Sondergebiet für Windenergie im Bereich Crivitz West / Krudopp. Die Tür war geöffnet, das Projekt politisch gesetzt. Die rechtliche Grundlage für den Windpark „Crivitz West“ war geschaffen – ohne dass die Bürger zuvor umfassend informiert oder beteiligt worden wären.

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Erst vier Monate später, Ende April 2026, erklärte die WEMAG Krudopp im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum „Energiezentrum der Crivitzer Neustadt“ – und im Wärmekonzept der Stadt wurde dies festgeschrieben. Die Wärmewende und der Windpark wurden politisch miteinander verknüpft: Wer Wärme für die Neustadt wolle, müsse den Windpark in Crivitz West / Krudopp akzeptieren – denn dieser liefere den Strom für die Hochleistungswärmepumpen des neuen Crivitzer Heizhauses. Die Stadt Crivitz wurde Partnerin – aber nicht treibende Kraft. Die eigentlichen Architekten waren WEMAG, mea Energieagentur MV und die WEMAG Energiedienste GmbH. Die Bürger blieben Zuschauer.

Der Abend, an dem die politische Kultur sichtbar wurde

Der 08. Dezember 2025 war ein Abend, der vielen Bürgern in Erinnerung bleiben wird – nicht wegen der Technik, sondern wegen der Art, wie in Crivitz Politik gemacht wurde. Die Opposition beantragte, den Tagesordnungspunkt zur Einleitung des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplans abzusetzen. Sie trug sachlich vor, dass die Unterlagen viel zu spät eingetroffen seien, dass die versprochene Kosten‑Nutzen‑Rechnung der WEMAG fehle, dass keine Machbarkeitsstudie vorliege und dass der Bauausschuss – wie so oft – nichtöffentlich beraten habe: ohne Bürgerbeteiligung, ohne Naturschutzprüfung, ohne Einbindung anderer Ausschüsse.

Sie warnte zudem, dass das Gebiet „Crivitz West“ im Regionalplan gar nicht als Windenergiegebiet vorgesehen sei und ein Zielabweichungsverfahren nötig werde. Sie wies darauf hin, dass die Stadt mit diesem Grundsatzbeschluss ein Tor öffne, „das sich später nicht mehr schließen lasse“. Sie fragte, warum dieser Beschluss unbedingt noch vor Weihnachten gefasst werden müsse – ob es hierbei um Posten gehe, um Macht, um Absprachen im Hintergrund. Doch keine dieser Fragen wurde von der CWG ‑ Crivitz beantwortet. Stattdessen folgte ein Manöver: Der CWG‑Fraktionsvorsitzende rief eine „Auszeit“ aus – ein Begriff, der eher an Volleyball erinnert als an eine Stadtvertretersitzung und in der Geschäftsordnung nicht vorgesehen ist. In dieser Pause formierte sich die CWG‑Crivitz Mehrheit, allen voran Herr Markus Eichwitz. Als die Sitzung fortgesetzt wurde, wurde der Antrag der Opposition erwartungsgemäß abgelehnt.

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In dieser Atmosphäre geschah der Moment, der die politische Kultur dieses Abends auf den Punkt brachte: Alexander Gamm – Ehemann der Bürgermeisterin, Bauausschussmitglied und neuer CWG‑Fraktionär – zeigte der Opposition im Raum demonstrativ den erhobenen Stinkefinger. Ein symbolischer Akt, der mehr sagte als jede Rede. Er zeigte, wie viel Macht ein einzelner Akteur haben kann, wenn er gleichzeitig Ausschussmitglied, Fraktionsmann, bis zu diesem Abend Arbeitsgruppenleiter und Ehemann der Bürgermeisterin ist – und wie gering der Respekt vor abweichenden Meinungen sein kann. Es war der Moment, in dem die politische Kultur Crivitz’ nicht nur sichtbar, sondern geradezu greifbar wurde.

„Wenn wir es nicht machen, machen es andere“ – ein Satz als Programm für den Windpark „Crivitz West“

Die Bürgermeisterin begründete den Beschluss für den Windpark Crivitz West mit einem Satz, der für viele Bürger wie eine politische Kapitulation klang: „Wenn wir es nicht machen, machen es andere.“ Es war kein Zukunftsentwurf, keine Vision, kein Konzept für eine eigenständige, transparente Energiepolitik. Es war ein politisches Durchwinken im Eiltempo: lieber selbst mitmachen, als anderen das Feld überlassen – unabhängig davon, ob die Bürger informiert, beteiligt oder überzeugt sind. Der Beschluss über den Windpark bei Krudopp wurde im Schnellverfahren gefasst: ohne vollständige Unterlagen, ohne Bürgerbeteiligung, ohne offene Diskussion. Die CWG‑Crivitz‑Mehrheit setzte sich massiv durch, die Opposition blieb in der Minderheit.

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Die dogmatische Rolle der Crivitzer Wählergemeinschaft (CWG‑Crivitz)

Die CWG ‑ Crivitz spielte in dieser Entwicklung eine zentrale, geradezu dogmatische Rolle. Sie begleitete den Letter of Intent 2024, trieb den Antrag zur Flächennutzungsplanänderung 2025 voran und setzte den Windparkbeschluss durch. Kritische Fragen wurden abgewehrt, Bedenken der Opposition übergangen, Transparenz gegenüber den Bürgern als Störfaktor behandelt. Die Haushaltslage der Stadt war und ist dramatisch angespannt; Einnahmen aus Windenergie und Beteiligungsmodellen wirkten verlockend und sind zweifellos ein Segen für den Haushalt. Doch statt eine offene Debatte über Chancen und Risiken zu führen, wurde das Projekt „Crivitz West“ zur Chefsache einer kleinen Gruppe, die sich im Schatten der Ausschüsse und Arbeitsgruppen bewegte. Die Bürger erfuhren erst im Nachhinein, was längst beschlossen war – ein politischer Stil, der in Crivitz inzwischen fast als Routine gilt.

Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ – wer sie ist und warum sie sich gegründet hat!

Gegründet wurde die Initiative, weil viele Bürger das Gefühl hatten, dass die energiepolitischen Weichen der Stadt längst gestellt waren – nur nicht öffentlich.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Bereits im September 2024 präsentierte Alexander Gamm in seiner sechsminütigen Rede den Letter of Intent, in dem die Stadt und die WEMAG die Grundzüge der künftigen Energiepolitik festlegten: Wärmekonzept, Photovoltaikanlagen – und erstmals auch die Nutzung stadteigener Windkraftprojekte im Bereich Crivitz. Diese Rede war der Beginn der energiepolitischen Entscheidungen – lange vor dem Beschluss im Dezember 2025 und noch länger vor der Informationsveranstaltung im April 2026. Doch die Öffentlichkeit erfuhr davon fast nichts. Im Protokoll der Sitzung findet sich „nicht eine einzige Zeile“ über das, was Gamm sagte – ein Stil, den die Bürger inzwischen nur zu gut kennen: Wenn es wichtig wird, wird es nicht protokolliert.

Im Dezember 2025 folgte der nächste Schritt: Die Bürgermeisterin focht den Antrag für den Windpark Crivitz West in Krudopp durch, unterstützt von der CWG‑Mehrheit. Ihr Ehemann führte als Leiter der Arbeitsgruppe Wärme/Energie alle Gespräche und Abstimmungen mit der WEMAG, bereitete die Planungen vor und begleitete den Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplans – aber ohne dass die Bürger wussten, was hinter den Kulissen bereits vereinbart war. Später, im Frühjahr 2026, folgte ein weiterer Schritt im Hintergrund: ein 20‑jähriger Konzessionsvertrag mit der WEMAG, der das Gesamtprojekt – Wärmekonzept, Netz, Windpark – langfristig festschreibt. Die Bürgerinitiative kritisiert genau diese Reihenfolge: erst Verträge, dann Informationen.

Genau diese intransparente Abfolge war der Auslöser für die Initiative. Sie formuliert es selbst: „Wir fordern Mitspracherecht und Transparenz!“ und „Bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden.“

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Vertreten wird „Aktiv für Crivitz“ von klar benennbaren Personen: Heike Böttcher und Dr. Andreas Reinecke zeichnen namentlich für die Bürgerinitiative verantwortlich, sie stehen mit ihrem Namen unter dem Aufruf: „Bürgerinitiative ‚Aktiv für Crivitz„.

Damit ist deutlich: Es handelt sich nicht um eine anonyme Stimmung, sondern um eine organisierte, persönlich verantwortete Bewegung aus der Mitte der Bürgerschaft. Die Initiative entstand, weil die Menschen in Krudopp, Sukow und Zietlitz sich nicht allein gegen ein Projekt dieser Größenordnung wehren können. Ihr Aufruf bringt es auf den Punkt: „Helft den Einwohnern von Krudopp, die sich nicht allein gegen diese geplante Landschaftszerstörung wehren können.“ Und sie entstand, weil die Bürger nicht länger hinnehmen wollten, dass Entscheidungen über Stadtbild, Landschaft und Millioneninvestitionen ohne sie getroffen werden – während in den Ausschüssen, wenn sie denn einmal einbezogen wurden, ausschließlich nichtöffentlich diskutiert wurde und die breite Öffentlichkeit außen vor blieb. Ihr Grundsatz lautet: „Grüne Energie ist gut – aber nicht um jeden Preis und nicht am Bürger vorbei.“

Was die Bürgerinitiative will – und was sie bereits erreicht hat

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Die Initiative verfolgt zwei große Ziele: Transparenz und Mitbestimmung.

Sie fordert die Offenlegung aller energiepolitischen Vereinbarungen, insbesondere des Letter of Intent, und eine klare Darstellung von „Sinn, Nutzen, Kosten, Folgen und Verbindlichkeiten“ des Windparks Crivitz West. Sie will wissen, warum der Eindruck erweckt wurde, „als sei der Windpark für die Wärmeversorgung der Neustadt zwingend notwendig“, obwohl die geplante Stromtrasse nach Wessin führt und der Strom dort überwiegend ins Hochspannungsnetz abgeführt wird. Ihr zweites Ziel ist die direkte Beteiligung der Bürger: „Durch einen Bürgerentscheid über die Errichtung des Windparks ´Crivitz West` wollen wir der Stadtvertretung von Crivitz mitteilen: ‚So nicht! Ihr seid unsere gewählten Vertreter, von denen wir transparente Entscheidungen erwarten!‘“ Und weiter: „Wir werden eine transparente energie- und finanzpolitische Neubewertung erzwingen und einen Bürgerentscheid anstreben.“

Bemerkenswert ist, was die Initiative bereits erreicht hat: 518 Unterschriften – bei 4.566 Einwohnern (31.12.2025) in Crivitz sind das über 11,34 % der Bevölkerung. Das ist nicht nur ein Stimmungsbild, sondern eine politische Größe, die für einen Einwohnerantrag und später einen Bürgerentscheid von erheblicher Bedeutung ist. Die Initiative formuliert es selbstbewusst: „Setzt ein Zeichen – Euer Zeichen!“ Sie zeigt, dass die Bürger nicht nur unzufrieden sind, sondern bereit, sich einzumischen. Sie zeigt, dass Mitbestimmung kein Luxus ist, sondern ein demokratisches Recht. Und sie zeigt, dass die Menschen in Crivitz nicht bereit sind, ihr Stadtbild, ihre Landschaft und ihre kommunale Kultur kampflos aufzugeben – schon gar nicht für ein Projekt, das sie erst erfuhren, „bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden“.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Der Einwohnerantrag!———– das erste demokratische Werkzeug der Bürger :In Mecklenburg‑Vorpommern gibt es ein demokratisches Instrument, das erstaunlich wenig bekannt ist – obwohl es gerade in Crivitz plötzlich eine enorme Bedeutung bekommt: den Einwohnerantrag nach § 20 Kommunalverfassung MV. Er zwingt eine Stadtvertretung, ein Thema nicht länger im Schatten zu behandeln, sondern öffentlich auf die Tagesordnung zu setzen. Für Crivitz mit rund 4.566 Einwohnern bedeutet das: Schon 1 % der Bevölkerung – also etwa 46 Menschen – können verlangen, dass ein Thema öffentlich beraten wird. Ein schriftlicher Antrag, eine klare Forderung, eine kurze Begründung: Mehr braucht es nicht. Und nun kommt der bemerkenswerte Teil: Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ hat bereits 518 Unterschriften gesammelt – also über 11,34 % der gesamten Stadtbevölkerung. Damit liegt sie weit über der Schwelle, die für einen Einwohnerantrag nötig wäre. Man könnte sagen: Die Voraussetzungen sind nicht nur erfüllt – sie sind übererfüllt. Ein Einwohnerantrag ist kein Vetorecht, aber er ist ein politischer Scheinwerfer: Er zwingt die Stadtvertretung, ein Thema öffentlich zu behandeln, statt es in nichtöffentlichen Ausschüssen zu parken.

Medienmaterial (Fotos/Video) veröffentlicht mit Zustimmung der Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“.

Der Bürgerentscheid!—––wenn die Bürger selbst abstimmen: Noch stärker ist das zweite Instrument: der Bürgerentscheid nach § 21 Kommunalverfassung MV. Er ist die direkteste Form kommunaler Demokratie – die Bürger entscheiden selbst, nicht die Stadtvertretung. Die Voraussetzungen sind klar: Mindestens 10 % der Einwohner müssen ein Bürgerbegehren unterstützen – in Crivitz also rund 456 Menschen. Die Frage muss eindeutig sein, ein klares Ja oder Nein ermöglichen und darf nicht in gesetzlich ausgeschlossene Bereiche fallen (Haushalt, Personal, Gebühren). Und jetzt wird es interessant: Die Bürgerinitiative hat bereits 518 Unterstützer – also mehr als die 10 %, die für ein Bürgerbegehren nötig wären. Mit anderen Worten: Crivitz steht rechnerisch bereits an der Schwelle zu einem möglichen Bürgerentscheid.Kommt ein Bürgerbegehren zustande, hat die Stadtvertretung zwei Möglichkeiten: Sie kann die Forderung übernehmen – oder sie muss die Bürger abstimmen lassen. Das Ergebnis eines Bürgerentscheids gilt wie ein Beschluss der Stadtvertretung. Es ist bindend. Punkt.

Warum diese Information zu den Einwohnerantrag und Bürgerentscheid so wichtig ist:—–Diese Hinweise sollen nicht belehren, sondern zeigen: Die Bürgerinitiative „Aktiv für Crivitz“ hat bereits politisches Gewicht, das weit über eine Petition hinausgeht. Sie hat die Schwelle für einen Einwohnerantrag locker überschritten. Sie hat die Schwelle für ein Bürgerbegehren bereits erreicht. Und sie hat gezeigt, dass Bürgerbeteiligung in Crivitz nicht nur möglich ist – sondern bereits begonnen hat.

Fazit: Ein Anfang, der zählt!